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Grundmauern einer römischen Villa bei Iruña de Oca, Baskenland

Die Grundmauer ist der unter der Erde liegende, das heißt im Grund stehende Teil der Mauer eines Bauwerks. Sie bildet manchmal das Fundament (Fundamentmauer) oder steht auf ihm. In ihr befindet sich meist der Grundstein. Sinn dieser Mauer ist es, das gesamte Gebäude stabil zu tragen und vor aufsteigender Feuchtigkeit zu schützen. Sie besteht aus Steinen oder aus gegossenem Beton. Der archäologische Begriff ist: stereobate.

Inhaltsverzeichnis

KonstruktionBearbeiten

 
Grundmauern des Bergfrieds der Arnsburg

Die Grundmauer wird in einem „Grundgraben“ (beziehungsweise „Fundamentgraben“) errichtet, der auf den Baugrund (z. B. Sandgrund, Erdgrund) abgestimmt wird. Sie kommt auf dem gewachsenen Boden oder auf einem künstlich zubereiteten sogenannten Rost zu liegen. Roste sind aus Balken geschaffene Unterlagen oder eingerammte Pfähle. Der Rost wurde mit Lehm belegt, sodass die erste Steinlage oder das Fachwerk in allen Punkten sicher und gleichmäßig aufliegt.[1]

Die aufgehenden Wände des Bauwerks über der Grundmauer wurden – je nach Bauaufgabe oder Region – mit verschiedenen Materialien errichtet (Stampflehm, Fachwerk, Lehmziegel, Bruchstein, Ziegelstein etc.)

RedensartBearbeiten

Besonders bei alten Ruinen – z. B. bei Römischen Villen (villae rusticae) oder bei mittelalterlichen Bauten – findet man meist nur noch die Grundmauern vor. Dadurch, dass sie in der Erde verborgen waren, konnten Feuer, Witterung oder Zerstörung (unter anderem durch Eroberer) ihnen nichts anhaben.

Daher stammt auch die Redensart: „Bis auf die Grundmauern abgebrannt“.

Siehe auchBearbeiten

Weitere Mauertypen sind: Futter- oder Stützmauern, Frei- oder Hauptmauern

WeblinksBearbeiten

 Wiktionary: Grundmauer – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Autor: Carl W. Dempp Uebersichtliche Darstellung der gesammten Baukunde Von Carl W. Dempp, Veröffentlicht von Fleischmann, 1835; Original von Bayrische Staatsbibliothek Digitalisiert am 16. Dez. 2008, S. 20, 21, 87, 89, 92, 94, 97 eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche