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Barbakane

dem Tor einer Burg oder Stadtmauer vorgelagertes Verteidigungswerk

Die Barbakane (auch der Barbakan) ist ein dem Tor einer spätmittelalterlichen bzw. renaissancezeitlichen Burg oder Stadtmauer vorgelagertes Verteidigungswerk in Form einer runden Bastei. Die in klassischer Baumanier runde Bauform diente als Kanonenbastion ohne Vorzugsrichtung für das Richten der dort frei aufgestellten Kanonen. Die Barbakanen entstammen dem Versuch, in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts auf die Feuerwaffen zu reagieren, indem man den Toren gut zu verteidigende zusätzliche Wehr- und Schutzbauten vorschaltete. Später wurden Raveline in ähnlicher Funktion eingesetzt.

Inhaltsverzeichnis

AbgrenzungBearbeiten

Im Gegensatz zum Torzwinger stand die Barbakane mit der Ringmauer nicht oder nur teilweise in Verbindung und wurde nicht selten jenseits des Grabens errichtet.

Beispiele in MitteleuropaBearbeiten

Die größte erhaltene Barbakane Europas ist der Barbakan vor dem Florianstor in Krakau, Polen. Weitere Barbakanen befinden sich in Görlitz (der Kaisertrutz am Kulturhistorischen Museum Görlitz), in Naumburg an der Saale am Marientor, in Jena am Pulverturm, in Rothenburg ob der Tauber, in Aachen am Ponttor, in Nürnberg (Rekonstruktion), in Warschau (Rekonstruktion), an der Marienburg, im Bereich der Stadtburg Banská Bystrica, in Moskau, in York (Walmgate Bar), in der Altstadt von Carcassonne und am Fort de Salses in den französischen Pyrenäen. Eine – wenn auch kleine – Barbakane steht als Torschutz vor der Burg Friedland im gleichnamigen Ort in Böhmen.

Iberische HalbinselBearbeiten

Im spanischen Sprachraum gibt es als Besonderheit die Torre Albarrana (arabisch barrani = „außen“; engl: „Albarrana tower“) bezeichnet. Die spezifische Bauweise besteht darin, dass die Torres albarranes meistens rechteckig oder polygonal ausgeführt sind.[1]

Die Türme wurden von den Mauren errichtet, als diese zwischen dem 8. und 14. Jahrhundert die Iberische Halbinsel erobert hatten. Besonders im 12. Jahrhundert zur Zeit der Almohaden entstanden in Südspanien diese Befestigungswerke.[1]

Die Türme wurden mehrere Meter vor der Verteidigungsmauer (Kurtine) errichtet und waren nur über eine Brücke von der Mauer aus zu erreichen. Oft war die Brücke durch eine abnehmbare Holzkonstruktion mit der Mauer verbunden. Die ältesten Albarranas waren pentagonal oder oktogonal (beispielsweise in Badajoz, Tarifa, Sevilla). Im Laufe der Zeit setzte sich ein eher rechtwinkliger Grundriss durch.[1]

Die bekanntesten Exemplare:

Möglicherweise das einzige Beispiel für eine Albarrana in England befindet sich in Pontefract Castle. Die Burg ist nur noch eine Ruine, aber die Albarrana „Swillington Tower“ kann in den Überresten der Burg auf der Nordseite deutlich erkannt werden.[1]

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e Peter Burton: Torre Albarrana. Castles of Spain, 2014, zuletzt besucht: 11. Januar 2018.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Barbakane – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Commons: Albarrana towers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wiktionary: fr:barbacane – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen