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Wolfgang Lackerschmid

deutscher Jazzmusiker, Bandleader und Komponist
Wolfgang Lackerschmid im Jazzclub Unterfahrt (München 2011)

Wolfgang Wilhelm Lackerschmid (* 19. September 1956 in Tegernsee) ist ein deutscher Jazzmusiker, Bandleader und Komponist. Sein Hauptinstrument ist das Vibraphon, er spielt aber auch Piano und Mallet-Instrumente wie die Marimba.

Inhaltsverzeichnis

Leben und WirkenBearbeiten

Lackerschmid, der in Ehingen (Donau) aufwuchs, lernte als Kind Klavier und Gitarre und gründete mit sechzehn Jahren ein Swing- und Bebop-Quintett. Er spielte dann in der Frédéric Rabold Crew und ab 1974 bei Dieter Bihlmaier, wo er sich auf das Vibraphonspiel konzentrierte. Im selben Jahr begann er ein Schlaginstrumente- und Kompositionsstudium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart.

1976 gründete Lackerschmid seine Mallet Connection, die Gastsolisten wie Bob Degen, Heinz Sauer oder Uli Beckerhoff begleitete und 1978 in der Besetzung mit Leszek Zadlo, Rocky Knauer und Janusz Stefański und dem Gast Herbert Joos ihr gleichnamiges Debüt-Album einspielte. 1978 war er mit Karl Berger, David Friedman und Tom van der Geld als Vibe Summit auf Tournee. Zunehmend erlangte er in der europäischen Jazzszene Bekanntheit. Nachdem sich der Vibraphonist 1980/81 verstärkt um seine Plattenfirma Sandra Musik kümmerte, begann ab 1982 die verstärkte Zusammenarbeit mit mehreren Formationen, etwa mit der Latin-Gruppe Sinto, dem Latin Orchestra von Joe Gallardo, zwei Trios und Connection als eigenen Bandprojekten. Lackerschmid schrieb 1984 das Ballett The Fourth World.

Seit etwa 1980 ist er auch außerhalb Europas auf Tournee, vorwiegend in den Vereinigten Staaten von Amerika, verstärkt seit 1992. Auch arbeitet der Musiker gemeinsam mit seiner Frau, der Sängerin Stefanie Schlesinger. Zusätzlich zu eigenen Gruppen ist Lackerschmid auch als Gastsolist bei Konzerten und auf Veröffentlichungen anderer Künstler zu hören, so bei Pete York, Ray Pizzi, Götz Tangerding, Biréli Lagrène, der Unterbiberger Hofmusik, den Klazz Brothers, František Uhlíř, Jiří Stivín, Sandro Roy, Ryan Carniaux und anderen.

Dem Diskographen Tom Lord zufolge war er zwischen 1976 und 2016 an 48 Aufnahmesessions beteiligt.[1] Er lebt in Augsburg, wo er auch ein Tonstudio betreibt. Seit 2016 ist er Mitglied im Bundesvorstand der Union Deutscher Jazzmusiker.[2]

Ensembles und DuetteBearbeiten

Lackerschmid leitet mehrere Ensembles als Band- oder Co-Leader. Darunter befinden sich Gruppierungen wie die Band Brazil & Blue mit Hendrik Meurkens, Paquito D’Rivera, Romero Lubambo, John Lee und Paolo Braga. Lackerschmid leitet sein eigenes Ensemble Lebende Kammermusik für neue Werke zwischen Jazz und E-Musik und die Produktion und Band Franz Grothe Jazz Standards (gefördert von der Franz Grothe Stiftung). Ab 1979 war er im Duo mit dem Trompeter Chet Baker unterwegs, dann mit Günter Lenz und mit Attila Zoller (zwischen 1988 und 1998). Besondere Beachtung fanden international seine Duette mit Chet Baker.

Kompositorische TätigkeitBearbeiten

Lackerschmid komponierte Stücke aus vielen Bereichen des Jazz. Hier sind seine 10 Stücke für Chet Baker ebenso zu nennen wie die Kindermusicals Pinocchio, Der Zauberer von Oz (uraufgeführt 1995 auf der Waldbühne Sigmaringendorf), und Schneewittchen. Überhaupt verfasste Lackerschmid häufig Auftragskompositionen für Theater, Film und Fernsehen.

Neben den oben genannten Werken komponierte Lackerschmid beispielsweise auch für die Augsburger Puppenkiste (Papilio, Paula und die Kistenkobolde, Norbert Nackendick, Das kleine Känguru und der Angsthase u. a.), für das Theater Augsburg (Faust, Pancomedia, Peer Gynt, u. a.) und viele weitere Theaterproduktionen. Auch Filmmusik stammt aus Lackerschmids Feder, neben den Filmen Mit dir und Xaver und Carlotta, für die er komponierte, sind Lackerschmids Werke auch in mehreren Folgen der Fernsehserie Gute Zeiten, schlechte Zeiten zu hören. Er schrieb zudem mehrere Werke für das SUK Kammerorchester Prag, verschiedene Kompositionen für Percussionensemble, Chorwerke und Ballettmusiken.

Diskographische HinweiseBearbeiten

Duette

  • Chet Baker & Wolfgang Lackerschmid, Legacy, Vol. 3: Why Shouldn't You Cry. 2002, Enja.
  • Chet Baker & Wolfgang Lackerschmid, Welcome Back. 1995, West Wind Jazz.
  • Wolfgang Lackerschmid & Attila Zoller, Live Highlights '92. 1992, Bhakti Rec.
  • Chet Baker & Wolfgang Lackerschmid, Ballads for Two. 1990, Inak.
  • Wolfgang Lackerschmid & Günter Lenz, Live Conversation. 1984, Inak.

Lexikalische EinträgeBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Tom Lord Jazz Discography
  2. VORSTAND | Union Deutscher Jazzmusiker. Abgerufen am 19. September 2018 (deutsch).