Bahnstrecke Wanne-Eickel–Wanne-Unser Fritz

Wanne-Eickel–Wanne-Unser Fritz
Streckennummer (DB):2203, 2204
Kursbuchstrecke (DB):426
Streckenlänge:1,564 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Stromsystem:15 kV 16,7 Hz ~
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von Herne (CM-Stammstrecke bzw. CM-Emschertalbahn)
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Verbindungsstrecke von Herne-Rottbruch
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Strecke von Recklinghausen
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-0,3 0,0 Wanne-Eickel Hbf
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0,0 1,5 Wanne-Eickel Wst (Bft, ehem. Abzweigstelle)
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nach Gelsenkirchen (Güterzugstrecke)
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ehem. Salzstrecke nach BO-Riemke
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nach Gelsenkirchen
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nach Oberhausen (über Gelsenkirchen-Schalke)
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Bü Gelsenkirchener Straße (Schrankenposten)
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1,502,8 Wilhelm (Abzw.)
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ehem. Anschl. Zeche Pluto Schacht Wilhelm
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A 42
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ehem. Anschl. Zeche Unser Fritz Schacht I u. IV
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von Herne
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3,204,7 Wanne-Unser Fritz (Bft, ehem. Abzweigstelle)
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Wanne-Unser Fritz
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Gelsenkirchen Zoo (Bft)
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Gelsenkirchen-Bismarck
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ehem. nach Gelsenkirchen-Schalke
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nach Dorsten und Essen bzw. Oberhausen

Quellen: [1][2][3]

Die Bahnstrecke Wanne-Eickel–Wanne-Unser Fritz ist eine eingleisige, elektrifizierte Eisenbahnstrecke, die die Bahnhöfe Wanne-Eickel und Gelsenkirchen-Bismarck miteinander verbindet. Sie wurde im 19. Jahrhundert als Verbindungsstrecke zwischen der Köln-Mindener Emschertalbahn und der Märkischen Emschertalbahn errichtet.

GeschichteBearbeiten

 
Blick auf den Abzweig Wanne-Unser Fritz

Der Ursprung der Eisenbahnstrecke von Wanne-Eickel nach Wanne-Unser Fritz liegt im Anschluss der Zeche Unser Fritz (Schacht I u. IV) ab 1871[4] und der Zeche Pluto (Schacht Wilhelm) ab 1873.[5] Mittels einer Zechenbahn wurden beide Bergwerke an den Bahnhof Wanne angeschlossen.[6]

Nach der Verstaatlichung der drei großen Eisenbahngesellschaften Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft (CME), Bergisch-Märkischer Eisenbahn-Gesellschaft (BME) und Rheinischer Eisenbahn-Gesellschaft RhE, die 1882 ihren Abschluss fand, fehlte es vor allem an Verbindungsstrecken zwischen den zuvor privat gebauten Ost-West-Magistralen.[7] Zur Verbindung von Stammstrecke und Emschertalbahn der CME mit der Märkischen Emschertalbahn der BME wurde die bestehende Bahnstrecke zur Zeche Unser Fritz dort in die BME-Strecke eingeführt. Der Abzweigbahnhof erhielt ebenfalls den Namen „Unser Fritz“. Auf der Strecke konnte am 15. Oktober 1884 der durchgehende Güterverkehr aufgenommen werden.[8]

Nach der Hochstufung zur Hauptbahn am 17. März 1889 befuhren am 1. Juni 1890 erstmals Personenzüge die Verbindungsstrecke.[2] Als Ergänzung ging am 1. Februar 1912 die Güterzugstrecke als Verbindung vom Güterbahnhof Wanne-Eickel bis zum Abzweig Wilhelm in Betrieb.[3] Damit war die Strecke vom Abzweig Wilhelm bis Unser Fritz zweigleisig ausgebaut,[9] wobei das alte östliche Gleis fast ausschließlich dem Personenverkehr diente.[8]

Die Personenzüge auf der Strecke von Wanne-Eickel nach Wanne-Unser Fritz hatten unterschiedliche Fahrtziele. Vor dem Zweiten Weltkrieg fuhren die Züge ab Gelsenkirchen-Bismarck weiter in Richtung Dorsten – Borken – Burlo (– Winterswijk) oder Gelsenkirchen-Schalke Nord – Katernberg Nord – Essen.[10][11] Nach dem Zweiten Weltkrieg kommen Züge der Relation Dortmund – Castrop – Wanne-Eickel – Gelsenkirchen-Bismarck – Gelsenkirchen-Schalke – Bottrop-Süd – Oberhausen hinzu, dafür enden die meisten Züge aus Essen bereits in Gelsenkirchen-Bismarck.[12]

Der elektrische Betrieb wurde am 21. Juni 1972 aufgenommen.[2] Der Haltepunkt Wanne-Unser Fritz wurde zuletzt von einzelnen Zügen der Relation Wanne-Eickel – Dorsten – Borken auf der Kursbuchstrecke 315 bedient, der einzig verbliebenen Personenzugverbindung auf der Strecke zwischen Wanne-Eickel und Gelsenkirchen Zoo.[13] Seit dem Sommerfahrplan 1983 halten in Wanne-Unser Fritz keine Personenzüge mehr.[14]

Am 29. Mai 1988 wurde der Zugverkehr auf der Personenzugstrecke eingestellt. Gründe hierfür waren die baufällige Brücke über die Thiesstraße in Bickern und massive Bergschäden, die zu einer Absenkung der Personenzugstrecke gegenüber der Güterstrecke um bis zu 3 Meter geführt hatten. Schließlich konnte auch der Schrankenposten an der Gelsenkirchener Straße aufgegeben werden. Die offizielle Stilllegung erfolgte allerdings erst am 23. September 1989.[8] 1991 wurde die Personenzugstrecke abgebaut.[2]

Seit der Stilllegung der Personenzugstrecke wird der Personenverkehr über die etwas längere Güterstrecke abgewickelt, was zu einer geringen Fahrtzeitverlängerung führte. Außerdem fahren die Personenzüge in Wanne-Eickel seitdem nicht mehr von Gleis 1 oder 2, sondern vom südöstlichsten Gleis 8 ab, um die Güterstrecke zu erreichen.[8]

Derzeit verkehrt auf der Strecke im Personenverkehr die Regionalbahnlinie RB 43 „Emschertal-Bahn“ Dortmund – Wanne-Eickel – Gelsenkirchen Zoo – Dorsten, ohne Halt zwischen Wanne-Eickel und Gelsenkirchen Zoo.

StreckenzustandBearbeiten

Die Güterzugstrecke ist als elektrifizierte Hauptbahn in Betrieb. Auf der Personenzugstrecke sind die Gleise demontiert; die Brücken über die Berliner Straße, die Wakefieldstraße, die Straße Am Mühlenbach, die Wilhelmstraße und die A 42 sind noch erhalten.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Eisenbahnatlas Deutschland. 11. Auflage. Schweers + Wall, Köln 2020, ISBN 978-3-89494-149-9.
  2. a b c d Beschreibung der Strecke 2203: Wanne-Eickel – Unser Fritz
  3. a b Beschreibung der Strecke 2204: Wanne-Eickel – Unser Fritz
  4. Zeche Unser Fritz. In: herne.de. Stadt Herne, abgerufen am 12. Januar 2022.
  5. Zeche Pluto. In: herne.de. Stadt Herne, abgerufen am 12. Januar 2022.
  6. Stadtgebiet Wanne und Herne um 1865. (PDF; 6,9 MB) In: Herne Cloud. Stadt Herne, abgerufen am 12. Januar 2022 (Die Angabe „um 1865“ erscheint zu früh datiert, da die Zeche Vereinigte Gregor erst 1871 in Unser Fritz umbenannt wurde und die Abteufarbeiten für Pluto Schacht II erst 1873 begannen. Beide Schächte sind allerdings bereits so in der Karte eingezeichnet.).
  7. Mitja Bremer: Eisenbahnknoten Ruhrgebiet: Geschichte – Strecken – Züge. GeraMond, München 2013, ISBN 978-3-86245-166-1, S. 41.
  8. a b c d Wolfgang Fiegenbaum, Wolfgang Klee: Abschied von der Schiene: Stillgelegte Bahnstrecken im Personenzugverkehr Deutschlands 1980–1990. 1. Auflage. Transpress, Stuttgart 1997, ISBN 3-613-71073-0, S. 339–341.
  9. Mitja Bremer: Eisenbahnknoten Ruhrgebiet: Geschichte – Strecken – Züge. GeraMond, München 2013, ISBN 978-3-86245-166-1, S. 38 (Nachdruck der Karte der Bundesbahndirektion Essen 1959).
  10. Kursbureau der Reichs-Postamts (Hrsg.): Reichs-Kursbuch 1914. Zweite Abteilung, S. 160.
  11. Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft (Hrsg.): Amtliches Kursbuch für das Reich Sommer 1935. Teil 2, S. 318–319.
  12. Deutsche Bundesbahn (Hrsg.): Amtliches Kursbuch Sommer 1953. Teil 3, S. 79, 81, 90.
  13. Deutsche Bundesbahn (Hrsg.): Amtliches Kursbuch Winter 1982/83. S. D 33.
  14. Deutsche Bundesbahn (Hrsg.): Amtliches Kursbuch Sommer 1983. S. D 33.