Carangiformes

carnivore Verwandtschaftsgruppe innerhalb der Knochenfische

Die Carangiformes sind eine Knochenfischordnung aus der Gruppe der Barschverwandten (Percomorpha). Insgesamt gehören fast 1000 Fischarten zu den Carangiformes, wobei die Plattfische mit über 770 Arten die große Mehrheit der Arten stellen. Fast alle Arten der Carangiformes leben im Meer, einige wenige auch im Brackwasser und in Süßgewässern. Alle Carangiformes ernähren sich carnivor, einige gehören zu den Spitzenprädatoren ihrer Lebensräume (Schwertfischverwandte, Barrakudas, Riesenbarsche).

Carangiformes
Blauflossen-Stachelmakrele (Caranx melampygus)

Blauflossen-Stachelmakrele (Caranx melampygus)

Systematik
Unterkohorte: Neoteleostei
Acanthomorphata
Stachelflosser (Acanthopterygii)
Barschverwandte (Percomorphaceae)
Carangaria
Ordnung: Carangiformes
Wissenschaftlicher Name
Carangaria
Betancur-R. et al., 2013
Wissenschaftlicher Name der Ordnung
Carangiformes
Jordan, 1923

MerkmaleBearbeiten

Die Verwandtschaft dieser äußerlich sehr verschiedenen Familien der Carangiformes gründet sich ausschließlich auf den Vergleich von DNA-Sequenzen und wird bisher nicht durch morphologische Autapomorphien gestützt, welche die Gruppe von anderen Barschverwandten abgrenzen würden.[1] Little, Lougheed und Moyes erwähnten eine relativ geringe Zahl an Wirbeln, einige Flossenträger vor dem zweiten Dornfortsatz und das Fehlen der Supraneuralia (Teile der Wirbel) als potentielle anatomische Synapomorphien einer gemeinsamen Klade von Plattfischen, Schwertfischverwandten und Stachelmakrelen.[2] Einige dieser Merkmale fehlen jedoch bei den übrigen Gruppen der Carangiformes und andere sind ursprüngliche Merkmalsausprägungen (Plesiomorphien), die vor der Stammlinie der Carangiformes entstanden sind und keine Monophylie begründen können.[3]

SystematikBearbeiten

Die Carangiformes erhielten ihre heutige Zusammensetzung erst in einer im Mai 2020 veröffentlichten umfangreichen Revision der Ordnung. Vorher waren die Plattfische eine eigenständige Ordnung, bei anderen Familien war die Zuordnung zu einer Ordnung unsicher.[1] Die Revision wurde von der monatlich aktualisierten systematischen Fischdatenbank "Eschmeyer's Catalog of Fishes" schon Anfang Juni 2020 so übernommen.[4] In dieser Zusammensetzung entsprechen die Carangiformes den Carangimorpha, die 2009 durch Li und Kollegen vorgeschlagen wurden,[5] und den Carangaria, die eine von neun Kladen sind in die der Fischsystematiker Ricardo Betancur-R. und seine Kollegen die Barschverwandten (Percomorpha) unterteilen. Die Carangaria sind die Schwestergruppe der Anabantaria zu der die Ordnung der Kiemenschlitzaalartigen (Synbranchiformes) und die Ordnung der Kletterfischartigen (Anabantiformes) gehören.[3]

 
Großer Barrakuda (Sphyraena barracuda)
 
Flunder (Platichthys flesus)
 
Seezunge (Solea solea)
 
Schützenfisch (Toxotes jaculatrix)
 
Die Goldmakrelenart Coryphaena equiselis

Die innere Systematik der Carangiformes nach Girard und Mitarbeiter (2020):[1]

Kladogramm der Carangiformes[1]
 Carangiformes 
 Centropomoidei 

Riesenbarsche (Latidae)


   

Snooks (Centropomidae)


   

Lactariidae


   

Barrakudas (Sphyraenidae)





   
 Polynemoidei 

Fadenflosser (Polynemidae)


   

Plattfische (Pleuronectoideo)



   

 Toxotoidei 

Schützenfische (Toxotidae)


   

Leptobramidae



   
 Nematistioidei 

Hahnenbarsche (Nematistiidae)


 Menoidei 

Mondbarsche (Menidae)


 Xiphioidea 

Speerfische (Istiophoridae)


   

Schwertfische (Xiphiidae)






 Carangoidei 
 Carangidae 

Naucratinae


   

Caranginae



   


Scomberoidinae


   

Trachinotinae



 Echeneoidea 

Goldmakrelen (Coryphaenidae)


   

Cobia (Rachycentridae)


   

Schiffshalter (Echeneidae)









Vorlage:Klade/Wartung/Style

BelegeBearbeiten

  1. a b c d Matthew G. Girard, Matthew P. Davis, W. Leo Smith: The Phylogeny of Carangiform Fishes: Morphological and Genomic Investigations of a New Fish Clade. Copeia, 108(2):265-298 (2020). doi: 10.1643/CI-19-320
  2. Alexander Little, Stephen C. Lougheed, Christopher D. Moyes: Evolutionary affinity of billfishes (Xiphiidae and Istiophoridae) and flatfishes (Plueronectiformes): independent and trans-subordinal origins of endothermy in teleost fishes. Molecular Phylogenetics and Evolution 56(3):897-904 · April 2010 DOI: 10.1016/j.ympev.2010.04.022
  3. a b Ricardo Betancur-R, Edward O. Wiley, Gloria Arratia, Arturo Acero, Nicolas Bailly, Masaki Miya, Guillaume Lecointre und Guillermo Ortí: Phylogenetic classification of bony fishes. BMC Evolutionary Biology, BMC series – Juli 2017, DOI: 10.1186/s12862-017-0958-3. Seite 24.
  4. Eschmeyer's Catalog of Fishes: Species by Family/Subfamily
  5. Blaise Li, Agnès Dettaï, Corinne Cruaud, Arnaud Couloux, Martine Desoutter-Meniger, Guillaume Lecointre: RNF213, a new nuclear marker for acanthomorph phylogeny. Molecular Phylogenetics and Evolution 50 (2009): 345–363 doi:10.1016/j.ympev.2008.11.013

WeblinksBearbeiten