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Wieland-Gymnasium Biberach

Gymnasium in der Stadt Biberach an der Riß in Baden-Württemberg

Das Wieland-Gymnasium ist neben dem Pestalozzi-Gymnasium eines der beiden staatlichen Gymnasien der Stadt Biberach an der Riß in Baden-Württemberg. Es ist nach dem Dichter Christoph Martin Wieland benannt, der in Biberach lebte und arbeitete.

Wieland-Gymnasium Biberach
File:Wieland-Gymnasium.jpg
Schulform Gymnasium
Gründung 1278
Adresse

Adenauerallee 1–3

Ort Biberach an der Riß
Land Baden-Württemberg
Staat Deutschland
Koordinaten 48° 5′ 49″ N, 9° 47′ 35″ OKoordinaten: 48° 5′ 49″ N, 9° 47′ 35″ O
Träger Biberach an der Riß
Schüler 779 (Stand 2018/2019)
Lehrkräfte 86 (Stand 2018/2019)
Leitung Ralph Lange
Website http://www.wieland-gymnasium.de/

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

 
Das alte Schulhaus in der Gymnasiumstraße um 1906

Schon 1278 ist die erste urkundliche Erwähnung einer Lateinschule und eines lateinischen Schulmeisters in Biberach dokumentiert. Thaddäus Plazzary begründete 1775 eine sogenannte „Professoratsschule“ im alten Gebäude (heute Ochsenhauser Hof) in der Gymnasiumstraße. 1928 wurde die Oberschule, die damals den Namen Progymnasium und Oberrealschule mit städtischen Oberklassen trug, zur Vollanstalt erweitert. 1937 erfolgte für acht Jahre eine Umbenennung in „Horst-Wessel-Oberschule für Jungen“ nach dem Bielefelder SA-Sturmführer Horst Wessel. Noch immer galt in Biberach das Wieland-Gymnasium als Jungengymnasium, obwohl auch Mädchen die Schule besuchen durften. 1961 wurde der Neubau in der Adenauerallee am Ratzengraben bezogen. 1962 erfolgte die Umbenennung in „Wieland-Gymnasium“. 1978 feierte das Wieland-Gymnasium sein 700-jähriges Bestehen.

Am 15. November 2008 wurden ein neuer Klassentrakt, Mensa, Mediothek, Lernbereich und Sporthallen im Beisein von Bundesbildungsministerin Schavan eingeweiht. Diese neuen Gebäude wurden im Rahmen des Investitionsprogramm „Zukunft Bildung und Betreuung“ IZBB errichtet, mit dem die Bundesregierung die Länder beim bedarfsgerechten Auf- und Ausbau von Ganztagsschulen unterstützt. 2016 begann die größte Renovierung und technische Modernisierung des Wieland-Gymnasiums seit dem Neubau. Diese wird 2019 abgeschlossen sein.

BildungsangebotBearbeiten

 
Geografische Koordinaten des Gymnasiums am neuen Klassentrakt

Folgende Züge werden von dem allgemeinbildenden Gymnasium zur Auswahl angeboten:

  • Zug mit einem sprachlichen Profil: Spanisch oder Chinesisch als dritte Fremdsprache
  • Zug mit einem naturwissenschaftlichen Profil: Naturwissenschaft und Technik (NwT) oder Informatik, Mathematik, Physik (IMP)
  • Zug mit einem Kunstprofil
  • Breites Ergänzungsangebot mit ca. 60 Arbeitsgemeinschaften, Förderkursen und Hausaufgabenbegleitung

SchülerzeitungenBearbeiten

  • Die Funzel erschien von 1952 bis 2010 als eine der ersten Schülerzeitungen Deutschlands. Seit 2017 erscheinen neue Ausgaben der Funzel.
  • Venceremos erschien ab 1969 als heftig umstrittenes Aufklärungsblatt.

SchulzeitungBearbeiten

  • Die Schulzeitung „WG aktuell – Nachrichten aus dem Wieland-Gymnasium Biberach“ erscheint dreimal jährlich. Herausgeber ist die Schulleitung mit Unterstützung des Fördervereins des Wieland-Gymnasiums Freunde und Ehemalige des WG Biberach Riß e.V. Die Redaktion der Schulzeitung besteht zum größten Teil aus Lehrern, Schülern und Eltern der Schule. Themen sind das aktuelle Schulleben, Aktionen der SMV, Themen des Elternbeirats und des Fördervereins sowie Organisatorisches. Seit der Ausgabe Nr. 1 des Schuljahres 2008/2009 erscheint das „WG aktuell“ mit dem neuen Logo der Schule, einem stilisierten Kopf des Namensgebers der Schule, Christoph Martin Wieland.

Wieland-Gymnasium TrommlercorpsBearbeiten

  • Seit 1921 nimmt das Trommlercorps der Schule, auch bekannt als die "WG-Trommler", am Biberacher Schützenfest teil. Das Wieland-Gymnasium Trommlercorps ist die zweitälteste Trommlergruppe beim Biberacher Schützenfest. Heinrich Stehrer und Erwin Biederman liefen als Trommler der Oberrealschule und dem Progymnasium voraus. Die Gruppe wurde später von Otto Fries erweitert und hatte 1930 schließlich neun Trommler. 1949 durften die Trommler erstmals nach dem Krieg wieder ihre Trommeln benutzen und bekamen 1952 einen eigenen Tambourmajor. Heute bestehen die WG-Trommler aus 16 Trommlern und einem Tambourmajor. 1996 feierte die Schule im Beisein des ersten WG-Trommlers Heinrich Stehrer das 75-jährige Bestehen des Corps, was einige Ehemalige zum Anlass nahmen, die Gruppe "die kleinen Feger - des kehrt so! Seit 1996", kurz "die kleinen Feger" zu gründen.

DonaufahrtBearbeiten

Eine Besonderheit im Schulleben des Wieland-Gymnasiums bietet die jährliche Donaufahrt der neunten Klassen.[1] Anstatt, wie an anderen Schulen verbreitet, eines Schullandheimaufenthaltes, findet die zweiwöchige Exkursion auf der Donau statt. Die rund 500 km von Eining bei Neustadt an der Donau bis nach Wien werden mit in der Regel drei bis vier schuleigenen Zillen (schwere Holzboote für bis zu vierzehn Personen) allein durch Muskelkraft zurückgelegt. Je nach Anzahl der Parallelklassen finden meist vier Fahrten im Abstand von einigen Tagen statt. Jede Fahrt wird auf zwölf Etappen verteilt durchgeführt:

 
Eine Zille in Passau

Jede Fahrt wird von zwei Lehrkräften und einigen „donaufahrterfahrenen“ Schülern höherer Klassenstufen begleitet. Diese sogenannten „Donaufahrt-Mentoren“ werden aufgrund ihrer Einsatzbereitschaft und Zuverlässigkeit bei ihrer eigenen Donaufahrt ausgewählt. Ihnen kommen besondere Aufgaben bei der Durchführung der Fahrt zu, indem sie die Lehrer unterstützen.

Über die Donaufahrt erschien im Jahr 2017 das Buch "Da wird nicht gleich der Regenschirm aufgespannt! Die Donaufahrt des Wieland-Gymnasiums Biberach": Hauptautor ist der ehemalige Lehrers und Donaufahrer Horst Buchmann.[2]

SchulchronikBearbeiten

Ende des Jahres 2014 erschien eine reich bebilderte Chronik der Schule in Buchform. Die erste umfangreiche Chronik des Wieland-Gymnasiums ist am 5. November 2014 als 312 Seiten umfassendes, informatives und unterhaltsames Buch erschienen. Die Chronik ist inzwischen in der zweiten Auflage erschienen. Sie zeichnet die Geschichte von der ehemaligen Lateinschule des 13. Jahrhunderts zum Gymnasium des 21. Jahrhunderts mit Mensa, Mediothek und Campus nach. Beiträge von Schülern und Lehrern, Briefe und Tagebuchaufzeichnungen, Zeitungsberichte und Texte aus der Schülerzeitung „Funzel“ lassen die jeweilige Ära unmittelbar auf den Leser wirken. Viele Bilder unterstreichen das nachdrücklich. Querverbindungen zur Zeitgeschichte machen vieles, was im Kleinen, also im Schulalltag und darüber hinaus passiert ist, nachvollziehbar.[3]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten