Hauptmenü öffnen

Cady Noland

US-amerikanische Objekt- und Installationskünstlerin sowie Fotografin
This piece has no title yet, 1989

Cady Noland (* 1956 in Washington, D.C.) ist eine US-amerikanische Objekt- und Installationskünstlerin sowie Fotografin.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Cady Noland wurde als Tochter des amerikanischen Farbfeldkünstlers Kenneth Noland geboren.

Ihre Arbeiten beschäftigen sich unter anderem mit den fehlgeschlagenen Versprechungen des Amerikanischen Traums und den Themen von Ruhm und Anonymität.[1][2] Typisch für ihre Werke sind seit den 1980er- und 1990er-Jahren raumfüllende Installationen oder Geländer aus Stahlrohren, bedruckten Aluminiumplatten und Maschendrahtzäunen, massive Ketten aus metallenen Gliedern, Motoröl-Dosen, Autoreifen und sonstigen Autoteilen oder orthopädischen Gehhilfen, Bierdosen, amerikanischen Fahnen, Handschellen, Helmen und sonstigem militärischen oder Polizei-Ausrüstungsgegenständen, die als Symbole für Gewalt, Angst und Ausgrenzung in der amerikanischen Gegenwartsgesellschaft zu lesen sind, aber auch auf die Grenzen der Mobilität in der Gesellschaft verweisen.[3][4]

Einige Werke verarbeiten Gewaltszenen, die in den Massenmedien zu sehen waren und daher weit bekannt sind: Tanya as a Bandit von 1989 zeigt die Enkelin von William Randolph Hearst, Patty Hearst, wie sie bei einem Überfall mit einer automatischen Waffe um sich schießt. Die Frau hatte sich 1974 der Symbionese Liberation Army angeschlossen, von der sie ursprünglich entführt worden war. Das Werk Oozewald, ebenfalls aus dem Jahr 1989, zeigt die Ermordung des mutmaßlichen Kennedy-Attentäters Lee Harvey Oswald. Es wurde 2011 bei Sotheby’s, New York für 6,9 Mio US-Dollar verkauft. Das war der bis dahin höchste bekannt gewordene Preis für ein Kunstwerk einer noch lebenden Künstlerin. Das Nachfolge-Werk Bluewald wurde 2015 bei Christie's New York für 9,797 Millionen US-Dollar verkauft.[5]

Nolands Arbeiten wurden in verschiedenen Museen und Ausstellungen gezeigt. Ab Mitte der 1990er-Jahre hatte sie während eines Zeitraums von 22 Jahren keine Ausstellungen ihrer Werke mehr erlaubt.[6] Sie lässt sich nicht fotografieren oder interviewen; wer sich nicht an ihre Vorgaben hält, läuft Gefahr, mit Gerichtsprozessen überzogen zu werden.[4] In diese Zeit fällt eine Begebenheit bei dem Auktionshaus Sotheby's New York im Jahr 2011, wo sie sich von ihrer Arbeit Cowboys Milking (1990) „lossagte“ (englisch to disavow), weil sie dessen Zustand monierte. Die daraufhin abgesagte Auktion zog eine Reihe von Rechtsstreitigkeiten nach sich und führte zu einer Diskussion darüber, ob sich ein Künstler überhaupt von einem früheren Werk auf diese Weise distanzieren könne und welche Folgen das für den Kunstmarkt habe. Noland wird nicht von einer Galerie vertreten.[7][8]

Werke in öffentlichen SammlungenBearbeiten

AusstellungenBearbeiten

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

  • Towards a Metalanguage of Evil – Zu einer Metasprache des Bösen, Edition Cantz, Stuttgart 1992, ISBN 3-89322-518-8 anlässlich der Dokumenta IX (der Essay stammt aus dem Jahr 1987).

LiteraturBearbeiten

  • Ausstellungskatalog: Gemeinschaftsausstellung mit Félix Gonzalez-Torres. Objekte, Installationen, Wandarbeiten, de/en. Neue Gesellschaft für Bildende Kunst Berlin und Museum Fridericianum, Kassel 1990.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Cady Noland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gespräch zwischen Michèle Cone und der Künstlerin im Journal of Contemporary Art
  2. Biografie der Künstlerin bei AskArt
  3. Steven Parrino: Paranoia Americana: The New Work of Cady Noland. In: Afterall: A Journal of Art, Context and Enquiry. Nr. 11, 2005, S. 3–8, JSTOR:20711565 (Ausgabe Spring/Summer).
  4. a b c Kito Nedo: Amerikanische Angst. In: Die Tageszeitung: taz. 27. November 2018, ISSN 0931-9085, S. 17 (taz.de [abgerufen am 8. Dezember 2018]).
  5. artnet News: The Most Expensive Living Female Artists In 2016. In: Huffington Post. 8. April 2016 (huffingtonpost.com [abgerufen am 8. Dezember 2018]).
  6. Claus-Jürgen Göpfert: MMK: „Das Museum ist nur eine Plattform“. In: Frankfurter Rundschau. 25. November 2018, abgerufen am 8. Dezember 2018 (Interview mit Susanne Pfeffer).
  7. Isaac Kaplan: Do Artists Have the Right to Disown Their Work? 21. Juni 2016, abgerufen am 8. Dezember 2018 (englisch).
  8. Martha Buskirk: Marc Jancou, Cady Noland, and the Case of the Authorless Artwork. In: Hyperallergic. 9. Dezember 2013, abgerufen am 8. Dezember 2018 (amerikanisches Englisch).