Ausbildungsbereich Panzertruppen

Ausbildungsstätte der Bundeswehr in Munster (Niedersachsen)

Der Ausbildungsbereich Panzertruppen (AusbBer PzTr) ist eine Ausbildungseinrichtung der Bundeswehr in Munster. Organisatorisch ist er Teil es Ausbildungszentrums Munster und insbesondere verantwortlich für die Ausbildung und Erziehung der Offiziere und Unteroffiziere des Truppengattungsverbundes Panzertruppen, zu denen die beiden Truppengattungen Panzertruppe und die Panzergrenadiertruppe zählt. Von 1957 bis 1963 und erneut von 1991 bis zum 30. September 2007 trug der Bereich den Namen Panzertruppenschule (PzTrS). Um den traditionellen Begriff zu erhalten, wurde die Liegenschaft, in der der Ausbildungsbereich stationiert ist, in „Kaserne Panzertruppenschule“ umbenannt.

Ausbildungsbereich Panzertruppen
— AusbBer PzTr —

Ausbildungszentrum Panzertruppen (Bundeswehr).svg

Verbandsabzeichen
Aufstellung 1956 / 1. Okt. 2007
Staat Flag of Germany.svg Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr
Teilstreitkraft Bundeswehr Logo Heer with lettering.svg Heer
Typ Ausbildungseinrichtung des Heeres
Unterstellung Ausbildungszentrum Munster (Bundeswehr).svg Ausbildungszentrum Munster
Standort Munster
Netzauftritt Website AusbBer PzTr
Kommandeur
Leiter Oberst Bernd Prill

AuftragBearbeiten

Der Ausbildungsbereich Panzertruppen ist für die Ausbildung zum Truppführer, Kommandanten, Zugführer und Schießlehrer zuständig sowie für die Fortbildung von Kompaniechefs und Bataillonskommandeuren. Zudem finden Umschulungen auf neu eingeführte Waffensysteme statt.

der Panzertruppe und der Panzergrenadiertruppe zuständig und bildet auch Angehörige befreundeter Streitkräfte aus. Die Ausbildung umfasst die lehrgangsgebundene Ausbildung für die Unteroffiziere mit Portepee und Offiziere, allgemeinmilitärische Laufbahnlehrgänge der Unteroffizier- und Feldwebelausbildung, die Ausbildung von Reservisten und Angehörigen ausländischer Streitkräfte.

Das Schießübungszentrum Panzertruppen werden die militärischen Führer auf Ebene einer verstärkten Panzertruppenkompanie ausgebildet, das Simulationszentrum PzTr unterstützt die lehrgangsgebundene Ausbildung durch Schieß- und Gefechtssimulatoren.

Die Lehrsammlung des Ausbildungsbereichs ist am Deutschen Panzermuseum in Munster angesiedelt.

OrganisationBearbeiten

Das Ausbildungszentrum wird von einem Kommandeur im Dienstgrad eines Oberst (Besoldungsgruppe B 3) geführt, der zugleich General der Panzertruppen ist und damit der oberste Vertreter beider Truppengattungen sowie für deren Traditionspflege und Vertretung im internationalen Vereich verantwortlich.

Der Ausbildungsbereich Panzertruppen gliedert sich in:

  • I. Inspektion (Offizierausbildung)
  • II. Inspektion (Feldwebelausbildung)
  • Schießübungszentrum Panzertruppen
  • Simulatorzentrum Panzertruppen

Internes VerbandsabzeichenBearbeiten

 
Internes Verbandsabzeichen

Das unter anderem als Brustanhänger getragene interne Verbandsabzeichen zeigt ein Schwert und eine dieses haltende Hand mit bewehrten Unterarm auf silbernem Grund. Es entspricht dem internen Verbandsabzeichen der ehemaligen Panzertruppenschule. Das "S" erinnert an den ehemaligen Status als eine der Schulen des Heeres.

Das Verbandsabzeichen entspricht ebenfalls dem der ehemaligen Panzertruppenschule und zeigt wie alle Schulen und Zentren des Heeres zwei gekreuzte Schwerter auf rotem Grund. Darüber hinaus signalisiert ein "S", dass es sich um eine Schule des Heeres handelte. Die rosa Umrandung entspricht der Waffenfarbe der Panzertruppe. Das Verbandsabzeichen wird am linken Ärmel des Dienstanzugs getragen.

GeschichteBearbeiten

Die Ursprünge des Ausbildungszentrum Panzertruppen gehen auf die am 22. März 1956 aufgestellten Truppenschulen für die Panzer- und Panzergrenadiertruppe in Munster, sowie die Schulen für die Panzeraufklärungs- und die Panzerjägertruppe in Bremen zurück. 1957 wurden die beiden Schulen in Munster zur Panzertruppenschule zusammengelegt, um der engen Verknüpfung dieser beiden Truppengattungen im Kampf gerecht zu werden. Der Panzertruppenschule unterstanden ab 1957 ein Panzerlehrbataillon und ein Panzergrenadierlehrbataillon. Zum 1. Juni 1958 wurde der Stab und Stabskompanie Panzerlehrkampfgruppe aufgestellt sowie der Schule unterstellt und mit Wirkung vom 1. Februar 1959 in die Panzerlehrbrigade 9 umgegliedert. 1963 wurde die Schule zwischenzeitlich in Kampftruppenschule II (KpfTrS II) umbenannt. 1967 wurde die Kampftruppenschule III (ehemals: Panzerjägerschule) nach Munster verlegt und 1972 mit der Kampftruppenschule II zur Kampftruppenschule II/III zusammengefasst. 1975 wurde die Fachschule des Heeres für Erziehung angegliedert und die Schule wurde in Kampftruppenschule 2 und Fachschule des Heeres für Erziehung (KpfTrS 2/FachSHErz) umbenannt. Aus Kapazitätsgründen wurde 1976 die Ausbildung der Panzermörser und Schirrmeister zur Kampftruppenschule 1 bzw. zur Schule Technische Truppen 1 nach Aachen verlegt. 1981 wurde die Fachschule des Heeres für Erziehung nach Darmstadt verlegt und die Schule in Munster wurde als Kampftruppenschule 2 (KpfTrS 2), diesmal mit arabischer Ziffer, bezeichnet.

In den Jahren von 1988 bis 1990 errichtete der Architekt Karl-Heinz Lorey in Munster das Gebäude für ein neues Lehrzentrum.[1] Seit 1991 erhielt die Schule in Munster wieder den Namen Panzertruppenschule. Im Rahmen der Transformation der Bundeswehr wurde zum 1. Oktober 2007 das Ausbildungszentrum Panzertruppen (AusbZ PzTr) aufgestellt, das die Aufgaben der damals dem Heeresamt unterstellten Panzertruppenschule übernahm. Eine Ausnahme bildete die aufklärungsspezifische Ausbildung der Panzeraufklärer, die bisher in die Truppenschule integriert war. Die in die Heeresaufklärungstruppe überführte ehemals zu den Gepanzerten Kampftruppen gehörende Panzeraufklärungstruppe wird seitdem im Ausbildungsbereich Heeresaufklärungstruppe ausgebildet. Der Dienstposten des Kommandeurs ist seit 2007 nicht mehr für Brigadegenerale vorgesehen. Seit dem 1. Juli 2015 wurde das Ausbildungszentrum in Ausbildungsbereich umbenannt.

KommandeureBearbeiten

Name Beginn Ende
Brigadegeneral Oskar Munzel 1956 1956
Brigadegeneral Günther Pape 1956 1960
Brigadegeneral Anton Detlev von Plato 1960 1962
Brigadegeneral Werner Drews 1962 1964
Brigadegeneral Ernst Philipp 1964 1968
Brigadegeneral Kurt Deichen 1968 1969
Brigadegeneral Rudolf Wätjen 1969 1970
Brigadegeneral Alfred Müller 1970 1975
Brigadegeneral Hans-Joachim Mack 1975 1978
Brigadegeneral Joachim Graf von Schwerin 1978 1982
Brigadegeneral Detlef Ahrens 1982 1987
Brigadegeneral Georg-Heinrich Roth 1987 1989
Brigadegeneral Gerd Schultze-Rhonhof 1989 1991
Brigadegeneral Rüdiger Drews 1991 1994
Brigadegeneral Wolfgang Beltermann 1994 1999
Brigadegeneral Christian Trull 1999 2002
Brigadegeneral Wolf-Dieter Langheld 2002 2003
Brigadegeneral Klaus Feldmann 2003 2007
Oberst Artur Schwitalla  Sep. 2015
Oberst Jochen Schneider  Sep. 2015 19. Mai 2017
Oberst Michael Knoke 19. Mai 2017 Oktober 2018
Oberst Bernd Prill Oktober 2018

LiteraturBearbeiten

  • Freundeskreis der Offiziere der Panzertruppe (Hrsg.): 50 Jahre Panzertruppe der Bundeswehr. Verlag Schneider, Uelzen 2006, ISBN 3-935107-05-6.
  • Stefan Heydt, Christian Bannert (Projektbeauftr.): Die Heeresschulen. Im Auftrag des Heeresamtes, Fölbach-Medienservice, München 2011, S. 86 ff.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Friedrich Lindau: Hannover. Wiederaufbau und Zerstörung. Die Stadt im Umgang mit ihrer bauhistorischen Identität, 2., überarbeitete Auflage, Hannover: Schlütersche Verlagsgesellschaft, 2001, ISBN 3-87706-607-0, passim; Vorschau über Google-Bücher

Koordinaten: 52° 58′ 56″ N, 10° 7′ 7″ O