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Anton Philipp Brück

deutscher Priester, Professor, Prälat und Autor

LebenBearbeiten

Nach seiner Schulzeit und seinem Studium empfing er am 6. Januar 1937 in Mainz die Priesterweihe.[1] Danach arbeitete er in der kirchlichen Seelsorge. Nach einiger Zeit wurde er zum Studium freigestellt. Zuerst ging er als Student an die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Hier schloss er sein Studium mit einer Promotion ab. Sein Doktorvater war Paul Kirn und sein Promotionsthema der Mainzer Erzbischof und Kurfürsten Johann von Nassau-Wiesbaden-Idstein. Während seines Studiums wurde er vom Mainzer Bischof Albert Stohr unterstützt.[1] Im November 1944 wurde er Wissenschaftlicher Direktor der Martinus-Bibliothek und Leiter des Dom- und Diözesanarchivs.[1][3] Kurz darauf ging er zur Johannes Gutenberg-Universität Mainz und schloss sein Studium wieder mit einer Promotion ab. Er war in der Nachkriegszeit der erste Promovend der theologischen Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.[1]

1951 wurde er schließlich mit einer Habilitationsschrift über die theologische Fakultät der Universität im 18. Jahrhundert habilitiert. Anschließend lehrte er als Privatdozent im Fachbereich Katholische Theologie an der Johannes Gutenberg-Universität. 1955 erhielt er schließlich einen Lehrstuhl als ordentlicher Professor für Kirchengeschichte.[1] Er befasste sich nun sowohl mit mittlerer als auch mit neuerer Kirchengeschichte. Weitere Forschungsgebiete waren die Hochschul- und Geistesgeschichte, die rheinhessische und Mainzer Geschichte und die Frömmigkeitsgeschichte. Darüber hinaus wurde er auch als Autor tätig. So hat er etwa zur 1000-Jahr-Feier des Mainzer Doms 1975 und zum Jubiläum von Hildegard von Bingen 1979 bedeutende Festschriften verfasst, die heute als Standardwerke deutscher Kultur-, Kirchen- und Geistesgeschichte gelten.[1] 1978 wurde er im Alter von 65 Jahren emeritiert.[4] Zu Ehren und als Anerkennung für Anton Philipp Brücks Arbeit wurde ihm die Ehrenbürgerschaft der Stadt Bingen am Rhein verliehen.[1][2]

Anton Philipp Brück war ein Cousin von Stefan George.[5]

Einer seiner Schüler war Helmut Hinkel, der Direktor der Mainzer Martinus-Bibliothek.[6]

Der Philosophiehistoriker Kurt Flasch bezeichnet Brück als seinen „Ziehvater“. Er sagte über ihn: „Ein wunderbarer Mann aus Bingen am Rhein, der mir das Weintrinken beigebracht hat.“[5]

Werke (Auswahl)Bearbeiten

  • 600 Jahre Stadt Gau-Algesheim: 1355–1955 – Aus Kultur u. Geschichte d. Stadt (1955)
  • Kurmainzer Schulgeschichte: Texte, Berichte, Memoranden (1960)
  • Mainz vom Verlust der Stadtfreiheit bis zum Ende des Dreissigjährigen Krieges (1462–1648) (1972)
  • Beiträge zur Mainzer Kirchengeschichte in der Neuzeit (1973)
  • Hildegard von Bingen: 1179–1979 – Festschrift zum 800. Todestag der Heiligen (1979)
  • Serta Moguntina: Beiträge zur mittelrheinischen Kirchengeschichte (postum 1989)

LiteraturBearbeiten

  • Wolfgang Balzer: Mainz – Persönlichkeiten der Stadtgeschichte. Band II: Personen des religiösen Lebens, Personen des politischen Lebens, Personen des allgemein kulturellen Lebens, Wissenschaftler, Literaten, Künstler, Musiker. Druckerei und Verlag Gebr. Kügler, Mainz 1989, ISBN 3-924124-03-9, S. 200–201.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e f g h Wolfgang Balzer: Mainz – Persönlichkeiten der Stadtgeschichte. Band II. 1989, S. 200–201.
  2. a b Ehrenmitglieder der Vereinigung der Heimatfreunde am Mittelrhein e.V. auf der Website von regionalgeschichte.net (Herausgeber: Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz)
  3. Zur Geschichte des Dom- und Diözesanarchivs Mainz auf katholische-archive.de
  4. Geschichte und Profil des Seminars für Kirchengeschichte (Memento vom 28. März 2014 im Internet Archive) auf der Website der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
  5. a b Marc Reichwein: Hölle, Hölle, Hölle! In: welt.de. 27. Mai 2015, abgerufen am 7. Oktober 2018.
  6. http://www.bistummainz.de/bistum/bistum/ordinariat/dezernate/dezernat_Z/pressestelle/index.html?f_action=show&f_newsitem_id=38896