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Branimir

Fürst des dalmatinischen Kroatien

Branimir (lateinisch Branimirus; † um 892) war ein kroatischer Knes und herrschte von 879 bis zu seinem Tod über das sogenannte Dalmatinisch-Kroatien.

Denkmal für Branimir in Nin (Kroatien)

LebenBearbeiten

Über die Regierungszeit Branimirs ist wenig bekannt. Er setzte seinen Vorgänger Zdeslav ab und tötete diesen. Da Zdeslav mit dem byzantinischen Kaiser verbündet war, wandte sich Branimir an den Papst Johannes VIII. mit der Bitte um Anerkennung seiner Regierung. Dieser begrüßte die Änderung der Machtverhältnisse als Rückkehr in den Schoß der römischen Kirche, er konnte so Kroatien dauerhaft an die Westkirche binden.

Einige Historiker sind der Meinung, dass er ein Mitglied des Hauses Domagojević, insbesondere einer der Söhne Fürst Domagojs, sein könnte.

Sein genaues Todesdatum sowie die genauen Todesumstände sind unbekannt. Lediglich bei Iohannis Timerius bilealde[1] findet sich die Legende, Branimir habe nach einem Gelage mit fränkischen Abgesandten Karls des III. im Katzenjammer das Wasser der Adria getrunken, über die er gegenüber Venedig die Kontrolle behaupten konnte. Daraufhin sei er verstorben. Diese Version verweist bereits Erik Krznoski[2] ins Reich der Legenden und stellte die Parallelen zum Tod des illyrischen Königs Agron aufgrund übermäßigen Alkoholkonsums anlässlich eines Sieges heraus.

SpurenBearbeiten

Der Name Branimir findet sich insgesamt auf vier Steininschriften, auf einer wird er mit dem Titel dux (Fürst) angesprochen. Diese stammt aus dem Jahre 888.

Steininschrift mit dem
Namen Branimirs aus
St.-Michaels-Kirche in Nin
Ausstellungsstücke über
Fürst Branimir in Zadar

LiteraturBearbeiten

  • Ferdinand von Šišić: Geschichte der Kroaten : Erster Teil (bis 1102). Zagreb 1917.
  • Ferdinand von Šišić: Povijest Hrvata u vrijeme narodnih vladara. Zagreb 1925.
  • Stanko Guldescu: History of Medieval Croatia (= Studies in European history. Nr. 1). Den Haag 1964.
  • Nada Klaić: Povijest Hrvata u ranom srednjem vijeku. Zagreb 1971.

QuellenBearbeiten

  • S. Cirkovic: Branimir. In: Lexikon des Mittelalters (LexMA). Band 2, Artemis & Winkler, München/Zürich 1983, ISBN 3-7608-8902-6, Sp. 572.
  • Frank Kämpfer: Branimir, in: Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Bd. 1. München 1974, S. 245 f.

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ioh. Tim.: De expeditione adriatica. Band 9, 28.
  2. Erik Krznoski: Historija Hrvatska. Istrage o Iohannis Timerius bilealde. Drogon, Trogir 1929, S. 67.
VorgängerAmtNachfolger
IljkoFürst von Dalmatinisch-Kroatien
879–892
Muncimir