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Warnstedt (Adelsgeschlecht)

Adelsgeschlecht
Wappen derer von Warnstedt

Warnstedt, auch Wernstedt ist der Name eines Adelsgeschlechts, das zum brandenburgischen Uradel gehört und auch in Mecklenburg, Schweden, Dänemark und Schleswig-Holstein ansässig wurde.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Das Geschlecht stammt aus Brandenburg, der Namen gebende Stammort war Warnstedt (Thale) im Ostharz. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Godefridus de Warnestede 1295 in der Prignitz.[1] Die Familie ist schon früh in Mecklenburg nachgewiesen und nahm an der Überweisung der drei Landesklöster (Dobbertin, Malchow und Ribnitz) in die Verantwortung der Ritter- und Landschaft 1572 teil. Im Dobbertiner Einschreibebuch finden sich die Eintragungen von sechs Töchtern von 1721 bis 1900 aus Sildemow zur Aufnahme in das adelige Damenstift im Kloster Dobbertin.

Sie saß zuerst auf Klein Wahnstorf und Torriesdorf (Groß Siemz); später gehörten Kobrow (Wardow, 1792–1796) und Sildemow (Papendorf (Warnow), 1720–1784), Poggelow (Schwasdorf, 1791–1793), Wilhelmshof (1792–1818) und Zierstorf (Groß Roge, 1752–1781) zu ihren mecklenburgischen Besitzungen.

1586 heiratete Christoffer von Warnstedt (1542–1627) die uneheliche, jedoch legitimierte Tochter Lucretia Magnusdotter Gyllenhielm (1562–1624) des Herzogs Magnus von Östergötland, des dritten Sohnes von König Gustav Wasa. Kennengelernt hatten sie sich 1581 bei der Hochzeit von Lucretias Tante Elisabeth von Schweden mit Herzog Christoph zu Mecklenburg. Sie wurden Stammeltern des nun einzig lebenden schwedischen Zweiges der Familie,[2] der 1625 mit Sohn Melcher Wernstedt in das schwedische Ritterhaus in der Ritterklasse unter der Nr. 78 aufgenommen wurde.[3]

Im frühen 18. Jahrhundert kam das Geschlecht in dänische Dienste. Friedrich Carl von Warnstedt erbte durch seine Frau die Güter Loitmark und Espenis bei Kappeln, die 1840 Herzog Karl von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg erwarb. Der dänisch-norwegische König Christian VII. sandte seinen Generaladjutanten und Kammerherrn von Warnstedt gegen Ende des Jahres 1770 nach Sankt Petersburg und stellte ihn nach seiner Rückkehr zu Weihnachten in Kopenhagen unter bewachten Hausarrest.[4] Bernhard (* 1819), Sohn des königlich dänischen Hofjägermeisters und Oberförsters im Herzogtum Schleswig, Christian von Warnstedt († 1828), war nach Amerika ausgewandert und schließlich verschollen.[5]

Die natürlichen Söhne des braunschweig-lüneburgischen Generalmajors Karl von Warnstedt und der Eleonore Schultze wurden 1788 braunschweigisch legitimiert und 1790 unter dem kursächsischen Reichsvikariat geadelt.[6]

1895 kam es zur Namens- und Wappenvereinigung von Wobeser-Warnstedt für die Brüder Tezlaff und Otto von Wobeser, Adoptivsöhne ihres Oheims Karl von Warnstedt, preußischer Amtsrichter zu Korbach.[7] Weiters wurde Ursula Borchers (* am 29. März 1891 in Schwaneberg) von ihm mit dem Namen Warnstedt adoptiert und Wilhelm II. erhob sie 1895 unter dem Namen von Warnstedt in den preußischen Adelsstand.[5]

WappenBearbeiten

Das Wappen zeigt in Silber drei (2:1) schwarze Vögel (auch Birkhühner). Auf dem gekrönten Helm mit schwarz-silbernen Decken eine wachsende Jungfrau in von Schwarz und Silber gespaltenem Gewand, die sich eine goldene Blätterkrone auf ihr herabwallendes goldenes Haar setzt.

VertreterBearbeiten

MonumenteBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • von Warnstedt. In: Marcelli Janecki, Deutsche Adelsgenossenschaft (Hrsg.): Jahrbuch des Deutschen Adels. Dritter Band. W. T. Bruer’s Verlag, Berlin 1899, S. 728–733 (dlib.rsl.ru – Stammreihe Warnstedt mit Hildebrandt-Wappengrafik).
  • Gustav von Lehsten: Der Adel Mecklenburgs seit dem landesgrundgesetzlichen Erbvergleiche (1775). Tiedemann, Rostock 1864, S. 285 (books.google.de).
  • Friedrich-Carl von Stechow: Stammbuchauswertung des Stammbuches 1589–1600 von Johann Joachim von Warnstedt. In: Schriftenreihe des Roland. 27, Dortmund 1994.
  • Christopher von Warnstedt: Die von Warnstedt auf Triglitz II. In: Familiengeschichtliche Blätter. N.F. 1, 1962–71, S. 98–114.
  • Christopher von Warnstedt: Die Wustrower von Melberg und von Warnstedt. In: Genealogie. 19, 1970, S. 65–76.
  • Christopher von Warnstedt: Kurze Geschichte und ältere Genealogie des Geschlechts von Warnstedt. In: Der Herold. N.F. 3, 1943, S. 141–184.
  • Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon. Band XV, Band 134 der Gesamtreihe, S. 462–463, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 2004, ISSN 0435-2408.
  • Genealogisches Taschenbuch der Ritter- und Adels-Geschlechter. 4, 1879, S. 667–671 (Stammreihe).
  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. A 1900 (Stammreihe), 1902–1911 (Ergänzungen, ältere Genealogie), 1913–1920 (Stamm B Wernstedt, Stammreihe, ältere Genealogie), 1924–1939 (Ergänzungen).
  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. B 1909 (Warnstedt des Stammes Borchers 1895), 1910–1929 (Ergänzungen).

WeblinksBearbeiten

  Commons: Warnstedt (Adelsgeschlecht) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Adolph Friedrich Riedel, Codex diplomaticus Brandenburgensis A I, S. 249.
  2. E. Schieche, A. Erler, A. Waas: Deutsche Landschaften. In: Historische Zeitschrift. Band 170, Nr. 3, 1950, S. 669–671, JSTOR:27610226.
  3. Claës C:son Lewenhaupt (Hrsg.): Sveriges ridderskap och adels kalender. 44. Auflage. Albert Bonniers, Stockholm 1921, S. 1335 (archive.org).
  4. 1770 Kammerherr von Warnstedt wird verhaftet. In: Vor mehr als hundert Jahren: Merkwürdige und interessante Abdrucke aus den in ganz Deutschland zuerst erschienenen Zeitungen. S. 110: (books.google.es).
  5. a b von Warnstedt. In: Marcelli Janecki, Deutsche Adelsgenossenschaft (Hrsg.): Jahrbuch des Deutschen Adels. Dritter Band. W. T. Bruer’s Verlag, Berlin 1899, S. 728–733 (dlib.rsl.ru – Stammreihe Warnstedt mit Hildebrandt-Wappengrafik).
  6. Ahnenforschung in Preussen & Lippe: Der Adel in Niedersachsen – W
  7. GHdA, Adelslexikon. Band XVI, S. 306, Limburg (Lahn) 2005.