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Die Ziegenhelle nahe Züschen ist ein 815,9 m ü. NHN[1] hoher Berg des Rothaargebirges im nordrhein-westfälischen Hochsauerlandkreis (Deutschland). Sie bildet das Zentrum eines sternförmigen Bergmassivs von etwa 10 km Durchmesser und gehört zu den ausgedehntesten Erhebungen des Sauerlandes und des Rothaargebirges.

Ziegenhelle
Wallershöhe (links) und Ziegenhelle (rechts) von Nordosten, aufgenommen vom Bollerbergturm

Wallershöhe (links) und Ziegenhelle (rechts) von Nordosten, aufgenommen vom Bollerbergturm

Höhe 815,9 m ü. NHN [1]
Lage nahe Züschen; Hochsauerlandkreis, Nordrhein-Westfalen (Deutschland)
Gebirge Hochsauerland (Rothaargebirge)
Dominanz 6 km
Koordinaten 51° 7′ 32″ N, 8° 31′ 47″ OKoordinaten: 51° 7′ 32″ N, 8° 31′ 47″ O
Ziegenhelle (Nordrhein-Westfalen)
Ziegenhelle
Besonderheiten Ziegenhellenturm (AT)

Nahe dem Berggipfel steht der Aussichtsturm Ziegenhellenturm. Auf den nördlichen Berghängen liegt das Wintersportgebiet Snow World Züschen.

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Die Ziegenhelle liegt im Hochsauerland, dem höchsten Teil des Rothaargebirges. Sie erhebt sich im Naturpark Sauerland-Rothaargebirge etwa 4 km südwestlich von Züschen, einem Stadtteil von Winterberg. Nordwestlich ihrer Kuppe entspringt die Ahre, südöstlich der Kuppe der Nuhne-Zufluss Bäche und auf ihrer Südwestflanke die Schwarzenau. Nordöstlich der Ziegenhelle, über deren Gipfel eine Loipe führt, breitet sich das Wintersportgebiet Snow World Züschen aus. Etwa 20 m nordwestlich vom Gipfel (815,9 m) liegt auf 815,5 m Höhe ein trigonometrischer Punkt[1].

NebengipfelBearbeiten

Etwa 800 m südlich des Gipfels der bewaldeten Ziegenhelle liegt ihr 812,1 m hoher Nebengipfel Wallershöhe. Von diesen zentralen Erhebungen aus zweigen in einem Radius von 4 bis 6 km sternförmig diverse Bergrücken ab, die alle noch dem Ziegenhellen-Massiv zugerechnet werden, und die Landschaft geht nach Nordwesten jenseits des Naturraums Langewiese in die Ausläufer des Kahlen Asten über. Bekannt ist unter anderem der Heidekopf (Heidkopf) an der östlichen Nahtstelle zur Medebacher Bucht, einem Teil des Ostsauerländer Gebirgsrandes.

Zu den Nebengipfeln der Ziegenhelle bzw. Gipfeln ihres sternförmigen Bergmassivs gehören:

  • Ziegenhelle (815,9 m), Hauptgipfel
  • Wallershöhe (812,1 m), etwas südlich der Ziegenhelle
  • Zwistberg (744 m), im Nordwesten, an nordwestlicher Nahtlinie zum Naturraum Langewiese
  • Lützelkopf (736,7 m), im Südwesten
  • Homburg (719 m), am Südwestrand, an Nahtlinie zur Wittgensteiner Kammer
  • Heidekopf (Heidkopf; 703,8 m), im Osten, an Nahtlinie zur Medebacher Bucht
  • Hackelberg (690,2 m), im Nordosten, bei Züschen, an Nahtlinie zum Naturraum Hohe Seite

Naturräumliche ZuordnungBearbeiten

Die Ziegenhelle gehört in der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Süderbergland (Nr. 33), in der Haupteinheit Rothaargebirge (mit Hochsauerland) (333) und in der Untereinheit Winterberger Hochland (333.5) zum Naturraum Ziegenhelle (333.51).[2]

SchutzgebieteBearbeiten

Auf der Ostflanke der Ziegenhelle erstreckt sich ein Westausläufer des vielteiligen Naturschutzgebiets Hallenberger Wald (NSG-Nr. 329410), das 2001 gegründet wurde und 8,76 km² groß ist, und insbesondere auf ihrer Nordflanke liegen Südausläufer des mehrteiligen Naturschutzgebiets Züschener Wald (NSG-Nr. 389958), das 2008 gegründet wurde und 3,44 km² groß ist. Bis auf den Gipfel der Ziegenhelle zieht sich das 2004 gegründete und 23,25 km² große Landschaftsschutzgebiet Hallenberger Waldlandschaft (LSG-Nr. 345001), das auf ihrer Südwestflanke in das 2004 gegründete und 299,42 km² große Landschaftsschutzgebiet Rothaargebirge (LSG-Nr. 390204) übergeht.[3]

ZiegenhellenturmBearbeiten

VorgängerbautenBearbeiten

Im Jahr 1881 wurde auf dem Gipfel der Ziegenhelle ein Trigonometrischer Punkt festgelegt. Dazu wurde ein so genannter Festlegungsstein gesetzt und ein 11 m hohes Katastersignal errichtet. Für die eigentliche Triangulation wurde später an Stelle des Katastersignals ein 19,2 m hohes Vermessungsgerüst gebaut. Dieses Gerüst wurde anschließend vom Sauerländischen Gebirgsverein (SGV) als Aussichtsturm genutzt.[4][5]

Auf Initiative der SGV-Abteilung Züschen wurde in den 1930er Jahren ein neuer hölzerner Aussichtsturm erbaut, da das alte Vermessungsgerüst verfallen war. Dieser Aussichtsturm wurde, weil er morsch war, 1973/74 abgerissen.[6] Der danach neu errichtete Ziegenhellenturm, ein 15 m[4] hoher Aussichtsturm aus Holz, wurde dann im Herbst 2010 wegen Baufälligkeit abgerissen.

Heutiger TurmBearbeiten

Bis zum Jahresende 2009 sollte mit Hilfe von EU-Fördergeldern ein neuer Aussichtsturm errichtet werden; dies verzögerte sich jedoch bis zum Sommer 2011. Der Bau des neuen Ziegenhellenturmes wurde von dem örtlichen Heimat- und Verkehrsverein (30.000 €), von EU-Geldern und der Stadt Winterberg (1.250 €) finanziert. Von den Baukosten in Höhe von 78.956,50 € bekam die Stadt Winterberg 29.000 € als LEADER-Zuschüsse von der EU.[7] Der neu erbaute Holzturm wurde am 30. Juli 2011[8] eingeweiht und steht etwa 25 m westlich des Berggipfels. Der etwa 14,7 m hohe Turm steht auf quadratischem Grundriss und hat eine überdachte achteckige Aussichtsplattform auf 11,6 m Höhe.[9] Schon bei der Fertigstellung waren die Aussichtsmöglichkeiten durch den umgebenden Baumbestand stark eingeschränkt. Eine Rodung für eine bessere Aussicht wird geprüft.[10] Neben dem Turm steht eine hölzerne Schutzhütte.

Verkehr und WandernBearbeiten

Der Gipfel der Ziegenhelle ist nur über Wirtschafts- und Wanderwege erreichbar. Der nächstgelegene Parkplatz liegt am Nordhang des Berges beim Skigebiet Snow World Züschen und ist von der zwischen Züschen und Mollseifen verlaufenden Landesstraße 721 über eine asphaltierte Zufahrtsstraße erreichbar.

Über den Berg verläuft der Mythen- und Sagenweg,[11] ein 26 km langer in Züschen beginnender Rundwanderweg sowie die 7. Etappe des Fernwanderwegs Sauerland-Höhenflug, die von Altastenberg über die Ziegenhelle nach Hallenberg führt.

Eine Herausforderung für Mountainbiker ist der Ziegenhelle-Uphill, der von Züschen zum Gipfel der Ziegenhelle führt.[12]

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Topographisches Informationsmanagement, Bezirksregierung Köln, Abteilung GEObasis NRW (Hinweise)
  2. Martin Bürgener: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 111 Arolsen. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1963. → Online-Karte (PDF; 4,1 MB)
  3. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  4. a b Artikel 130 Jahre Türme auf der Ziegenhelle (Memento vom 8. Mai 2014 im Internet Archive) von Hans Fröhlich und Walter Peis, Sauerland Heft 4/2011
  5. So weit das Auge reicht: Aussichtstürme im Sauerland und Siegerland, Buch von Hans Fröhlich (→ Abschnitt Literatur)
  6. laut ehemals einsehbaren Projektinformation auf leader-hochsauerland.de (abgerufen am 16. November 2009; PDF; 286 kB)
  7. Leader-Projekt in Züschen – Neuer Aussichtsturm auf der Ziegenhelle. Archiviert vom Original am 23. Juli 2012; abgerufen am 24. Oktober 2016., Pressemeldung der WAZ-Mediengruppe zum Turmneubau, vom 26. August 2009, abgerufen am 8. Juli 2015, auf derwesten.de
  8. Turmeinweihungsdatum laut Ziegenhelle, auf dl1dlf.de (Amateurfunk)
  9. Höhenangaben laut privat durchgeführten Messungen
  10. Infos zur eventuellen Rodung laut Artikel Beste Aussichten (Memento vom 9. September 2012 im Webarchiv archive.today) vom 31. Mai 2011, abgerufen am 3. Juni 2011, auf sauerlandkurier.de
  11. Der Mythen- und Sagenweg – Erlebnistour rund um Winterberg-Züschen (Memento vom 30. September 2017 im Internet Archive) auf der Webseite der Winterberg Touristik und Wirtschaft GmbH
  12. Ziegenhelle-Uphill (Memento vom 30. September 2017 im Internet Archive) auf der Webseite der Winterberg Touristik und Wirtschaft GmbH