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Villa Möllering

Villa im Lüneburger Stadtteil Häcklingen in Niedersachsen
Die Villa Möllering von der Eingangsseite
Die Villa Möllering in einer Gesamtsicht
Das Gebäude um 1920, als es noch als Schule diente.

Die Villa Möllering (auch: Waldhaus Häcklingen) ist eine Villa im Lüneburger Stadtteil Häcklingen in Niedersachsen. Das Kulturdenkmal wurde 1906 von den Berliner Architekten Konrad Reimer und Friedrich Körte im Heimatschutzstil errichtet.[1]

Die VillaBearbeiten

Die eingeschossige Villa mit Satteldach befindet sich in Häcklingen, Am Wischfeld 16. Die Giebel des Gebäudes sind verbrettert. Erbaut wurde die Villa im Jahre 1906, hier wohnte dann Margarete Endemann, die Leiterin der Landfrauenschule Reifenstein. Im Jahre 1935 kaufte Alexander Möllering, der Leiter der Kronen-Brauerei, die Villa. Daher stammt der Name, Villa Möllering. Möllering ließ das Haus im Stil der Zeit umbauen. Das Portal des Eingangs wurde zu einem Rundbogen umgebaut. Im Jahre 1938 kamen ein Stall und ein Wohnhaus hinzu. Das Gebäude ist heute baufällig und in seinem Erhalt stark gefährdet,[2] obwohl es auf Grund seiner architektonischen Qualität sowie seiner Geschichte als Kulturdenkmal eingestuft ist.[3]

GeschichteBearbeiten

Nach der Errichtung wurde anschließend im Jahr 1907 im Gebäude eine Mädchenschule eingerichtet, in der junge Frauen vom Lande, Frauenberufe gelehrt wurden. Von 1917 bis 1923 war der Haus- und landwirtschaftlicher Lehrbetrieb offenbar dem Reifensteiner Verband zugeordnet. Seit 1935 gehörte das Haus dem Direktor der Kronen-Brauerei, Möllering, der ihm den neuen Namen gab.[4][5]

Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Lüneburg am 18. April 1945 von britischen Truppen unter Bernard Montgomery eingenommen. Montgomery nutzte zunächst in Oedeme das Anwesen des Bauern Knacke als Hauptquartier. Am 30. April 1945 verlegte er das Hauptquartier in die Villa Möllering, dass außerdem vom Befehlshaber der 2. britischen Armee Demsey bezogen wurde. Seit dem 1. Mai hielt sich Montgomery mit seinem engsten Stab in seinem „tactical Headquarters“ auf dem Timeloberg bei Wendisch Evern auf, wo für ihn sein Wohnwagen aufgestellt war. Am 3. Mai 1945 fand sich in der Villa Möllering eine Delegation unter Leitung des Generaladmirals Hans-Georg von Friedeburg ein, die von Großadmiral Dönitz gesandt war, der sich mit der letzten Reichsregierung nach Flensburg-Mürwik abgesetzt hatte. Friedeburg wurde unter anderem von Kampfkommandant Alwin Wolz begleitet. In der Villa fanden zunächst Gespräche über eine von Dönitz angebotene Teilkapitulation statt. Zudem unterschrieb Wolz in der Villa die Bedingungen zur Übergabe der Stadt Hamburg. Da sich das das taktische Hauptquartier der britischen Truppen mit Montgomery auf dem Timeloberg bei Wendisch Evern befand, wurde die Delegation unter Hans-Georg von Friedeburg dorthin weiter geleitet. Auf dem Timeloberg wurde dann am 4. Mai 1945 die Teilkapitulation für die deutschen Streitkräfte in Nordwestdeutschland, Holland, Dänemark und Schleswig-Holstein unterschrieben.[6]

Nach dem Krieg zog in die Villa eine Psychiatrische Klinik ein, die sich heute in Uelzen befindet.[7][8]

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bürgerbrief. Mitteilungen des Bürgervereins Lüneburg e.V. Nummer 75, vom: Mai 2015; Seite 12; abgerufen am: 1. Mai 2017
  2. Landeszeitung Lüneburg: 2,5 Millionen Euro Investitionsbedarf, vom: 16. August 2013; abgerufen am: 1. Mai 2017
  3. Bürgerbrief. Mitteilungen des Bürgervereins Lüneburg e.V. Nummer 75, vom: Mai 2015; Seite 12; abgerufen am: 1. Mai 2017
  4. Landeszeitung Lüneburg: 2,5 Millionen Euro Investitionsbedarf, vom: 16. August 2013; abgerufen am: 1. Mai 2017
  5. Bürgerbrief. Mitteilungen des Bürgervereins Lüneburg e.V. Nummer 75, vom: Mai 2015; Seite 11 f.; abgerufen am: 1. Mai 2017
  6. Bürgerbrief. Mitteilungen des Bürgervereins Lüneburg e.V. Nummer 75, vom: Mai 2015; Seite 11 f.; abgerufen am: 1. Mai 2017
  7. Landeszeitung Lüneburg: 2,5 Millionen Euro Investitionsbedarf, vom: 16. August 2013; abgerufen am: 1. Mai 2017
  8. Bürgerbrief. Mitteilungen des Bürgervereins Lüneburg e.V. Nummer 75, vom: Mai 2015; Seite 11 f.; abgerufen am: 1. Mai 2017

WeblinksBearbeiten

  Commons: Villa Möllering – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 53° 12′ 26,6″ N, 10° 22′ 42,8″ O