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Alte Burg (Rotenhain)

Burgruine in Deutschland

Die Alte Burg bei Rotenhain, auch Alte Burg zu Rotzenhahn genannt, ist eine abgegangene Turmhügelburg (Motte) im Westerwald (Westerwaldkreis) in Rheinland-Pfalz.

Alte Burg zu Rotenhain
Alte Burg Rotenhain Luftaufnahme.jpg
Alternativname(n): Alte Burg zu Rotzenhahn
Entstehungszeit: um 1250 bis 1300
Burgentyp: Niederungsburg, Motte
Erhaltungszustand: Burgstall, Grundmauern, Graben, Brunnen
Bauweise: Fachwerk
Ort: Rotenhain
Geographische Lage 50° 35′ 54,5″ N, 7° 52′ 28,1″ OKoordinaten: 50° 35′ 54,5″ N, 7° 52′ 28,1″ O
Höhe: 475 m ü. NHN
Alte Burg (Rotenhain) (Rheinland-Pfalz)
Alte Burg (Rotenhain)

Die Anlage datiert aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Erhalten sind die Grundmauern (15 × 16 Meter), der sechs Meter tiefe Brunnen, der zwei bis drei Meter breite Burggraben und die zwei Meter hohe Anschüttung. Der nach einem umgekehrten Kaffeefilterprinzip arbeitende Brunnen ist noch funktionstüchtig. Das komplett gemauerte – auch der Boden – Gebilde ist von einer Mischung aus Lehm und feinem Sand umgeben, die als Filter für alle Schmutzstoffe aus dem Grundwasser wirkt. Dadurch ist das Brunnenwasser so klar, dass man bei direkter Lichteinstrahlung den Grund sehen kann. Die Lage nahe einer wichtigen Handelsstraße lässt vermuten, dass sie als Zollstation dienen sollte.

Ausgrabungen in der Zeit von 1997 bis 2000 brachten interessante Details zum Kleinburgenbau zutage. Neben der erwähnten Brunnenbautechnik wurde auch die Schatzkammer mit Resten des Burgschatzes gefunden: Getreide (als Asche erhalten). Der wahre Reichtum war nämlich die Ernte. Um diese vor Feuchtigkeit und Verfaulen zu schützen, wurde der Boden in der Bauphase starker Hitze ausgesetzt, sodass er verglaste und eine rosa Färbung annahm. So blieb das Getreide auch in der feuchten und kalten Jahreszeit trocken. Ergänzend kamen zahlreiche Tonscherben und Tierknochen hinzu. Während keine weiteren Informationen über die Burg bekannt sind, können anhand der Ausgrabung wenige sichere Aussagen gemacht werden: Die Burg war im Vergleich mit anderen erforschten Burgen dieses Typs von überdurchschnittlicher Qualität. Sie war aber nicht lange besetzt, und sie wurde nicht gewaltsam erobert und zerstört, sondern nach Auflassung bis auf die Grundmauern abgerissen.

Ihre Einzigartigkeit liegt aber im Wiederaufbau. Immerhin ist es ein sehr bedeutender, weil häufiger Typ einer Wehranlage für diese Region (die nächste Ruine konnte in 2–3 km Entfernung bei Alpenrod auf einem privaten Acker nachgewiesen werden). Durch den Rotenhainer Verein „Historica“ wurde unter viel Eigenleistung das Gebäude in den Originalmaßen wieder hochgezogen. Zwar wurde dabei auch Wert auf eine gewerbliche Nutzung gelegt, aber wer sich eine plastische Vorstellung vom Erscheinungsbild einer spätmittelalterlichen Motte des Westerwaldes machen will, kommt an diesem Bauwerk nicht vorbei.

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