Kommandant

Führer einer militärischen Einrichtung
Zerstörerkommandant

Ein Kommandant (kurz: Kdt auch Kdt. oder K)[1] ist im deutschen Sprachraum Führer einer militärischen Einrichtung, eines Fahrzeugs, Luftfahrzeugs oder Wasserfahrzeugs sowie, außerhalb Deutschlands, eines militärischen Verbands. Auch in einigen zivilen Organisationen werden die Leiter bestimmter Einrichtungen als Kommandanten bezeichnet.

Verwendung im MilitärBearbeiten

DeutschlandBearbeiten

 
Trageweise des Kommandantensterns bei einem ehemaligen Kommandanten, hier Vizeadmiral Andreas Krause, Inspekteur der Marine

In Deutschland werden in der Bundeswehr die Führer in sich zusammenhängender militärischer Anlagen und Systeme als Kommandanten bezeichnet. Dazu gehören Kriegsschiffe, Flugzeuge und Fahrzeuge ebenso wie Gefechtstände, Kasernen und Truppenübungsplätze. In Kommandobehörden kann es einen „Kommandant Stabsquartier“ geben, der die Unteroffiziere und Mannschaften des Stabes disziplinarrechtlich führt. Die Führer von militärischen Verbänden ab Bataillon aufwärts heißen in der Bundeswehr hingegen Kommandeur, von Einheiten „Chef“ und von Teileinheiten „Führer“, jeweils mit Vorsatz entsprechend dem Truppenteil (z. B. Bataillonskommandeur, Kompaniechef und Zugführer).

 
Kommandowimpel der Deutschen Marine

Der Kommandant eines Kriegsschiffs trägt die alleinige Verantwortung für sein Schiff und dessen Besatzung auf Reisen und im Krieg. Er führt als Kommandozeichen einen Kommandowimpel im Mast seines Schiffes und hat Anspruch auf die Ehrerweisungen Seite und Front. Neben seiner seemännisch-militärischen Aufgabe fällt ihm im Ausland die Wahrnehmung diplomatischer oder offizieller Aufgaben als Vertreter der Bundesrepublik Deutschland zu. Der Dienstgrad des Schiffskommandanten richtet sich nach der Größe und Aufgabe des jeweiligen Schiffes. Er variiert vom Kapitänleutnant (bei einem Minensuchboot) bis zum Kapitän zur See (Segelschulschiff Gorch Fock). Eine Ausnahmestellung nimmt der Kommandant des Mehrzwecklandungsboots (Lachs) ein, der im Dienstgrad Hauptbootsmann kein Offizier, sondern Unteroffizier mit Portepee ist. Die zivilen Hilfsschiffe der Bundeswehr werden hingegen nicht von einem Kommandanten, sondern von einem Kapitän geführt.

Bei der Marine tragen Kommandanten, auch ehemalige Kommandanten, das Sonderabzeichen Kommandant. Bei aktiven Kommandant wird es auf der rechten Brustseite über der Brusttasche getragen[2] Ehemalige Kommandanten tragen es auf der linken Brustseite unter dem Namensschild.[3]

Österreich und SchweizBearbeiten

In Österreich und der Schweiz werden auch die Führer von Einheiten, Verbänden und Großverbänden Kommandant genannt. Das Wort Kommandeur wird dort nicht gebraucht. Kommandanten sind Offiziere, in der Regel ab dem Dienstgrad Hauptmann, die zur Ausübung ihrer Funktion zusätzliche Lehrgänge im Bereich Führung und Taktik absolviert haben.

Ein Kommandant befehligt einen Verband (je nach Land bei einer niedrigeren Stufe wie in Österreich der Gruppe oder in der Schweiz beginnend ab Stufe Kompanie bis zur Stufe Brigade oder Territorialregion), ein militärisches System (zum Beispiel Schießkommandant bei der Artillerie) oder eine ortsfeste militärische Einrichtung (zum Beispiel als Standortkommandant einen Truppenübungsplatz oder Kasernenkommandant) und ist dafür verantwortlich.

GeschichteBearbeiten

Als Kommandanten wurden im Deutschen Reich außer den Führern von Kriegsschiffen auch die einer Festung (bei den Festungen ersten Ranges einem Militärgouverneur unterstellt), einer offenen Stadt oder eines Truppenübungsplatzes bezeichnet. Der Festungskommandant hatte im Gegensatz zum Gouverneur niemals die höhere, sondern nur die niedere Gerichtsbarkeit. Unterstand er einem Gouverneur, so waren seine Aufgaben auf den Garnisonsdienst beschränkt. Ihm unterstellt war der Platzmajor.

In der k.u.k. Armee Österreich-Ungarns wurde jeder Führer eines militärischen Verbandes (gleich welcher Größe) als Kommandant bezeichnet.

Verwendung im zivilen BereichBearbeiten

Auch in zivilen Organisationen, die nach militärischem Vorbild strukturiert sind oder waren (zum Beispiel Feuerwehr), werden Einheiten durch Kommandanten geführt.

Seit Einführung der JAR-FCL wird der Verantwortliche Luftfahrzeugführer eines Luftfahrzeugs als Kommandant bezeichnet.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Wiktionary: Kommandant – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Abkürzungen für den Gebrauch in der Bundeswehr (PDF) Bundesminister der Verteidigung. 19. Januar 1979. Abgerufen am 13. Juni 2019.
  2. Anzugordnung für die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr. (PDF; 11,6 MB) In: https://www.reservisten.bundeswehr.de/. Zentrum Innere Führung, 1. Oktober 2019, abgerufen am 11. Oktober 2019 (Nr. 559).
  3. Anzugordnung für die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr. (PDF; 11,6 MB) In: https://www.reservisten.bundeswehr.de/. Zentrum Innere Führung, 1. Oktober 2019, abgerufen am 11. Oktober 2019 (Nr. 560).