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Szene aus dem Yamaha-R6-Dunlop-Cup, Sachsenring 2012

Der Yamaha-Cup war eine Motorrad-Rennserie, die von Yamaha veranstaltet wurde und der Nachwuchsförderung im Motorradsport diente.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

AllgemeinesBearbeiten

Der Yamaha Cup wurde erstmals 1978 ausgetragen. Er ist damit der älteste Motorrad Markenpokal und die erfolgreichste Nachwuchsserie im deutschen Motorradrennsport. Von Anfang an wurde er im Rahmen der Deutschen bzw. der Internationalen Deutschen Meisterschaft ausgetragen. Im Laufe der Jahre änderte sich der Name mehrmals, je nach Motorrad-Modell bzw. Hauptsponsor. Frühere Namen waren beispielsweise Yamaha-Aral-Cup oder Yamaha R6-Shell Cup. Der letzte Name lautete seit 2004 Yamaha-R6-Dunlop-Cup.

Das Erfolgsrezept hieß Chancengleichheit, welche durch identisches Material bei vergleichsweise günstigen Kosten umgesetzt wurde. Veränderungen am Motor waren tabu. Viele später international erfolgreiche Fahrer, wie Martin Wimmer, Dirk Raudies, Jörg Teuchert oder Kenan Sofuoğlu sammelten seit 1978 hier ihre ersten Siege.

Am 19. Januar 2018 gab Yamaha Deutschland bekannt, dass der Yamaha-Cup eingestellt wird.[1]

MotorradBearbeiten

Entwicklungsbedingt wurden die Rennen im Laufe der Jahre auf verschiedenen Yamaha-Modellen ausgetragen.

2013Bearbeiten

(Stand: Februar 2013) Die Saison 2013 war für die B-Lizenz ausgeschrieben und wurde mit der Yamaha YZF-R6, Modell 2013 gefahren. Das Motorrad hat einen Reihen Vierzylinder-Viertaktmotor mit 600 cm³, bei 91 kW (123,7 PS). Die Teilnehmer müssen mindestens das 18. Lebensjahr vollendet haben, Ausnahmeregelungen sind möglich. Das Cup-Paket kostete 16.860 Euro inklusive Motorrad, Race-Kit, Fahrer- und Teambekleidung, Schmier- und Pflegemitteln sowie allen Nenngeldern. Es wurde mit Dunlop-Einheitsreifen GP Racer D 211gefahren. Das Design war ebenfalls einheitlich, wahlweise in Weiß, Blau oder Schwarz. Der jeweilige Tabellenführer fuhr mit einer gelben Verkleidung.

PunkteverteilungBearbeiten

Weltmeister wird derjenige Fahrer beziehungsweise der Hersteller, der bis zum Saisonende die meisten Punkte in der Weltmeisterschaft angesammelt hat. Bei der Punkteverteilung werden die Platzierungen im Gesamtergebnis des jeweiligen Rennens berücksichtigt. Die fünfzehn erstplatzierten Fahrer jedes Rennens erhalten Punkte nach folgendem Schema:

Punkteverteilung
Platz 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15
Punkte 25 20 16 13 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1

Bei weniger als 50 %, jedoch mehr als 25 % der Gesamtrunden gibt es nur 50 % der Punkte. Unter 25 % gibt es keine Punkte.

SiegerlisteBearbeiten

Jahr Meister Motorrad
1978 Deutschland  Martin Wimmer Yamaha XS 400
1979 Deutschland  Reinhard Scheuerlein Yamaha XS 400
1980 Deutschland  Franz Schwarz Yamaha XS 400
1981 Deutschland  Albrecht Ulmer Yamaha XS 400
1981 Deutschland  Manfred Hemmerlein Yamaha RD 350
1982 Deutschland  Jürgen Braun Yamaha XS 400
1982 Deutschland  Wilhelm Mayer Yamaha RD 350
1983 Deutschland  Roland Busch Yamaha RD 350
1984 Deutschland  Alfred Mannweiler Yamaha RD 350
1985 Deutschland  Rainer Prinz Yamaha RD 350
1986 Deutschland  Sönke Huusmann Yamaha RD 350
1987 Deutschland  Bernd Herrmann Yamaha TZR 250
1988 Deutschland  Oliver Koch Yamaha TZR 250
1989 Deutschland  Kai Schlieper Yamaha TZR 250
1990 Deutschland  Peter Teudeloff-Krahnen Yamaha TZR 250
1991 Deutschland  Oliver Wrede Yamaha FZR 600
1992 Deutschland  Reinhard Krächter Yamaha FZR 600
1993 Deutschland  Patrick Gelbarth Yamaha FZR 600
1994 Deutschland  Johann Pröls Yamaha FZR 600 R
1995 Deutschland  Holger Röckl Yamaha FZR 600 R
1996 Deutschland  Andreas Benitz Yamaha YZF 600 Thundercat
1997 Deutschland  Rico Penzkofer Yamaha YZF 600 Thundercat
1998 Irland  Roger Maher Yamaha YZF 600 Thundercat
1999 Deutschland  Dirk Fritz Yamaha YZF-R6
2000 Deutschland  Philipp Ludwig Yamaha YZF-R6
2001 Deutschland  Andreas Heese Yamaha YZF-R6
2002 Turkei  Kenan Sofuoğlu Yamaha YZF-R6
2003 Deutschland  Thomas Wendel Yamaha YZF-R6
2004 Deutschland  Peter Ungemach Yamaha YZF-R6
2005 Deutschland  Timo Gieseler Yamaha YZF-R6
2006 Deutschland  Pascal Eckhardt Yamaha YZF-R6
2007 Danemark  Thomas Rebien Yamaha YZF-R6
2008 Deutschland  Filip Altendorfer Yamaha YZF-R6
2009 Deutschland  Dominik Vincon Yamaha YZF-R6
2010 Deutschland  Markus Reiterberger Yamaha YZF-R6
2011 Schweiz  Jesko Raffin Yamaha YZF-R6
2012 Finnland  Nikki Tuuli Yamaha YZF-R6
2013 Deutschland  Dominik Engelen Yamaha YZF-R6
2014 Osterreich  Lukas Trautmann Yamaha YZF-R6
2015 Deutschland  Manou Antweiler Yamaha YZF-R6
2016 Polen  Patryk Kosiniak Yamaha YZF-R6
2017 Deutschland  Marc Zellhöfer Yamaha YZF-R6

EinzigartigesBearbeiten

  • 1997 wurde Rico Penzkofer mit 103 Punkten Vorsprung Meister.
  • 2003 wurde Thomas Wendel ohne einen einzigen Sieg Meister.
  • 2014 gewann Lukas Trautmann alle Rennen.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Yamaha beendet den R6-Dunlop-Cup. www.motorradonline.de, 19. Januar 2018, abgerufen am 19. Januar 2018.

WeblinksBearbeiten