Bernhard Schnell

deutscher Literaturwissenschaftler

Bernhard Schnell (* 1942) ist ein deutscher Literaturwissenschaftler und Medizinhistoriker.

LebenBearbeiten

Bernhard Schnell studierte Germanistik und Geschichte an der Universität München. 1974 bis 1990 war er an der Universität Würzburg wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschergruppe Prosa des deutschen Mittelalters und im Sonderforschungsbereich Wissensorganisierende und wissensvermittelnde Literatur im Mittelalter. 1980 wurde er zum Dr. phil. promoviert, 1990 habilitierte er sich in Geschichte der Medizin. Von 1990 bis 1994 war er Akademischer Oberrat am Institut für Geschichte der Medizin an der Universität Würzburg, wo er bis zu seinem Ruhestand als Privatdozent tätig war.[1] Von 1995 bis 2007 leitete er die Göttinger Arbeitsstelle des Mittelhochdeutschen Wörterbuches an der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen[2][3] und hielt Seminare an der Georg-August-Universität.

Für das Verfasserlexikon schrieb er von 1981 bis 1997 mehrere Artikel, u. a. zu Johann von Nürnberg und Thomas Peuntner sowie von 1985 bis 1992 Aufsätze für die Würzburger medizinhistorischen Mitteilungen. In Sudhoffs Archiv veröffentlichte er mehrere Monografien.[4][5]

ForschungsgebieteBearbeiten

  • Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters
    • Lateinisch-deutsche Sprach- und Literaturbeziehung (Lexikographie)
    • Text- und Überlieferungsgeschichte (Handschriften- und Editionskunde)
    • Sachliteratur des Mittelalters
  • Geschichte der Medizin
    • Geschichte der deutschen Medizinliteraten des Mittelalters
    • Text- und Überlieferungsgeschichte sowie Edition mittelalterlicher Texte
    • Plastische Chirurgie

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

  • mit Volker Honemann, Kurt Ruh und Werner Wegstein: Poesie und Gebrauchsliteratur im deutschen Mittelalter. Würzburger Colloquium 1978, Tübingen 1979. ISBN 3-484-10371-X.
  • Thomas Peuntner: Büchlein von der Liebhabung Gottes. Edition und Untersuchung (Münchener Texte und Untersuchungen zur deutschen Literatur des Mittelalters, Band 81), Artemis-Verlag, München und Zürich 1984. ISBN 3-7608-3381-0.
  • mit Klaus Grubmüller, Hans-Jürgen Stahl, Erltraud Auer und Reinhard Pawis: „Vocabularius Ex quo“. Überlieferungsgeschichtliche Ausgabe in fünf Bänden (= Texte und Textgeschichte. Band 22–26):
  • mit Konrad Kunze und Johannes Gottfried Mayer: Überlieferungsgeschichtliche Editionen und Studien zur deutschen Literatur des Mittelalters. Festschrift für Kurt Ruh. Texte und Textgeschichte, Bd. 31, Tübingen 1989.
  • „Von den wurzen“. Text- und überlieferungsgeschichtliche Studien zur pharmakographischen deutschen Literatur des Mittelalters. Medizinische Habilitationsschrift Würzburg 1989.
  • als Hrsg. mit Erltraut Auer: Der ‘Wundenmann’. Ein traumatologisches Schema in der Tradition der ‘Wundarznei’ des Ortolf von Baierland. In: Gundolf Keil, Johannes G. Mayer, Christian Naser (Hrsg.): „ein teutsch puech machen“. Untersuchungen zur landessprachlichen Vermittlung medizinischen Wissens (= Ortolf-Studien, 1), Reichert, Wiesbaden 1993 (= Wissensliteratur im Mittelalter. Schriften des Sonderforschungsbereichs 226 Würzburg/Eichstätt. Band 11), ISBN 3-88226-539-6, S. 349–401.
  • Übersetzungen in der Fachliteratur. In: Joachim Heinzle (Hrsg.): Übersetzen im Mittelalter. Cambridger Kolloquium 1994. Berlin (= Veröffentlichung der Wolfram-von-Eschenbach-Gesellschaft.), S. 185–207.
  • Zur deutschsprachigen Rezeption der naturkundlichen Schriften des Thomas von Cantimpré und Albertus Magnus: Zum Steinbuch der Salzburger Handschrift M III 3. In: Licht der Natur. Medizin in Fachliteratur und Dichtung. Festschrift für Gundolf Keil zum 60. Geburtstag. (= Göppinger Arbeiten zur Germanistik. Nr. 585). Kümmerle, Göppingen 1994, ISBN 3-87452-829-4, S. 421–442.
  • mit Christoph Gerhardt: In verbis in herbis et in lapidibus est deus: Zum Naturverständnis in den deutschsprachigen illustrierten Kräuterbüchern des Mittelalters. Paulinus, Trier 2002. ISBN 3-7902-0171-5.
  • mit William Charles Crossgrove: Der deutsche „Macer“: Vulgatfassung. Mit einem Abdruck des lateinischen Macer floridus ‘De viribus herbarum’ kritisch herausgegeben. Niemeyer, Tübingen 2003 (= Texte und Textgeschichte. Würzburger Forschunge. Band 50). ISBN 3-484-36050-X (mit Nachdruck der Seiten 28 bis 123 von Choulants Ausgabe von 1832 ohne den kritischen Apparat).
  • Albich von Prag, Arzt und Erzbischof im Zeitalter der Hussiten. In: Václav Bok, Hans-Joachim Behr (Hrsg.): Deutsche Literatur des Mittelalters in und über Böhmen, II. (= Verhandlungen der Tagung in Budweis/Ceské Budějovice 2002). Hamburg 2004, S. 237–264.
  • mit Gerold Hayer: Johannes Hartlieb: »Kräuterbuch«. Wissensliteratur Im Mittelalter. Reichert, Wiesbaden 2010. ISBN 3-895-00760-9.
  • Arzneibücher – Kräuterbücher – Wörterbücher. Kleine Schriften zur Text- und Überlieferungsgeschichte mittelalterlicher Gebrauchsliteratur. Hrsg. von Dorothea Klein. Königshausen & Neumann, Würzburg 2019, ISBN 978-3-8260-6980-2.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Mitarbeiter im Institut für Geschichte der Medizin der Universität Würzburg
  2. Akademie der Wissenschaften zu Göttingen: Jahrbuch der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 2008. Walter de Gruyter, Berlin 2009. ISBN 978-3-11-022160-2. S. 357
  3. Kollegium der Arbeitsstelle Göttingen
  4. Veröffentlichungen Germanistik
  5. Veröffentlichungen Geschichte der Medizin