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Widdersdorf (Köln)

Stadtteil Nr. 309 von Köln

LageBearbeiten

Widdersdorf grenzt im Osten an die Stadtteile Bocklemünd/Mengenich und Vogelsang, im Süden an die Stadtteile Müngersdorf und Lövenich, im Westen an Pulheim-Brauweiler und im Norden an den Stadtteil Bocklemünd/Mengenich. Widdersdorf befindet sich bereits auf der Mittelterrasse des Rheintals und ist ein Ort ohne bauliche Berührungspunkte zu anderen Stadtteilen Kölns.

GeschichteBearbeiten

Widdersdorf war bereits zur römischen Zeit und seit dem achten Jahrhundert besiedelt. 1109 wurde der Ort erstmals urkundlich als Wedersdorp erwähnt. Vermutlich lässt sich der Name auf die Tierbezeichnung Widder zurückführen. Seit dem Mittelalter gehörte Widdersdorf zum Amt Königsdorf im Kurfürstentum Köln. Seit 1494 verfügte das Kloster Brauweiler über das Recht, den Pfarrherr zu stellen und dieser übte damit gleichzeitig die Gerichtsbarkeit über Widdersdorf aus. 1794 besetzten französische Revolutionstruppen den Ort und kam im Zuge der Verwaltungsreform an die neugeschaffene Mairie de Freimersdorf im Kanton Weiden im Arrondissement de Cologne im Département de la Roer. 1815 kam Widdersdorf an das Königreich Preußen und wurde ein Teil der Bürgermeisterei Freimersdorf. Der Verwaltungssitz der neuen Bürgermeisterei befand sich zunächst in Widdersdorf, wurde aber 1855 nach Brauweiler verlegt. 1928 wurde das Amt Freimersdorf in Amt Brauweiler umbenannt. Von 1934 bis 1951 war Widdersdorf ein Teil des Amtes Lövenich beziehungsweise des Amtes Weiden. Seitdem war Widdersdorf ein Teil der Gemeinde Brauweiler im Landkreis Köln. Seit dem 1. Januar 1975 ist Widdersdorf ein Teil der Stadt Köln.

 
Kriegerdenkmal aus Köln-Widdersdorf

1902 wurde in Widdersdorf die Sester Kölsch-Brauerei gegründet, welche jedoch später nach Köln-Ehrenfeld umzog. Die Brauerei wurde dann als Kornbrennerei genutzt. Diese wurde zwischen 1998 und 2000 zu Wohnzwecken umgebaut. Das Baudenkmal Brennerei mit seinem Ensemble bildenden Backsteingebäuden wurde im Jahr 1904 erbaut. Das viergeschossige Kesselhaus und der Klinkerschornstein überragen die um einen gepflasterten Hof gruppierte Bebauung. In enger Zusammenarbeit mit dem Stadtkonservator wurde ein Konzept entwickelt, das die bestehende und zugefügte, moderne Bausubstanz harmonisch verbindet.

BevölkerungsstatistikBearbeiten

Struktur der Bevölkerung von Köln-Widdersdorf:

  • Anteil der unter 18-Jährigen: 26,7 % (2014)[1]
  • Anteil der über 64-Jährigen: 13,8 % (2014)[2]
  • Ausländeranteil: 10,8 % (2015)[3]
  • Arbeitslosenquote: 3,6 % (2014)[4]

ReligionBearbeiten

Durch Widdersdorf führt der Jakobsweg, ein Pilgerweg.

Von diesem leitet sich der Name der katholischen Kirchengemeinde (St. Jakobus Köln) im Ort ab, welche mit den Nachbargemeinden Lövenich und Weiden einen Pfarrverband bildet.

Die evangelische Kirchengemeinde im Ort, beheimatet im Gemeindehaus „Unter Gottes Gnaden“, ist Teil der evangelischen Kirchengemeinde Ichthys. Die zahlreichen Angebote, darunter viele ökumenische, werden durch viele ehrenamtliche Gemeindemitglieder ermöglicht.

Kultur und FreizeitBearbeiten

Jährlich findet neben verschiedenen anderen Festen (Maifest, Flohmarkt, Stadtteilfest, Tulpenfest u. v. m.) auch ein Karnevalsumzug statt.

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Widdersdorf hat zugleich einen großen Sportverein: SV Lö/Wi (Lövenich-Widdersdorf) und einen Reiterhof: den Burghof. Darüber hinaus einen Tennisclub St. Antonius und einen öffentlichen Golfclub.

Bauprojekt Widdersdorf SüdBearbeiten

Das Bauprojekt Widdersdorf Süd, genannt Prima Colonia, sieht eine bauliche Erweiterung des Ortes vor, die sich in fünf thematisch unterschiedliche Quartiere gliedert und individuelles Wohnen verspricht. Die Bebauung des 132 ha Areals begann 2007 und war 2015 nahezu fertiggestellt.[5][6]

PersönlichkeitenBearbeiten

In Widdersdorf wurde auch das Maskottchen des 1. FC Köln (Geißbock Hennes VII) durch Bauer Wilhelm Schäfer (* 22. Dezember 1936 in Köln; † 11. Juni 2006 ebenda) 35 Jahre lang betreut, außerdem lebte auch Heinz Gietz in Widdersdorf, der unter anderem die Titelmelodie zu Musik ist Trumpf komponierte.

Der Kölner Kabarettist Jürgen Becker wuchs in Widdersdorf auf.

Der Künstler Willi Brunkow lebte und arbeitete lange Zeit in Widdersdorf.

1848 wurde das Mitglied des Preußischen Landtages, Christian Decker (1848–1914), auf dem Mertenshof in Widdersdorf geboren und liegt auch in Widdersdorf begraben.

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Köln-Widdersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien