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B'Tselem (hebr. בְּצֶלֶם, „Ebenbild“, vgl. Genesis 1,27) ist eine israelische Nichtregierungsorganisation in Jerusalem und wurde 1989 von prominenten Akademikern, Anwälten, Journalisten und Abgeordneten der Knesset gegründet. Sie hat ca. 40 Angestellte.

B'Tselem sieht seine Aufgabe darin, Menschenrechtsverletzungen in den besetzten Gebieten nachzuweisen, die israelische Öffentlichkeit und Gesetzgeber darüber zu informieren und zu einer humaneren Gesellschaft beizutragen. Dabei will die Organisation eigenen Angaben zufolge keinen Unterschied machen, ob diese von israelischer oder palästinensischer Seite begangen werden. Ihr primäres Ziel als israelische Menschenrechtsorganisation ist es jedoch, die israelische Politik in den besetzten Gebieten zu ändern und sicherzustellen, dass Israel die Menschenrechte der dortigen Bevölkerung schützt und seinen Verpflichtungen gegenüber dem internationalen Recht nachkommt. Die Direktorin von B'Tselem ist Jessica Montell.[1]

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Der Verein wurde am 3. Februar 1989 gegründet. Der Name bezieht sich auf die biblischen Worte „b'tselem elohim“ (deutsch: nach dem Ebenbild Gottes), denen zufolge Gott die Menschen nach seinem Ebenbild erschuf (Gen 1,27 EU). Die Organisation sieht darin einen Gleichklang mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, die besagt, dass alle Menschen gleich geschaffen sind und daher auch Anspruch auf gleiche Behandlung hätten[2].

Zu den Gründern gehörten die Akademikerin Daphna Golan-Agnon, die auch die Gruppe Bat Shalom gründete, David Zucker (Knessetmitglied der ehemaligen Partei Ratz), einer der Gründer der Friedens-Gruppe Schalom Achschaw und Chaim Oron (Knessetmitglied der Partei Mapam).

Aufgrund eines am 25. April 2017 durchgeführten Treffens des deutschen Außenministers Sigmar Gabriel mit Vertretern von B’Tselem und Schovrim Schtika sagte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu einen für denselben Tag vorgesehenen Gesprächstermin mit Gabriel kurzfristig ab.[3]

FinanzierungBearbeiten

B'Tselem ist unabhängig und wird von verschiedenen Organisationen in Europa, Israel und den USA unterstützt. Zu den Förderern gehören die Europäische Kommission, das Foreign and Commonwealth Office, das norwegische Außenministerium, die Open Society Foundations, der EED sowie die Ford Foundation.[4]

KritikBearbeiten

B'Tselem ist (vor allem in Israel) durchaus umstritten. So bezeichnete z. B. der israelische Verteidigungsminister Avigdor Lieberman B'Tselem als terror-unterstützende Gruppierung, rechtsgerichtete politische Strömungen bezeichnen B'Tselem als „Feinde Israels“[5][6] Auch gab es den schwerwiegenden Vorwurf über einen (ehemaligen) Mitarbeiter, welcher den Holocaust geleugnet haben soll, allerdings erhärtete sich dieser Vorwurf juristisch nicht.[7]

AuszeichnungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: B’Tselem – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. B'Tselem – das israelische Gewissen. Die bekannteste Menschenrechtsorganisation des Landes besteht seit gut 20 Jahren, Neues Deutschland. 15. April 2010. Abgerufen am 4. September 2010. 
  2. B'Tselem Brochure. B'Tselem. Archiviert vom Original am 5. August 2012.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.btselem.org Abgerufen am 16. April 2013.
  3. Netanyahu lässt Treffen mit Gabriel platzen. Spiegel Online, 25. April 2017, abgerufen am selben Tage.
  4. List of donors to B'Tselem , B'Tselem. Abgerufen am 26. März 2011.
  5. Gil Yaron, Tel Aviv: Absage an Gabriel: Warum es jetzt zum deutsch-israelischen Eklat kam. In: welt.de. 25. April 2017, abgerufen am 7. Oktober 2018.
  6. http://www.israelheute.com/Nachrichten/Artikel/tabid/179/nid/31787/Default.aspx
  7. http://www.deutschlandfunk.de/antisemitismusvorwurf-umstrittenes-deutsches-ngo-engagement.886.de.html?dram:article_id=317342