Bischöfliches Gymnasium Paulinum

Kapelle in Schwaz (13457)

Das Bischöfliche Gymnasium Paulinum ist ein Gymnasium der Diözese Innsbruck in der Stadt Schwaz in Tirol. Die Schule hatte 2019 24 Klassen, davon 16 der Unterstufe, und acht der Oberstufe, mit 620 Schülern, davon waren 338 weiblich und 282 männlich, und beschäftigte 56 Lehrpersonen, davon waren 28 weiblich und 28 männlich.[1]

Bischöfliche Gymnasium Paulinum
Paulinum Schwaz 20180203.jpg
Das Paulinum von Norden
Schulform Gymnasium
Gründung 1926
Adresse

Paulinumweg 1

Ort Schwaz
Bundesland Tirol
Staat Österreich
Koordinaten 47° 20′ 4″ N, 11° 42′ 13″ OKoordinaten: 47° 20′ 4″ N, 11° 42′ 13″ O
Träger Diözese Innsbruck
Schüler 620 2019
Lehrkräfte 562019
Leitung Elmar Fiechter-Alber
Website www.paulinum.ac.at
Die Kapelle des Paulinums von Osten
Die Barbarasäule beim Paulinum
Ansitz Truefer beim Paulinum (2012)

VorgeschichteBearbeiten

Der Fürstbischof von Brixen Vinzenz Gasser gründete 1872 ein Knabenseminar in Brixen, welches nach seinem Tod mit Vinzentinum benannt wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg und der Zugehörigkeit von Südtirol zu Italien und nach der Machtergreifung der Faschisten unter Benito Mussolini wurde dem Vinzentinum 1923 die deutsche Sprache untersagt, 1924 das Öffentlichkeitsrecht entzogen, womit die Matura nicht mehr an Hochschulen anerkannt wurde. Den ausländischen Schülern, vornehmlich aus Nord- und Osttirol und Vorarlberg, wurde 1926 der Besuch des Vinzentinum verboten. Als direkte Folge der Einreisebeschränkungen verlor das Vinzentinum einen Großteil seiner Schüler. Daraufhin wurde in Schwaz in Nordtirol die Landesschützenkaserne und das Truefergut angekauft und dort das Bischöfliche Gymnasium Paulinum eingerichtet. Der Lehrkörper, Lehrmittel und Inventar wurden zwischen dem Vinzentinum und dem Paulinum aufgeteilt. Das Gymnasium wurde 1926 von Sigismund Waitz in Schwaz neu gegründet. Eine Schulpartnerschaft zwischen dem Vincentinum und dem Paulinum besteht weiterhin.[2]

GeschichteBearbeiten

Der Schulbetrieb begann im November 1926 nach einer baulichen Adaptierung der ehemaligen Kaserne. Da das Gebäude davor als Unterkunft für die Familien von Kriegsversehrten aus dem Ersten Weltkrieg diente, mussten diese Familien von der Stadt Schwaz umgesiedelt werden. Darauf folgten Proteste der Bevölkerung gegen die Diözese. Die Aufteilung der Schulmittel, sowie Professoren erzeugte jedoch gewisse Spannungen. Zu Beginn besuchten 202 Schüler das Seminar.

Der Name Paulinum, nach dem Apostel Paulus, wurde er Schule 1932 von Sigismund Waitz verliehen.

Nach dem Anschluss 1938 wurde die Schule der Kirche entzogen und durch den nationalsozialistischen Staatsapparat verwaltet. Es bleibe eine Schule für Jungen, die nach Michael Gaißmayr benannt wurde. Der Lehrkörper wurde entlassen und war teilweise schwerer Verfolgung durch die Nationalsozialisten ausgesetzt. Ebenso verließen viele Schüler die Einrichtung.

Neben einer engen Vernetzung mit Aktionen der Hitlerjugend wurde die Schule nach nationalsozialistischen Werten weitergeführt. Die ausbleibenden Schülerzahlen wurden mit der Aufnahme von Mädchen ab 1939 ausgeglichen. Mit fortlaufender Kriegsdauer wurde der Mangel an Lehrern und Materialien immer größer. Zudem wurden immer mehr Schüler in die Wehrmacht eingezogen. Im Winter 1944 endete der Schulbetrieb und das Gebäude wurde zum Lager für ausgebombte Familien, wie schon in der Zwischenkriegszeit, und zu einem Lazaret. Am 18. September 1945 eröffnete die Diözese die Schule erneut.

Das Internat bestand bis 1999.[2]

ArchitekturBearbeiten

Das Gymnasium hat eine Kapelle und einen Meditationsraum. Die Kapelle wurde 1929 nach den Plänen des Architekten Albert Bermoser erbaut. Sie ist eine von 3 Kirchen in Tirol, die in der Zwischenkriegszeit erbaut worden sind und ist der Neuen Sachlichkeit zuzuordnen. Die Glasgemälde schuf der Maler Carl Rieder 1931/1932 und 1949, insgesamt 14 Fenster, darstellend die fünf Geheimnisse des Freudenreichen Rosenkranzes, drei Szenen aus dem Leben Marias, Josef mit dem Jesuskind, Christus als König mit Engeln. Der um 1500 erbaute Flügelaltar zeigt mit Reliefs die Krönung Mariens, Verkündigung, die Geburt Christi, die Heimsuchung und die Anbetung der Könige.[2] Das Angebot an die Schüler, den Tag mit einer Laudes zu beginnen und danach gemeinsam zu frühstücken, wird abwechselnd für die Unterstufe und Oberstufe angeboten. Die Kapelle steht unter Denkmalschutz.

In den 1960er Jahren wurde ein dritter Stock aufgesetzt um den kleineren Klassengrößen in maximal 36 Schülern entsprechende Räumlichkeiten unterbringen zu können. Ebenso wurde ein neues Internatsgebäude sowie ein Hallenbad und eine Aula gebaut. Geplant wurden alle Erneuerungen von Hermann Hanak.[2]

Aufgrund des schlechten Gesamtzustandes der neuen Gebäude wurde das gesamte Schulzentrum 2004 renoviert. Die Finanzierung erfolgte in Zusammenarbeit mit der Stadt Schwaz, die auf ehemaligem Land der Schule eine regionales Sportzentrum errichten konnte. In einem Architektenwettbewerb mit 38 Teilnehmern setzte sich das Büro Koch + Partner aus München durch.[2]

PädagogikBearbeiten

In der Schule gibt es bei Schwierigkeiten Mediation und für engagierte Schüler wird dafür eine Ausbildung angeboten. Es gibt einen Chor.

LehrerBearbeiten

SchülerBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Tirol 1980. Schwaz, Kirchen und Kapellen, Kapelle beim Gymnasium Paulinum, S. 709.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistik. Abgerufen am 11. März 2020.
  2. a b c d e Bernhard Schretter: Das Bischöfliche Gymnasium Paulinum. Abgerufen am 11. März 2020.