Axel Petermann

deutscher Kriminalist, Fallanalytiker und Autor

Axel Petermann (* 6. Oktober 1952 in Bremen) ist ein deutscher Kriminalist, Profiler und Autor.

LebenBearbeiten

Axel Petermann ging ursprünglich nur auf Zeit, als Ersatz für den Wehrdienst, zur Polizei. Dann jedoch weckte ein Kriminalistik-Dozent sein Interesse an Verbrechensaufklärung, sodass er eine Laufbahn bei der Kriminalpolizei anstrebte.[1] Die Ausbildung absolvierte er in Bremen und war anschließend von 1975 bis 2014 Beamter der Kriminalpolizei, unter anderem als langjähriger Leiter der 1. Mordkommission und stellvertretender Leiter des Kommissariats für Gewaltverbrechen. In dieser Zeit bearbeitete er eine Vielzahl von Fällen des unnatürlichen Todes bzw. leitete die Ermittlungen bei Tötungsdelikten.

Axel Petermann setzte sich ab 1999 mit den FBI-Methoden des Profilings auseinander und begann mit dem Aufbau der Dienststelle Operative Fallanalyse, deren Leiter er bis zu seiner Pensionierung war.[2] Er vertrat den interdisziplinären kriminalistischen Ansatz des Profilings, wonach der Schlüssel zur Klärung eines Tötungsdeliktes durch die Interpretation der Spuren am Tatort und die Analyse der Opferpersönlichkeit zu finden ist. Da die Auswahl des Opfers und die Tatortspuren auf Entscheidungen des Täters basieren, wird dadurch das Motiv der Tat deutlich und lässt so Rückschlüsse auf sein Profil zu.

Petermann ist seit 2001 Berater verschiedener Tatortproduktionen (unter anderem Bremen, Frankfurt, Leipzig, Münster) und unterstützte namhafte Autoren, wie Thea Dorn und Nele Neuhaus, mit kriminalistischen Überlegungen bei ihren Publikationen. Weiterhin lehrte er als Dozent für Kriminalistik an verschiedenen Hochschulen in Bremen und Mittweida. 2005 war er Mitbegründer des iFF – Interdisziplinäres Forum Forensik. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von Fachleuten zur Förderung der Kommunikation zwischen den forensischen Wissenschaften und der Praxis. Ziel ist die bessere Interpretation von Täterverhalten. Im Rahmen der iFF-Tagungen hat Axel Petermann auch wissenschaftliche Literatur herausgegeben. Er ist Mitglied der Autorengruppe Syndikat.[3]

Seine auf wahren Fällen basierenden Bücher Auf der Spur des Bösen, Im Angesicht des Bösen sowie Der Profiler kamen auf die Spiegel-Bestsellerliste und etablierten sich dort über viele Wochen.

2015 dienten seine Fälle aus seinem Erstlingswerk Auf der Spur des Bösen als Vorlage für eine Inszenierung im Bremer Kriminaltheater.[4] Vier Episoden aus seinen Büchern dienten als Vorlagen für Tatort-Verfilmungen des Hessischen Rundfunks mit Nina Kunzendorf und Joachim Król.

2016 war er Moderator und Fallanalytiker der Sendung Autopsie – Der Profiler, ein Spin-off zu Autopsie – Mysteriöse Todesfälle.[5] 2017 begann er als Moderator zusammen mit der Psychologin Katinka Keckeis in der ZDF-Info-Serie Aufgeklärt spektakuläre Verbrechen der Nachkriegszeit zu besprechen. Zudem trat er als Protagonist der RTL-Serie Schnapp Dir das Geld! auf. Er ist kriminalistischer Fachberater verschiedener Dokumentar- und Nachrichtensendungen von öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunk- und Fernsehanstalten. Außerdem verfasst er regelmäßig Kommentare für überregionale Printmedien. Weiterhin hatte er Auftritte in diversen Talkshows.

Mit seinem Werk Die Elemente des Todes hat Axel Petermann Anfang Oktober 2018 erstmals zusammen mit Co- und Roman-Autor Claus Cornelius Fischer einen True Crime Thriller geschaffen. Der Fall wurde damals auch als „Der Ofenmörder“ bekannt. Als Ermittler fungiert der fiktive Kriminalhauptkommissar Kiefer Larsen, der die Methoden des Profilings bei der Aufklärung der Mordserie einsetzt.

Am 1. Oktober 2019 erschien der Folgeband der Serie um den ermittelnden Kommissar Kiefer Larsen und ebenfalls nach einer wahren Begebenheit, bei der ein Serienmörder mehrere Prostituierte tötet und über seine Empfindungen bei den Verbrechen sogenannte Fantasiediagramme zeichnet.

Mit seiner Frau Anna hat Petermann drei Söhne und lebt bei Bremen.

VeröffentlichungenBearbeiten

FilmografieBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Julia Schaaf: Die Tote und der Kommissar. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. 11. März 2012, S. 67.
  2. Axel Petermann: Wie bringt man Verständnis für einen Mörder auf? In: Deutschlandfunkkultur.de. 26. Juni 2014, abgerufen am 14. November 2018.
  3. Autorenprofil von Axel Petermann (Memento vom 14. November 2015 im Internet Archive) auf der Website des Syndikat-Vereins.
  4. Isabel Niesmann: Petermann-Premiere: „Auf der Spur des Bösen“ im Bremer Kriminaltheater – Schonungslos und spannend. In: kreiszeitung. 21. Februar 2016. Auf kreiszeitung.de, abgerufen am 26. September 2020.
  5. Profil von Axel Petermann auf der Website der Sendung Autopsie – Der Profiler.