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Volker Wieland

deutscher Hochschullehrer, Professor für Monetäre Ökonomie

Volker Wieland (* 3. Februar 1966 in Aalen) ist Professor für Monetäre Ökonomie an der Goethe-Universität Frankfurt und seit März 2013 Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Wieland studierte bis zum Vordiplom Volkswirtschaftslehre an der Universität Würzburg und wechselte anschließend an die State University of New York at Albany, wo er einen Masterabschluss in Economics absolvierte. Nach Teilnahme am Advanced Studies Program am Institut für Weltwirtschaft in Kiel im Studienjahr 1989/90 wechselte Wieland an die Stanford University, wo er 1995 den Ph.D.-Grad in Economics erwarb. Im Anschluss arbeitete Wieland fünf Jahre beim Federal Reserve Board in Washington, D.C., zunächst als Economist, später als Senior Economist.

Zum Wintersemester 2000 übernahm Wieland die Professur für Geldtheorie und Geldpolitik an der Goethe-Universität Frankfurt. Von 2003 bis 2009 war er Direktor des Center for Financial Studies, wo er weiterhin Programmdirektor für Zentralbanken und Monetäre Ökonomik ist. Im März 2012 wechselte Wieland auf die Stiftungsprofessur für Monetäre Ökonomie am Institute for Monetary and Financial Stability (IMFS) im House of Finance der Goethe-Universität. Seit Juni 2012 ist er Geschäftsführender Direktor des IMFS, das von der Stiftung Geld und Währung finanziert wird.

ForschungBearbeiten

Wieland forscht über Geld- und Fiskalpolitik, Konjunkturzyklen und makroökonomische Modelle, Inflation und Deflation, Lernverhalten und wirtschaftliche Dynamik sowie numerische Methoden in der Makroökonomie. Seit einiger Zeit beschäftigt sich Wieland mit dem Aufbau eines öffentlichen Archivs makroökonomischer Modelle für vergleichende Zwecke.[1] 2008 wurde Wieland mit dem Wim Duisenberg Research Fellowship der Europäischen Zentralbank ausgezeichnet.

Öffentlicher EinflussBearbeiten

Wieland organisiert seit 2004 die Konferenzserie „The ECB and Its Watchers“, in deren Rahmen sich einmal im Jahr der Präsident und Ratsmitglieder der Europäischen Zentralbank Kritikern aus Wissenschaft und Öffentlichkeit stellen und über aktuelle Herausforderungen für die europäische Geldpolitik diskutieren.

Er war beratend für die Europäische Zentralbank, die Zentralbanken von Finnland und Chile, das Federal Reserve Board und die Europäische Kommission tätig. Er ist seit 2011 Mitglied im Kronberger Kreis der wirtschaftsliberalen Stiftung Marktwirtschaft. Seit Anfang 2012 gehört er dem wissenschaftlichen Beirat des Bundesministeriums der Finanzen an. Seit 1. März 2013 ist er Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

In ihrem erstmals 2013 durchgeführten Ranking der einflussreichsten Ökonomen Deutschlands führte die Frankfurter Allgemeine Zeitung Volker Wieland auf Platz 11.[2]

PositionenBearbeiten

Wieland hat sich mit Blick auf die Eurokrise für Reformen und Ausgabenkürzungen statt Steuererhöhungen ausgesprochen. Er kritisiert außerdem den Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB.[3]

Die Ansiedelung einer europäischen Bankenaufsicht bei der EZB hält Wieland ebenfalls für problematisch.[4]

EinzelnachweiseBearbeiten

WeblinksBearbeiten