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Ōtākou ist eine historische Māori-Siedlung im Stadtgebiet von Dunedin auf der Südinsel von Neuseeland.

Ōtākou
Geographische Lage
Ōtākou (Neuseeland)
Ōtākou
Koordinaten 45° 48′ S, 170° 42′ OKoordinaten: 45° 48′ S, 170° 42′ O
Region-ISO NZ-OTA
Land Neuseeland
Region Otago
Distrikt Dunedin
Ward Central Ward
Einwohner 50
Höhe 10 m
Postleitzahl 9077
Telefonvorwahl +64 (0)3
Fotografie des Ortes
Otakou Whare Runanga 2008.jpg
Whare Runanga Tamatea (Versammlungshaus) von Ōtākou
Māori-Kirche von Ōtākou, 1864 erbaut
Kirche von Ōtākou, Festlichkeit im Jahr 1946

NamensherkunftBearbeiten

Der Name der Siedlung entstammt der Sprache der Māori und setzt sich zusammen aus den Begriffen O für Ort und takou für roter Ocker.[1] Ocker bedeutet hier die rote Erdfarbe und so kann der Name mit „Ort der roten Erde“ übersetzt werden. Ōtākou war auch der Namensgeber für die Region Otago. Da das „k“ in der Sprache der Māori der Südinsel sich eher wie ein „g“ anhört, wurde von den europäischen Einwanderern daraus Otago gebildet.[2]

GeographieBearbeiten

Die Siedlung befindet sich rund 18 km nordostöstlich des Stadtzentrums von Dunedin am Otago Harbour auf der Otago Peninsula. Der Eingang zu dem Naturhafen liegt rund 2 km nordöstlich der Siedlung und Taiaroa Head einen weiteren Kilometer entfernt.[3]

GeschichteBearbeiten

Der Robbenjäger John Boultbee war wohl der erste Europäer, der die Existenz von Māori-Siedlungen rund um den Otago Harbour in den 1820ern dokumentierte. 1831 folgten die Weller Brüder, die von Sydney kamen und am Ufer des Otago Harbour unweit der Siedlung Ōtākou eine Walfangstation eröffneten, die als Wellers Rock bekannt wurde.

Am 13. Juni 1840 wurde im Otakou Marae der Ngai Tahu eine Kopie des vom Kapitän William Hobson gesandten und von Thomas Bunbury überbrachten Treaty of Waitangi unterzeichnet.

Im Juli 1844 kam der britische Bauingenieur und Landvermesser Frederick Tuckett zu den Ngai Tahu nach Ōtākou und kaufte am 31. Juli im Auftrage der New Zealand Company für 2400 £ 162 Hektar Land, den sogenannten Ōtākou Block, der auch die Siedlung Ōtākou einschloss, den Ngai Tahu ab und empfahl die Gegend um den Otago Harbour den schottischen Siedlern der Free Church of Scotland als geeignetes Siedlungsgebiet.[4]

Mit der Ankunft der ersten schottischen Siedler im Jahr 1848 in Port Chalmers war der erste große Schritt zur organisierten Besiedlung rund um den Otago Harbour und darüber hinaus getan. Zu dieser Zeit war die Siedlung Ōtākou schon in den Karten der Siedler verzeichnet und wurde in der Abwandlung Otago zum Namensgeber für eine ganze Region. Am 26. Dezember 1848 entschied der damalige Gouverneur der Kolonie Neuseeland, Sir George Edward Grey, schließlich den Wünschen der schottischen Siedler zu entsprechen und für das neu erschlossene Siedlungsgebiet, beginnend von der Küste, über Dunedin bis ins Hinterland, den māorischen Namen Otago zu vergeben.[2] Ignoranz oder Unwissenheit musste wohl zu der Namensnennung geführt haben, denn die Māori nennen das gleiche Land in ihrer Sprache noch heute Araiteuru, benannt nach dem Arai Te Uru Waka von Hawaiki.[5]

Die Siedlung Ōtākou besteht immer noch und hat ca. 50 Einwohner. In der kleinen Ansiedlung befindet sich auch heute noch die Māori-Kirche, die 1864 von Reverend Johann Friedrich Riemenschneider (1817–1866), einem deutschen Missionar, erbaut wurde und ein Marae (Versammlungsort) mit dem Whare Runanga (Versammlungshaus).

LiteraturBearbeiten

  • Alexander Hare McLintock: The History of Otago. Otago Centennial Historical Publications, Dunedin 1949 (englisch).
  • W. A. Taylor: Otakou. In: Lore and History of the South Island Maori. Bascands Ltd, Christchurch 1950, S. 130–140 (englisch, Online [abgerufen am 14. September 2017]).
  • Thomas Arthur Pybus: Maori and Missionary - Early Christian Missions in the South Island of New Zealand. Reed Publishing, Wellington 1954 (englisch).
  • Alexander Hare McLintock: Otakou - Otago. In: Alexander Hare McLintock (Hrsg.): An Encyclopaedia of New Zealand. Wellington 1966 (englisch, Online [abgerufen am 14. September 2017]).
  • Hardwicke Knight: Otago Peninsula - A Local History. Eigenverlag, Dunedin 1978 (englisch, Author's Edition, Nr. 113, signierte limitierte Auflage von 200 Exemplaren, Broad Bay, Otago Peninsula).
  • George Griffiths, Maarire Goodall: Maori Dunedin. Otago Heritage Books, Dunedin 1980 (englisch).
  • Peter Entwisle: Behold the Moon, The European Occupation of the Dunedin District 1770–1848. Port Daniel Press, Dunedin 1998, ISBN 0-473-05591-0 (englisch).
  • Helga Neubauer: Otakou. In: Das Neuseeland Buch. 1. Auflage. NZ Visitor Publications, Nelson 2003, ISBN 1-877339-00-8, S. 833 f.

WeblinksBearbeiten

  • Otakou Marae. Pacific History Association, archiviert vom Original am 15. Juli 2011; abgerufen am 3. September 2014 (englisch, Originalwebseite nicht mehr verfügbar).
  • Te Maire Tau: Ōtākou marae. In: Te Ara - the Encyclopedia of New Zealand. Ministry for Culture & Heritage, 8. Februar 2005, abgerufen am 14. September 2017 (englisch).

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Neubauer: Otakou. In: Das Neuseeland Buch. 2003, S. 834.
  2. a b McLintock: Otakou - Otago. In: An Encyclopaedia of New Zealand. 1966.
  3. Topo250 maps. Land Information New Zealand, abgerufen am 14. September 2017 (englisch).
  4. Taylor: Otakou. In: Lore and History of the South Island Maori. 1950, S. 130.
  5. Our Harbour. Te Rūnanga o Ōtākou, abgerufen am 14. September 2017 (englisch).