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Abba P. Lerner (1938)

Abba P. Lerner (Abba Ptachya Lerner; * 28. Oktober 1903 in Bessarabien; † 27. Oktober 1982 in Tallahassee, Florida) war ein US-amerikanischer Ökonom.

LebenBearbeiten

Lerners Familie wanderte 1912 zunächst nach London aus, wo er sich ökonomisch ausbilden ließ. Er hatte dort u. a. Kontakt mit John Maynard Keynes. Er übersiedelte 1937 in die USA. 1971 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences gewählt, 1974 in die National Academy of Sciences.

WirkenBearbeiten

Lerner entwickelte wie auch Oskar Lange ein Modell des Konkurrenzsozialismus, das sich von der reinen Zentralverwaltungswirtschaft unterschied. Es wurde auch als dritter Weg bekannt. Wie auch Wassily Leontief verbesserte Lerner Berechnungen Wilhelm Launhardts zum Terms-of-Trade-Effekt. Lerner verbesserte zudem eine Formel Alfred Marshalls, die seither als Marshall-Lerner-Bedingung bekannt ist, und auf Lerner geht das Lerner-Samuelson-Theorem zurück. Außerdem ist der Lerner-Index, eine Indikator zur Bestimmung des Monopolgrades eines Marktes, nach ihm benannt.

Lerner entwickelte die Functional Finance[1][2][3], einer Sicht der Konjunktursteuerung und konzipierte das Konzept des „low full employment“, das in der modernen Theorie unter dem Namen Natürliche Arbeitslosigkeit von großer Bedeutung ist.[4]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Abba P. Lerner: Economics of Employment. McGraw-Hill, New York 1951, S. 122–138.
  2. Abba Lerner: Functional Finance and the Federal Debt. In: Social Research. Band 10, Nr. 1, 1943, S. 38–51.
  3. Faruk Ülgen: Financial instability and functional finance: a Lerner-Minsky perspective. In: halshs.archives-ouvertes.fr. 24th annual conference of the European association for evolutionary political economy, Oktober 2012, abgerufen am 25. August 2019 (englisch).
  4. Abba Lerner: Economics of Employment. McGraw-Hill, New York, Kap. 13, S. 191–208.