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Carl von Coerper

deutscher Marineoffizier, zuletzt Admiral
Admiral Carl von Coerper

Carl von Coerper (* 18. Mai 1854 in Meisenheim; † 20. April 1942 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Admiral und Marineattaché.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Coerper trat am 31. Mai 1871 als Kadett in die Kaiserliche Marine ein.

Vom 1. Oktober 1898 bis 29. September 1903 und erneut vom 5. Dezember 1904 bis zum 31. März 1907 bekleidete Coerper den Posten des Marineattachés an der Deutschen Botschaft in London. Als Militärdiplomat oblag ihm dort die Pflege der marinepolitischen Beziehungen des Deutschen Reiches zum britischen Empire. Coerpers zweite Berufung ergab sich aus dem Umstand, dass sein Nachfolger als Marineattachè, Hugo von Cotzhausen, nach einer nur knapp ein Jahr währenden Amtszeit aufgrund eines diplomatischen Fauxpas' wieder abberufen wurde und man sich in Berlin entschloss, den in dieser Stellung erprobten Coerper zur „Schadensbehebung“ erneut nach London zu schicken. Das hohe Ansehen, das Coerper sich in London aufgrund seiner gewandten Formen und seiner guten Kenntnisse der britischen Marine erwarb, dokumentiert sich unter anderem in dem Umstand, dass der britische König Eduard VII. ihm bei seiner Abschiedsaudienz das Ritterkreuz des Royal Victoria-Ordens verlieh.[1]

Nach seiner Ablösung wurde er dem Ostasiengeschwader zugeteilt, zunächst mit der Führung des Kreuzergeschwaders beauftragt und am 27. Januar 1909 zu dessen Chef ernannt. Coerper wurde am 18. Mai 1909 zur Verfügung des Chefs der Marinestation Ostsee gestellt, nach seiner Rückkehr aus Asien der Inspektion des Bildungswesens der Marine zugeteilt und dann mit Wirkung vom 9. November 1909 zum Inspekteur der Inspektion des Bildungswesens der Marine ernannt. Mit der gleichzeitigen Beförderung zum Admiral am 6. Mai 1912 erfolgte einen Tag später die Ernennung zum Chef der Marinestation der Ostsee, die er bis zum 22. Juli 1914 befehligen sollte. Vom 23. Juli 1914 stellte man Coerper zur Allerhöchsten Verfügung, am 17. September 1914 zur Disposition und gleichzeitig à la suite des Seeoffizierkorps.

EhrungenBearbeiten

Anlässlich des 25-jährigen Regierungsjubiläums erhob ihn Kaiser Wilhelm II. am 16. Juni 1913 in den erblichen preußischen Adelsstand.[2] Er war außerdem im Laufe seiner Karriere mit folgenden Orden und Ehrenzeichen gewürdigt worden:

LiteraturBearbeiten

  • Dermot Bradley (Hrsg.), Hans H. Hildebrand, Ernest Henriot: Deutschlands Admirale 1849–1945. Die militärischen Werdegänge der See-, Ingenieur-, Sanitäts-, Waffen- und Verwaltungsoffiziere im Admiralsrang. Band 1: A–G. Biblio Verlag, Osnabrück 1988, ISBN 3-7648-1499-3, S. 216–217.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Wilhelm Widenmann: Marineattaché an der Kaiserlich-deutschen Botschaft in London. 1907–1912. 1952. S. 60.
  2. Militär-Wochenblatt. Nr. 81 vom 19. Juni 1913, S. 1866.
  3. a b c d e f g h i j k l m n Rangliste der Kaiserlich Deutschen Marine. Hrsg.: Marine-Kabinett. Mittler & Sohn. Berlin 1914. S. 107.