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Wasserschloss Lautereck

Schloss in Deutschland
Wasserschloss Lautereck
Plan des „Gräflich Löwensteinischen Gesund-Baades“ mit Wasserschloss aus dem 18. Jh.
Auf dieser Ansichtskarte aus dem 19. Jahrhundert wird das Gebäude als Badeschlösschen bezeichnet.

Das Wasserschloss Lautereck, auch Teusser-Schlösschen genannt, ist ein Wasserschloss im Löwensteiner Ortsteil Teusserbad.

LageBearbeiten

Das Schloss steht in einem von der Teusserquelle gespeisten See im oberen Tal der Sulm unterhalb der Stadt Löwenstein.

GeschichteBearbeiten

Die Teusserquelle war vielleicht bereits in germanischer Zeit als Weihbrunnen bekannt, aber erst seit dem Bauernkrieg 1525 sind überhaupt eine Nutzung der Quelle und dort befindliche Bebauung belegt.[1] Die Quelle wurde bereits im 16. Jahrhundert für Badekuren genutzt, in den von ihr gespeisten Seen fand außerdem Fischzucht statt. Im späten 19. Jahrhundert begann man mit der Abfüllung von Sprudel aus der Teusser-Quelle, während der Bade- und Kurbetrieb bis in die 1930er Jahre endete.

Die erste Erwähnung des Schlösschens erfolgte 1623, als der Löwensteiner Graf Friedrich Ludwig ein in einem See der Kuranlagen bestehendes Sommerschlösschen instandsetzen ließ. Die Fachwerkbalken waren vermodert, so dass bereits bei der Ersterwähnung von einem höheren Alter ausgegangen werden kann. Mit den Ausbesserungsarbeiten von 1623 erhielt das Schlösschen auch schon seine heutige Gestalt.[2] Nach 1730 war es Teil des Kurbetriebs in Teusserbad und hatte Gästezimmer für illustre Gäste sowie einen eigenen Heizkessel für warme Bäder.[3] 1801 war es dann sanierungsbedürftig und nicht mehr Teil des Kurbetriebs.[4] 1822 wurde das Schloss durch Fürst Georg von Löwenstein renoviert[5] und 1823 wurden „englische Anlagen“ eingerichtet.[6] 1835 sollte das Teusserbad verkauft werden; in einer „Beschreibung der Realitäten“ wurde auch das „s. g. Badschlößchen“ erwähnt, das „11 Piecen“ enthalte.[7] Verkauft wurde es schließlich erst mit dem Niedergang des Badebetriebs 1861 mitsamt der Badeanlagen an den Heilbronner Bürger Julius Rauth.[8] Dieser trennte sich bald wieder von den Badeanlagen, behielt aber das Schlösschen.[9]

Das verwinkelte Bauwerk gehört mittlerweile dem Inhaber der Teusser Mineralbrunnen GmbH.[10][11]

Am Neujahrstag 2009 forderte ein Schwelbrand in dem Schlösschen, der vermutlich durch auf die Decke übergegangene Kaminhitze ausgelöst worden war, einen Verletzten.[12]

Literarische ErwähnungenBearbeiten

Der Heilbronner Arzt Dietrich Christoph Scharff verfasste eine ausführliche Beschreibung des ab 1730 renovierten Badebetriebs in Teusserbad und gab darin auch eine Beschreibung des damals an den Kurbetrieb angeschlossenen Schlösschens, das Gästezimmer für illustre Gäste besaß und über einen eigenen Heizkessel verfügte.[13]Carl Julius Weber beschrieb 1834 das sogenannte Badeschlößchen als „ein so sonderbares altes Gebäude, als nur immerhin die Pfalz im Rhein, ein wahres Paradoxon, worüber mir Niemand Auskunft geben konnte.“[14] Auch im Morgenblatt für gebildete Leser vom 26. März 1839 findet sich – in einer Folge von Villeggiatur in Weinsberg – eine Erwähnung des Schlösschens: „Wir lenkten in die Schlucht zur Rechten, wo in Waldesnacht ein gothisches, leider rosa getünchtes Jagdschlößlein am übelriechenden See liegt und weiterhin das Theusserbad, welches zur herbstlichen Zeit düster aussieht, kein freundliches Gebäude, aber frische Quellen und lockende Waldanlagen hat.“[15]

SonstigesBearbeiten

Ein weiteres Schloss namens Lautereck aus dem Besitz der Grafen von Löwenstein befindet sich in Sulzbach an der Murr.[16]

LiteraturBearbeiten

  • Lothar Dudeck und Edmund Schrein: Das Teusserbad – „Diese heylsame, starcke und waßerreiche Quelle …“. In: Karl-Heinz Dähn (Red.): 700 Jahre Stadt Löwenstein 1287–1987. Löwenstein 1987, S. 389–412.
  • Julius Fekete: Kunst- und Kulturdenkmale im Stadt- und Landkreis Heilbronn. Theiss, Stuttgart 2002, ISBN 3-8062-1662-2, S. 226 und Abb. S. 228.
  • Friedrich Piel: Baden-Württemberg. Deutscher Kunstverlag, 1964, S. 476.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Wasserschloss Lautereck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Dudeck/Schrein 1987, S. 389.
  2. Dudeck/Schrein 1987, S. 394.
  3. Dudeck/Schrein 1987, S. 306.
  4. Dudeck/Schrein 1987, S. 399/400.
  5. Dudeck/Schrein 1987, S. 400.
  6. Landesarchiv
  7. Augsburger Allgemeine Zeitung, 1835, S. 1176
  8. Dudeck/Schrein 1987, S. 402.
  9. Dudeck/Schrein 1987, S. 402.
  10. Homepage der Teusser Mineralbrunnen
  11. Pro-Region.de
  12. Kreisfeuerwehrverband Heilbronn (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kfv-heilbronn.de
  13. Dietrich Christoph Scharff: Neue Beschreibung deß alten und vorhin schon längst berühmten bey und unter der hoch-gräflichen Residenz reichlich hervorfließenden Gesundbrunnens. Heilbronn 1733, S. 37 ff.
  14. Carl Julius Weber: Deutschland, oder Briefe eines in Deutschland reisenden Deutschen. 1. Band. 2. Auflage. Stuttgart 1834, S. 513
  15. Morgenblatt für gebildete Leser, 73, 26. März 1839, S. 291
  16. Stuttgart-Tourist.de

Koordinaten: 49° 5′ 41,6″ N, 9° 22′ 29,8″ O