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Adolf Jensen (Politiker)

deutscher Politiker (SPD), MdL und Professor
Adolf Jensen im Januar 1961

Adolf Jensen (* 23. Januar 1878 in Landwehr, Quarnbek, Kreis Kiel; † 6. Februar 1965 in Aurich) war Professor für Methodik und Didaktik, deutscher Politiker (SPD), Reformpädagoge und Mitglied des Niedersächsischen Landtages. Inhaber des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse.

LebenBearbeiten

Jensen besuchte die Oberrealschule in Kiel. Nach Ende des Lehrerseminars in Eckernförde-Borby arbeitete er als Lehrer zunächst in Felde bei Kiel, dann in Lauenburg/Elbe und schließlich in Hamburg. Im Jahr 1907 trat er der SPD bei. In den Jahren 1920 bis 1929 war er Lehrer und Rektor an der Berlin-Neuköllner Versuchsschule (Rütli-Schule). Für seine anschließende Berufung zum außerordentlichen Professor für Methodik und Didaktik an der Technischen Hochschule Braunschweig engagierte sich die dortige Freie Lehrergewerkschaft Deutschlands. Für diese verfassten Heinrich Rodenstein, Leo Regener und Hans Löhr die Denkschrift Weiterentwicklung der Lehrerausbildung, in deren Folge die Berufung Jensens durchgesetzt werden konnte.

Im Jahr 1933 wurde Adolf Jensen von den Nazis aus dem braunschweigischen Staatsdienst entlassen, nach dem Zweiten Weltkrieg im Januar 1946 jedoch wieder rehabilitiert. Vom 20. April 1947 bis 30. April 1951 war Jensen Mitglied des Niedersächsischen Landtages (1. Wahlperiode).

LiteraturBearbeiten

  • Barbara Simon: Abgeordnete in Niedersachsen 1946–1994. Biographisches Handbuch. Hrsg. vom Präsidenten des Niedersächsischen Landtages. Niedersächsischer Landtag, Hannover 1996, S. 183.
  • Anikó Szabó: Vertreibung, Rückkehr, Wiedergutmachung. Göttinger Hochschullehrer im Schatten des Nationalsozialismus, mit einer biographischen Dokumentation der entlassenen und verfolgten Hochschullehrer: Universität Göttingen - TH Braunschweig - TH Hannover - Tierärztliche Hochschule Hannover. Wallstein, Göttingen 2000, S. 586f, ISBN 978-3-89244-381-0 (= Veröffentlichungen des Arbeitskreises Geschichte des Landes Niedersachsen (nach 1945), Band 15, zugleich Dissertation an der Uni Hannover 1998).
  • Michael Wettern, Daniel Weßelhöft: Opfer nationalsozialistischer Verfolgung an der Technischen Hochschule Braunschweig 1930–1945. Hildesheim, Olms-Verlag 2010, S. 138ff.