Hauptmenü öffnen

Bahnhof Eschweiler-Aue

Bahnhof in Nordrhein-Westfalen

Der Bahnhof Eschweiler-Aue ist ein Bahnhof im südlichen Stadtteil Aue von Eschweiler in der Städteregion Aachen. Er liegt an der Phönixstraße gegenüber der Einmündung der Auestraße.

Eschweiler-Aue
Ew-Bahnhof Aue1.jpg
Empfangsgebäude und Güterschuppen
Daten
Betriebsstellenart Güterbahnhof
Lage im Netz Zwischenbahnhof
Bauform Durchgangsbahnhof
Abkürzung KEA
Eröffnung 1873
Lage
Stadt/Gemeinde Eschweiler
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 48′ 24″ N, 6° 14′ 26″ OKoordinaten: 50° 48′ 24″ N, 6° 14′ 26″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen

Bahnhof Eschweiler-Aue mit Strecken 1910

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Am 1. Oktober 1873 wurde der Bahnhof als Endbahnhof der neuen Bahnstrecke Mönchengladbach–Stolberg (lokal auch als Talbahnlinie bezeichnet) von Odenkirchen über Hochneukirch und Jülich nach Eschweiler-Aue mit einer Gesamtlänge von 48,77 km durch die Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft (BME) eröffnet. Der Bahnhof verfügte über umfangreiche Gleisanlagen mit Gleisanschlüssen zur Bedienung der örtlichen Industriebetriebe (Walz- und Röhrenwerke des Eschweiler Bergwerks-Vereins, Concordiahütte und verschiedene Bergwerke des Indereviers). Der Bahnhof war sowohl für den umfangreichen Güterverkehr als auch für den ebenfalls umfangreichen Arbeiterverkehr der Fabriken und Gruben erforderlich.

Da an dem Bahnhof hauptsächlich die Anschlüsse der Industriebetriebe zusammenliefen, fand im Bahnhof selbst die Verladung von Gütern nicht in großem Umfang statt, sodass der kleine, noch heute vorhandene Güterschuppen ausreichend war.[1]

1875 wurde durch die Aachener Industriebahn (AI) die Strecke vom heutigen Stolberger Hbf nach Aue eröffnet, damit bekam die Strecke der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft einen Anschluss an die Hauptstrecke Köln-Aachen. Der an der Nordseite des Empfangsgebäudes liegende Güterschuppen wurde 1880 angebaut. 1882 wurde die BME von der Preußischen Staatsbahn übernommen, 1884 auch der kurze Abschnitt der Aachener Industriebahn zwischen Aue und Stolberg.

Bedingt durch den Verlauf der Frontlinie des Zweiten Weltkriegs wurde der Bahnverkehr am Bahnhof Eschweiler-Aue im Herbst 1944 eingestellt. Die Wiederaufnahme des Betriebs erfolgte am 4. März 1945.[2]

Am 30. Mai 1981 wurde der Bahnhof zusammen mit dem Haltepunkt Eschweiler-Röhe für den Personenverkehr geschlossen, die Züge fuhren seither ohne Halt durch Aue. 1983 wurde der Personenverkehr auf der Talbahn komplett eingestellt, für den Güterverkehr wurden die Strecke und der Bahnhof Aue weiterhin genutzt. Als Güterkunde ist das ESW-Röhrenwerk verblieben, bis zu dessen Schließung im März 2016 außerdem ein Wertstoffhof.[3] Die Bahnhofsgebäude werden heute anderweitig verwendet; der Südflügel des Bahnhofs wurde in den 1980er Jahren nach einem Brand abgerissen.[4] Er ist der letzte Bahnhof auf Eschweiler Stadtgebiet, der von der DB Cargo Deutschland angefahren wird.[5]

Aktuelle SituationBearbeiten

Seit Januar 2019 werden aus Italien und Kroatien kommende Vorprodukte für das ESW-Röhrenwerk im Bahnhof Eschweiler-Aue umgeladen, die bislang im Güterbahnhofsbereich des Stolberger Hauptbahnhofs an der Haldenstraße (Atsch) umgeschlagen und per Lkw ins Röhrenwerk geliefert wurden. Die EVS Euregio Verkehrsschienennetz ließ zu diesem Zweck eine großflächige Verladezone im Bahnhof schaffen.[6]

Aktuell hat der Bahnhof der Aue 6 Gleise:[7]

  • Gleis 1, durchgehendes Hauptgleis
  • Gleis 2, Überholgleis, Nutzlänge 300 m
  • Gleis 3, Abstellgleis, Nutzlänge 200 m
  • Gleis 4, Abstellgleis, Nutzlänge 250 m
  • Gleis 5, Abstellgleis, Nutzlänge 177 m
  • Gleis 6, Abstellgleis, Nutzlänge 170 m

Geplante Reaktivierung im PersonenverkehrBearbeiten

Ursprünglich sollte der Bahnhof Aue im Zuge der Reaktivierung der Talbahn für den Personenverkehr durch die Euregiobahn als Haltepunkt Eschweiler-Aue bereits im September 2004 reaktiviert werden, dies wurde jedoch aufgrund fehlender Mittel trotz Bürgerprotesten verschoben. Aktuelle Planungen sehen vor, dass der Haltepunkt mit der Elektrifizierung der Talbahn frühestens 2024 gebaut wird.[8][9]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Bahnhof Eschweiler-Aue – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Lutz-Henning Meyer: 150 Jahre Eisenbahnen im Rheinland. Verlag J. P. Bachem, Köln 1989, ISBN 3-7616-0961-2, S. 539.
  2. Marie-Luise Herrmann, Adam Elsen: Eschweiler nach der Besetzung durch amerikanische Truppen. In: Eschweiler Geschichtsverein (Hrsg.): Schriftenreihe des Eschweiler Geschichtsvereins. Band 15, 1994, ISSN 0724-7745, DNB 943290368, S. 11.
  3. Stefan von der Ruhren: Kursbuchstrecke 482.2 Stolberg - Weisweiler - Langerwehe (ex KBS 448). In: Eisenbahnen in Aachen und der Euregio Maas-Rhein. 4. Dezember 2011, abgerufen am 6. November 2013.
  4. Reinhard Gessen: Eschweiler-Aue. In: Bergbau und Eisenbahnen in der Region Aachen-Düren-Heinsberg. Abgerufen am 6. November 2013.
  5. Lage und Verkehrsanbindung. In: eschweiler.de. Stadt Eschweiler, abgerufen am 6. November 2013.
  6. Jürgen Lange: Im März geht’s am Rüstbach-Viadukt los. In: Aachener Nachrichten. 17. Dezember 2018, abgerufen am 29. Dezember 2018.
  7. Beschreibung der vorhandenen Infrastrukturanlagen der EVS EUREGIO Verkehrsschienennetz GmbH für das Fahrplanjahr 2019. (PDF; 525 kB) EVS Euregio Verkehrsschienennetz, 2. August 2017, S. 23, abgerufen am 29. Dezember 2018.
  8. Die Euregiobahn als ein erfolgreiches Beispiel in Europa. In: Aachener Nachrichten. 11. Juni 2018, abgerufen am 6. August 2018.
  9. RB 20 — Anpassung der Eckpunkte für das Vergabefahren. (PDF) Zweckverband Nahverkehr - SPNV & Infrastruktur - Rheinland, 29. Juni 2018, abgerufen am 10. Juli 2018.