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Adventureland ist das erste Textadventure für Homecomputer. Es wurde 1978 von Scott Adams entwickelt, der eigens für dieses Spiel das Unternehmen Adventure International gründete. Später folgten Portierungen für andere Computer sowie eine Version mit Grafiken.

HandlungBearbeiten

Der Spieler findet sich in einer fremden Fantasy-Welt wieder und erhält die Aufgabe, 13 Schätze zu finden und an einem zentralen Ort zu deponieren. Auf seiner Reise trifft er unter anderem auf einen Drachen und besucht die Hölle.

Spielprinzip und TechnikBearbeiten

Adventureland ist ein Textadventure, das heißt, Umgebung und Geschehnisse werden als Bildschirmtext aus- und die Handlungen des Spielers ebenfalls als Text über die Tastatur eingegeben und von einem Parser abgearbeitet. In einigen Versionen ist das obere Viertel der Darstellung der Umgebung und des Geschehens vorbehalten, der Rest des Bildschirms dient der Befehlseingabe und den Reaktionen des Parsers darauf; in den übrigen Versionen wird jeglicher Text sequenziell ausgegeben. Später veröffentlichte Versionen enthielten zum Teil rudimentäre Grafiken in Form von handgezeichneten Standbildern. Der Parser hatte einen Umfang von etwa 120 Wörtern,[1] etwa ein Sechstel dessen, was der grammatikalisch wesentlich komplexere Parser des früher erschienenen Zork verarbeiten konnte.[2]

ProduktionsnotizenBearbeiten

Adams wurde durch das an seinem Arbeitsplatz auf Großrechnern laufende Spiel durch Adventure, auch Colossal Cave genannt, zum Entwickeln von Adventureland inspiriert.[3] Obwohl er als Programmierer beschäftigt war und dabei Zugang zu Großrechnern hatte, wählte er seinen privaten TRS-80-Heimcomputer als Entwicklungsplattform. Die Programmiersprache war das BASIC des TRS-80. Adams wählte dabei nicht den Ansatz, den Programmcode ausschließlich für das in Arbeit befindliche Spiel zu schreiben, sondern arbeitete direkt auf eine Wiederverwendbarkeit des Codes hin. Hierfür entwickelte er einen Interpreter, der Spieldaten einlas, daraus die Spielwelt formte und die Interaktion mit dem Spieler abwickelte, sowie einen Editor für Spieldaten. Mit letzterem konnte Adams dann u. a. die Räumlichkeiten und Objekte des Spiels eingeben, aber auch Daten für später von ihm entwickelte Spiele, ohne den Programmcode erneut erzeugen zu müssen.

Das Spiel wurde auf diverse Heimcomputer portiert (z. B. 1985 durch Adventure Soft für den ZX Spectrum) und verkaufte sich insgesamt über 10.000 mal.

RezeptionBearbeiten

Der Ludohistoriker Jimmy Maher gestand Adams in einer Retrospektive zwar zu, mit Adventureland das erste Adventure für Heimcomputer entwickelt und es darüber hinaus zu einem kommerziellen Erfolg gemacht zu haben, sah das Spiels aus moderner Perspektive aber als langweilig und hochgradig unfair gegenüber dem Spieler an: Es gäbe keinen Plot, einige Rätsel seien unfair bis absurd, der Parser und die Beschreibungen der Spielwelt seien minimalistisch, die Verknüpfungen der Räumlichkeiten der Spielwelt seien inkonsistent und der Spieler können das Spiel an mehreren Stellen in eine nicht mehr lösbare Situation bringen, in der das Spiel neu geladen werden musste, was auf einem TRS-80 damals 25 Minuten gedauert habe.[3]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. MobyGames.com: Adventureland Screenshots. Abgerufen am 15. Dezember 2016.
  2. AdventureClassicGaming.com: Zork I: The Great Underground Empire. Abgerufen am 2. Dezember 2016.
  3. a b Filfre.net: Adventureland, Part 1. Abgerufen am 3. November 2018.