Zwergbilchbeutler

Art der Gattung Schlafbeutler (Cercartetus)

Der Zwergbilchbeutler (Cercartetus lepidus), auch Tasmanischer Schlafbeutler genannt, kommt im südöstlichen Australien (westliches Victoria bis südöstliches Südaustralien), auf Tasmanien und auf der Känguru-Insel vor. Die Population auf dem australischen Festland wurde erst in den 1960er-Jahren entdeckt und muss möglicherweise als eigenständige Art klassifiziert werden.[1]

Zwergbilchbeutler
Museumsvictoria1.jpg

Zwergbilchbeutler (Cercartetus lepidus)

Systematik
Unterklasse: Beuteltiere (Marsupialia)
Überordnung: Australidelphia
Ordnung: Diprotodontia
Familie: Bilchbeutler (Burramyidae)
Gattung: Schlafbeutler (Cercartetus)
Art: Zwergbilchbeutler
Wissenschaftlicher Name
Cercartetus lepidus
(Thomas, 1888)
Verbreitungsgebiet (grün) des Zwergbilchbeutlers

AussehenBearbeiten

Der Zwergbilchbeutler ist mit einer Körperlänge von 5,0 bis 7,3 Zentimetern, einer Schwanzlänge von 6,0 bis 7,5 Zentimetern und einem Gewicht von 6 bis 10 Gramm einer der kleinsten Vertreter der Beuteltiere. Die Augen sind groß, die Schnauze ist kurz und die Ohren sind abgerundet. Das Fell ist auf dem Rücken graubraun, der Bauch ist grau. Die graue Bauchfärbung unterscheidet den Zwergbilchbeutler von allen anderen Schlafbeutlerarten, vor allem vom Dünnschwanz-Schlafbeutler (Cercartetus concinnus), der einen weißen Bauch hat. Der Langschwanz-Schlafbeutler (C. caudatus) hat einen längeren Schwanz als der Zwergbilchbeutler und vom Dickschwanz-Schlafbeutler (C. nanus) unterscheidet sich der Zwergbilchbeutler durch seine Kleinheit und das Vorhandensein eines vierten Molars im Ober- und Unterkiefer.[1]

LebensweiseBearbeiten

Zwergbilchbeutler kommen in Trockenwäldern und Heiden vor, auf dem Festland auch im Mallee, auf der Känguru-Insel und auf Tasmanien auch in Hartlaubwäldern, aber nicht in Regenwäldern oder auf Tasmanien in alpinen baumlosen oder baumbestandenen Zonen. Im Lebensraum kommen Eukalypten, Akazien, Banksien, Zylinderputzer, Schmuckzypressen, Hakea- und Leptospermum-Arten sowie Myrtenheiden vor. Zwergbilchbeutler sind nachtaktiv und verbringen den Tag in selbstgebauten Nestern und in Vogelnestern, in Baumhöhlen, unter Baumstümpfen oder großen Büscheln von Stachelkopfgräsern, hinter losen Rindenstücken, in den Kronen von Grasbäumen oder zwischen den vertrockneten Blütenständen der Banksien. Sie sind sehr agil und gute Kletterer, die ihre Nahrung sowohl im Unterholz als auch auf hohen Wipfeln suchen. Zwergbilchbeutler ernähren sich von Insekten, Nektar und Pollen. Die Nektar- und Pollenaufnahme wurde bei Banksien, Eukalypten, Astroloma- und Leptospermum-Arten beobachtet.[1]

In der kälteren Jahreszeit fallen die Tiere oft in einen Schlafzustand (Torpor), bei dem die Körpertemperatur sinkt und die Aufnahme von Sauerstoff auf bis zu 1 Prozent des Normalwertes fällt.[2]

FortpflanzungBearbeiten

Zwergbilchbeutler vermehren sich auf dem australischen Festland das ganze Jahr über mit der höchsten Geburtenrate im späten Südwinter. Auf Tasmanien vermehren sie sich im Frühling und im Sommer. Die unterschiedlichen Fortpflanzungszeiten könnten mit dem Nahrungsangebot in der jeweiligen Jahreszeit korrelieren. Meist werden zwei bis vier Jungtiere geboren, in seltenen Fällen auch mehr, maximal acht. Die Jungtiere verlassen etwa 42 Tage nach der Geburt den Beutel und werden mit einem Alter von ca. 90 Tagen entwöhnt.[1]

Gefährdung und SchutzmaßnahmenBearbeiten

Zu den Hauptbedrohungen dieser Art zählen Buschfeuer, die Umwandlung ihres Lebensraums in Viehweiden sowie die Nachstellung durch verwilderte Hunde und Hauskatzen. Da diese Art noch relativ häufig und auch in Schutzgebieten vorkommt, stuft die IUCN sie in der Kategorie „nicht gefährdet“ (Least Concern) ein.[3]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Stephen Jackson: Family Burramyidae (Pygmy Possums). In: Don E. Wilson, Russell A. Mittermeier: Handbook of the Mammals of the World – Volume 5. Monotremes and Marsupials. Lynx Editions, 2015, ISBN 978-84-96553-99-6, S. 454.
  2. F. Geiser: Hibernation and Daily Torpor in Two Pygmy Possums (Cercartetus Spp., Marsupialia). In: Physiological Zoology. 60, Nr. 1, 1987, S. 93–102. JSTOR 30158631 .
  3. Cercartetus lepidus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2014.3. Eingestellt von: Menkhorst, P., 2008. Abgerufen am 16. November 2014.