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Bobbie Gentry

US-amerikanische Country-Musikerin

WerdegangBearbeiten

Die portugiesischstämmige Roberta Streeter wuchs im südlichen Bundesstaat Mississippi auf und zog im Alter von dreizehn Jahren nach Kalifornien. Hier besuchte sie das Los Angeles Conservatory of Music und sammelte bei Auftritten in der lokalen Clubszene erste Erfahrungen als Sängerin. Sie schloss sich verschiedenen Theatergruppen an und arbeitete eine Zeitlang als Tänzerin in Las Vegas. In diesen Jahren nahm sie den Namen Bobbie Gentry an (in Anlehnung an den Film Ruby Gentry).

1967 erhielt Gentry einen Plattenvertrag bei Capitol Records. Bereits ihre erste Single, die mit karger Gitarrenbegleitung fast im Sprechgesang vorgetragene Ode to Billie Joe, die die Begleitumstände eines Selbstmordes schilderte, wurde zum Hit. Das Lied, das ihr drei Grammys und zahlreiche weitere Auszeichnungen einbrachte, hielt sich vier Wochen an der Spitze der US-Charts und platzierte sich hoch in den Country-Charts. Die „Southern Belle“ mit der heiseren Bluesstimme hatte ansatzlos den kommerziellen Durchbruch geschafft.

An diesen Anfangserfolg konnte Bobbie Gentry allerdings zunächst nicht anknüpfen. Okolona River Bottom Band (1967), Louisiana Man (1968), Mornin’ Glory (1968) und Let It Be Me (1969) mit Glen Campbell sowie Fancy (1969) waren kleinere Hits in den Vereinigten Staaten. Mit I’ll Never Fall in Love Again gelang 1969 außerdem der Sprung an die Spitze der UK-Charts. Raindrops Keep Fallin’ on My Head, eine Coverversion des Liedes von B. J. Thomas, platzierte sich 1970 in der britischen Hitparade. Weitere kleine Chartplatzierungen gab es in diesem Jahr für die Singles He Made a Woman Out of Me und Apartment 21. Anfang der 1970er Jahre hatte Gentry kurzzeitig eine eigene Fernsehshow. 1976 kam Ode to Billie Joe als Titelmusik des gleichnamigen Films noch einmal in die Charts. Nach Auftritten in Las Vegas in den 1970er-Jahren zog sie sich Anfang der 1980er-Jahre komplett aus dem Musikgeschäft zurück.

Gentry war dreimal verheiratet, mit ihrem letzten Ehemann Jim Stafford (verheiratet von 1978 bis 1979) hat sie einen Sohn. Nach ihrem Karriereende widmete sich Gentry anderen Geschäftstätigkeiten. Sie soll das Musikgeschäft verabscheut haben und lehnt bis heute alle Anfragen nach Interviews ab. Nach einem Bericht der Washington Post aus dem Jahr 2016 lebt sie in einer Gated Community nahe Memphis.[2]

DiskografieBearbeiten

AlbenBearbeiten

Jahr Titel Chartplatzierungen[3][4] Anmerkungen
Deutschland  DE Osterreich  AT Schweiz  CH Vereinigtes Konigreich  UK Vereinigte Staaten  US
1967 Ode to Billie Joe
300! 300! 300! 300! 1
(30 Wo.)
1968 The Delta Sweete
300! 300! 300! 300! 132
(12 Wo.)
Bobbie Gentry & Glen Campbell
300! 300! 300! 50
(1 Wo.)
11
(47 Wo.)
Charteintritt UK erst im Februar 1970
mit Glen Campbell
1969 Touch ’Em with Love
300! 300! 300! 21
(1 Wo.)
164
(4 Wo.)
1970 Fancy
300! 300! 300! 300! 96
(17 Wo.)

Weitere Alben

  • 1968: Local Gentry
  • 1971: Patchwork
  • 1971: Tobacco Road
  • 1973: Ode to Billy Joe – Sound Track (mit Michel Legrand)

KompilationenBearbeiten

Jahr Titel Chartplatzierungen[3] Anmerkungen
Deutschland  DE Osterreich  AT Schweiz  CH Vereinigtes Konigreich  UK Vereinigte Staaten  US
1970 Bobbie Gentry’s Greatest!
300! 300! 300! 300! 180
(2 Wo.)

Weitere Kompilationen

  • 1967: The Capitol Disc Jockey Album October 1967 (mit Murry Wilson, Eddie Heywood, Ann Dee, Al Martino, Dave Cavanaugh)
  • 1969: Bobbie Gentry’s Greatest
  • 1969: Round-Up (mit Glen Campbell, Tennessee Ernie Ford, Al Martino, The Lettermen)
  • 1970: Portrait
  • 1971: Your No.1 Fan
  • 1972: The Very Best of Bobbie Gentry
  • 1974: Bobbie Gentry’s Greatest Hits
  • 1983: All I Have to Do Is Dream (mit Glen Campbell)
  • 1989: Bobbie Gentry’s Greatest
  • 1990: Greatest Hits
  • 1991: Country Classics
  • 1993: The Best of Bobbie Gentry
  • 1995: The Hit Albums
  • 2000: Ode to Bobbie Gentry – The Capitol Years
  • 2002: An American Quilt 1967 – 1974
  • 2004: Chickasaw County Child: The Artistry Of
  • 2005: The Very Best Of
  • 2007: The Best of the Capitol Years (2 CDs)

SinglesBearbeiten

Jahr Titel
Album
Chartplatzierungen[3] Anmerkungen
Deutschland  DE Osterreich  AT Schweiz  CH Vereinigtes Konigreich  UK Vereinigte Staaten  US
1967 Ode to Billie Joe
Ode to Billie Joe
23
(4 Wo.)
300! 300! 13
(11 Wo.)
1
(20 Wo.)
Okolona River Bottom Band
The Delta Sweete
300! 300! 300! 300! 54
(4 Wo.)
1968 Louisiana Man
The Delta Sweete
300! 300! 300! 300! 100
(1 Wo.)
Mornin’ Glory
Bobbie Gentry & Glen Campbell
300! 300! 300! 300! 74
(6 Wo.)
1969 Let It Be Me
Bobbie Gentry & Glen Campbell
300! 300! 300! 300! 36
(9 Wo.)
mit Glen Campbell
I’ll Never Fall in Love Again
Touch ’Em with Love
27
(4 Wo.)
300! 300! 1
(19 Wo.)
300!
Fancy
Fancy
300! 300! 300! 300! 31
(14 Wo.)
All I Have to Do Is Dream
Bobbie Gentry’s Greatest Hits
300! 300! 300! 3
(14 Wo.)
27
(10 Wo.)
mit Glen Campbell, Autor: Boudleaux Bryant
Original: The Everly Brothers, 1958
1970 Raindrops Keep Fallin’ on My Head
Fancy
300! 300! 300! 40
(4 Wo.)
300!
Autoren: Hal David, Burt Bacharach
Original: B. J. Thomas, 1969
He Made a Woman Out of Me
Fancy
300! 300! 300! 300! 71
(5 Wo.)
Apartment 21
Apartment 21
300! 300! 300! 300! 81
(6 Wo.)
1976 Ode to Billy Joe – Main Title
Ode to Billy Joe – Sound Track
300! 300! 300! 300! 65
(4 Wo.)

Weitere Singles

  • 1967: I Saw an Angel Die
  • 1968: Sweet Peony
  • 1968: The Fool on the Hill
  • 1968: Less of Me (mit Glen Campbell)
  • 1969: Touch ’Em with Love
  • 1970: If You Gotta Make a Fool of Somebody
  • 1971: But I Can’t Get Back
  • 1971: Somebody Like Me
  • 1972: The Girl from Cincinnati
  • 1975: Another Place – Another Time
  • 1976: There’ll Be Time (Love Theme)
  • 1978: Steal Away

AuszeichnungenBearbeiten

Jahr Org. Award Titel
1967 ACM Top New Female Vocalist
1968 Grammy Best Vocal Performance, Female Ode to Billie Joe
1968 Grammy Best New Artist
1968 Grammy Best Contemporary Female Solo Performance Ode to Billie Joe
1968 ACM Album of the Year Glen Campbell & Bobbie Gentry

LiteraturBearbeiten

  • Irwin Stambler, Grelun Landon: Encyclopedia Of Folk, Country And Western Music. St. Martin’s Press, New York / London 1969, S. 104.

Fred Bronson: The Billboard Book of Number One Hits. 3. überarbeitete und erweiterte Aufl. New York City, New York: Billboard Publications, 1992, S. 229.

QuellenBearbeiten

WeblinksBearbeiten