Baron von Tollbooth and The Chrome Nun

Album von Paul Kantner
Baron von Tollbooth and The Chrome Nun
Studioalbum von Paul Kantner, Grace Slick, David Freiberg

Veröffent-
lichung(en)

1973

Aufnahme

1973

Label(s) Grunt

Format(e)

LP

Genre(s)

Psychedelic Rock

Titel (Anzahl)

10

Laufzeit

40:22

Besetzung
  • Craig Chaquico: E-Gitarre

Produktion

Paul Kantner, Grace Slick, David Freiberg

Studio(s)

Wally Heider Studios, San Francisco

Chronologie
Sunfighter
1971
Baron von Tollbooth and The Chrome Nun

Baron von Tollbooth and The Chrome Nun ist ein Psychedelic-Rock-Album der Musiker Paul Kantner, Grace Slick und David Freiberg, die alle Mitglieder von Jefferson Airplane waren. Es erschien im Mai 1973 auf Grunt Records.

EntstehungBearbeiten

Die letzten Jahre von Jefferson Airplane nach dem Ausstieg des Sängers Marty Balin 1971 verliefen chaotisch: Mehrere Schlagzeuger wechselten sich ab, Jack Casady und Jorma Kaukonen interessierten sich zunehmend für ihr Blues-Rock-Projekt Hot Tuna, und Paul Kantner erklärte, die Band existiere eigentlich nur noch, weil sie durch ihren Plattenvertrag juristisch dazu gezwungen sei.[1] In dieser Zeit veröffentlichte Kantner drei LPs, an denen neben Grace Slick, mit der er seit 1971 eine Tochter hatte, prominente Musiker aus der San Francisco Bay Area mitwirkten: Blows Against the Empire (1970), Sunfighter (1971) und Baron von Tollbooth and The Chrome Nun (1973). Auf der letztgenannten Platte spielten und sangen neben allen verbliebenen Mitgliedern von Jefferson Airplane auch David Freiberg, der zuvor bei Quicksilver Messenger Service gespielt hatte, dazu Jerry Garcia und Mickey Hart von den Grateful Dead, David Crosby von Crosby, Stills and Nash, Chris Ethridge von den Flying Burrito Brothers und The Pointer Sisters. Leadgitarrist Craig Chaquico war noch nicht bekannt, sollte aber im Jahr festes Mitglied des Nachfolgeprojekts Jefferson Starship werden.

Obwohl Kantner auf dem Cover als erster genannt wird, dominiert Slick die Platte musikalisch: Von den zehn Liedern stammten drei von ihr alleine, drei weitere schrieb sie mit Kantner oder Freiberg gemeinsam.[2] Kantner steuerte zwei eigene Stücke bei, Freiberg eines (mit Lyrics des Grateful-Dead-Texters Robert Hunter), ein weiteres stammte vom Freund der Band Jack Traylor.

„Baron von Tollbooth“ („Freiherr von Zollhäuschen“) und „The Chrome Nun“ („Die Chrom-Nonne“) waren Spitznamen, die sich David Crosby für Kantner und Slick ausgedacht hatte: Er in gewissem Sinn typisch deutsch, sehr geradeaus und stets gut organisiert, sie glänzend-modern, aber mit einem ausgeprägten Sinn für Selbstschutz versehen.[3]

TitellisteBearbeiten

Seite 1Bearbeiten

  1. Ballad Of The Chrome Nun (Freiberg, Slick) – 3:59[4]
  2. Fat (Slick) – 3:13
  3. Flowers of the Night (Traylor) – 4:13
  4. Walkin’ (Kantner, Slick) – 2:31
  5. Your Mind Has Left Your Body (Kantner) – 5:45

Seite 2Bearbeiten

  1. Across the Board (Slick) – 4:34
  2. Harp Tree Lament (Freiberg, Hunter) – 3:34
  3. White Boy (Kantner) – 4:13
  4. Fishman (Slick) – 2:40
  5. Sketches of China (Kantner, Slick) – 5:13

RezeptionBearbeiten

Baron von Tollbooth and The Chrome Nun wurde von der Kritik teilweise verrissen. Ingeborg Schober reihte Baron von Tollbooth and The Chrome Nun unter die „Mammutwerke“ zu Science-Fiction-Themen, die Kantner mit der gesamten Westcoastprominenz in Serie zelebriere.[5] Der Rezensent des Rolling Stone höhnte, Slick sei eigentlich intelligent genug, Kantners aufgeblasene Rhetorik als solche zu erkennen, doch passe sie sich ihr bedauerlicherweise an: Das sei „der Preis der Partnerschaft“. Die Intensität, mit der beide ihre Gefühle und Überzeugungen zur Schau stellten, mache diese umso mehr „donnernd irrelevant“.[6] Der Rezensent von Allmusic fand das Songwriting „zweitklassig“, die LP erreichte nicht die Top 100 der amerikanischen Musikcharts. Jürgen Legath in der deutschen Sounds zeigte sich dagegen begeistert: Die Platte sei ein echter Trost für alle, die Mitte der 1960er Jahre nicht in San Francisco dabei gewesen seien: Baron von Tollbooth and The Chrome Nun sei „eine Art Basis-Westcoast-Pop-Rock-Sound-Scheibe“.[7]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ingeborg Schober: Jefferson Airplane. In: Rock Giants. Die besten Special Stories aus dem MUSIK EXPRESS. Taurus Press, Hamburg 1978, S. 210 ff.; Jürgen Legath: Baron von Tollbooth & The Chrome Nun. In: Sounds. Platten 66–77. Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1979, S. 596.
  2. William Ruhlmann: Review auf allmusic.com, abgerufen am 25. August 2018.
  3. Jeff Tamarkin: Got a Revolution! The Turbulent Flight of Jefferson Airplane. Atria Books, New York 2003, S. 262.
  4. Die LP enthält keine Angaben über die Länge der Lieder. Die Angaben folgen hier discogs.com, abgerufen am 25. August 2018.
  5. Ingeborg Schober: Jefferson Airplane. In: Rock Giants. Die besten Special Stories aus dem MUSIK EXPRESS. Taurus Press, Hamburg 1978, S. 212.
  6. “The intensity with which Kantner and Slick put forward their feelings and beliefs makes them that much more thunderingly irrelevant.” Ben Gerson: Kritik im Rolling Stone, 30. August 1973, abgerufen am 23. August 2018.
  7. Jürgen Legath: Baron von Tollbooth and the Chrome Nun. In: Sounds. Platten 66–77. Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1979, S. 596.

WeblinksBearbeiten