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Bogdan Povh

jugoslawischer bzw. slowenischer Physiker

Bogdan Povh (* 20. August 1932 in Belgrad) ist ein slowenisch-deutscher Kern- und Teilchenphysiker.

Povh zog mit seiner Familie 1935 nach Ljubljana, wo er aufwuchs. Er studierte Physik an der Universität Ljubljana mit dem Diplom 1955 und war dann Assistent am J. Stefan Institut. Nach Forschungsaufenthalten am California Institute of Technology (ab 1957, dort befasste er sich mit Spektroskopie leichter Kerne) und der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, wo er sich mit Delbrück-Streuung befasste, ging er zurück nach Ljubljana, wo er 1962 promovierte. Die Dissertation war über den nuklearen Photoeffekt und den Strahlungseinfang von Protonen in leichten Kernen. Danach war er zwei Jahre Assistent in Freiburg, wo er sich 1964 habilitierte. Ab 1965 war er Professor an der Universität Heidelberg und hatte auch eine ständige Forschungsgruppe am CERN, die sich mit Hochenergie-Kernphysik befasste. Ab 1975 war er Direktor am Max-Planck-Institut für Kernphysik bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2000. Er war häufig zu Gastaufenthalten am CERN, in Berkeley und Los Alamos.

Im Jahr 2005 erhielt er die Stern-Gerlach-Medaille für seine Leistungen in der Spektroskopie von Hyperkernen. Er entwickelte eine Methode der rückstoßfreien Produktion von Hyperonen. Einmal im Atomkern gebunden, können diese Teilchen als „Sonden“ zur Untersuchung der Kernbausteine genutzt werden.

Er war Herausgeber der Zeitschrift für Physik A.

SchriftenBearbeiten

  • B. Povh, K. Rith, C. Scholz, F. Zetsche, W. Rodejohann: Teilchen und Kerne: Eine Einführung in die physikalischen Konzepte. 9. Auflage, Springer, 2014, ISBN 978-3-642-37821-8.
  • B. Povh: Anschauliche Physik: für Naturwissenschaftler. Springer, 2011, ISBN 978-364-217786-6.
  • B. Povh: Von dem kleinen Van de Graaf zu der großen HERA, in I. Appenzeller u. a. (Hrsg.), Heidelberger Physiker berichten, Band 2, Universitätsbibliothek Heidelberg 2017 (Erinnerungen, mit kurzer Biografie und Foto auf S. 77)

WeblinksBearbeiten