Boritz

Ort in Deutschland

Boritz ist ein Ortsteil der Gemeinde Hirschstein im Landkreis Meißen in Sachsen. Das ehemals selbständige Kirchdorf liegt direkt am linken Ufer der Elbe, etwa 13 km nordwestlich von Meißen und 7 km südöstlich von Riesa im Landschaftsschutzgebiet Elbtal.

Boritz
Gemeinde Hirschstein
Koordinaten: 51° 16′ 16″ N, 13° 23′ 40″ O
Höhe: 103 m
Eingemeindung: 1. März 1994
Postleitzahl: 01594
Vorwahl: 035266
Boritzer Kirche
Boritzer Kirche
Boritz, Luftaufnahme (2017)
Historische Ansicht des Friedhofs bei Hochwasser

GeschichteBearbeiten

 
Boritz im 19. Jahrhundert

Der Ortsname Boritz bedeutet auf Sorbisch „Ort am Kiefernholz“ oder „Dorf des Boruch“.

In Boritz bestand ein strategisch wichtiger Burgwart, der in einer Urkunde des Kaisers Otto II. vom 27. Februar 983 urkundlich erwähnt wurde. Heinrich II. zog 1004 in Boritz und in Nisani (Gau Nisan oder nach anderer Meinung Neußen a. d. Elbe bei Belgern) als Ablenkungsmanöver Schiffe zusammen, griff dann Böhmen aber über die Gebirgspässe an[1][2].

Die Hohe Straße (alte Salzstraße) überquerte zwischen Boritz und Merschwitz die Elbe. Hier erhob man den Zoll auf der Elbe. Nächste Zollstation elbaufwärts war Meißen. Es gab zwei Elbfähren nach Merschwitz und nach Leckwitz-Rosenmühle, die Boritz mit dem gegenüberliegenden Elbufer verbanden. Im Einflussbereich des Burgwarts Boritz befand sich das bereits am 27. Februar 983 erwähnte und heute wüste Dorf Setleboresdorf, dessen genaue Lage nicht mehr bekannt ist. Bei Boritz in der Elbe gab es eine Schiffsmühle, die 1594 eine Mahlkonzession erhielt und 1854 bei einer schweren Eisfahrt sank.

Eine Kirche wird das erste Mal 1259 erwähnt. Die jetzige Kirche wurde 1754/55 an Stelle der Vorgängerkirche errichtet.

In der Nähe des Ortes befindet sich ein Steinkreuz, das in das Ortswappen aufgenommen wurde.

Seit der Gemeindegebietsreform 1996 gehört Boritz zur Gemeinde Hirschstein.

Sohn des OrtesBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Elbtal und Lößhügelland bei Meißen (= Werte unserer Heimat. Band 32). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1979, S. 34.
  • Cornelius Gurlitt: Boritz a. d. Elbe. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 41. Heft: Amtshauptmannschaft Meißen-Land. C. C. Meinhold, Dresden 1923, S. 69.

WeblinksBearbeiten

Commons: Boritz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

AnmerkungenBearbeiten

  1. RI II,4 n. 1580a zu (Mitte August – Anfang September) 1004, in: Regesta Imperii Online, URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1004-08-00_1_0_2_4_1_222_1580a (Abgerufen am 1. November 2019): Feldzug gegen Herzog Boleslaw von Polen und Böhmen. Das Heer sammelt sich Mitte August bei Merseburg (ausgenommen die später dazustoßenden Bayern) und setzt sich Richtung Polen in Bewegung. Zur Täuschung des Gegners läßt König Heinrich auf der Elbe bei Boritz (oberhalb Riesa) und bei Neußen (bei Belgern) Schiffe zum Übersetzen zusammenziehen, biegt aber vor Erreichen des Flusses überraschend nach Süden ab, um über das Erzgebirge nach Böhmen einzufallen. (aus dem Band II,4 Heinrich II. 1002-1024 der Regesta Imperii, Hrsg. von Theodor Graff, Verlag H. Böhlaus Nachf., Wien, Köln, Graz 1971, S. 908)
  2. Thietmar VI, 10 ff.; Adalbold cap. 43, 46 f. (SS. 4, 694 f.); Ann. Quedlinburg. (SS. 3, 79); Herimann Aug. (SS. 5, 118).