Victoria (Guyana)

Siedlung in Guyana

Victoria ist eine Siedlung von Guyana in der Region Essequibo Islands-West Demerara (Región de Islas Esequibo-Demerara Occidental). Es war das erste Dorf[1][2] in Guyana, welches von afrikanisch-stämmigen Einwohnern mit gemeinsamen Mitteln gekauft wurde, nachdem sie kurz zuvor ihre Freiheit aus der Sklaverei errungen hatten.

Victoria
Victoria (Guyana)
Victoria
Koordinaten 6° 45′ N, 57° 58′ WKoordinaten: 6° 45′ N, 57° 58′ W
Basisdaten
Staat Guyana

Region

Essequibo Islands-West Demerara

GeographieBearbeiten

Der Ort liegt an der Atlantik-Küste im Gebiet von Enmore-Hope Village District, etwa 20 km östlich von Georgetown.[3] Der Ort ist wie alle Orte entlang der Küste am Reißbrett angelegt. Landwirtschaftliche Flächen erstrecken sich von der Küste aus schnurgerade ins Hinterland. Im Umkreis liegen die Orte John and Cove (W) und Belfield (O).

GeschichteBearbeiten

Die Kommune wurde ursprünglich als Plantage gegründet. Sie hieß „Fort Wellington“. Im November 1839 legten 83 ehemalige Sklaven aus fünf nahegelegenen Plantagen (Douchfour, Ann’s Grove, Hope, Paradise und Enmore) ihre Ersparnisse zusammen und erwarben die Plantation Northbrook für 30.000 Gulden (umgerechnet: $10.283,63). Jeder der 83 Eigentümer erhielt ein Los Land. Nach der Erwerbung benannten sie die Siedlung um in „Victoria“, entweder zu Ehren von Englands Königin Victoria[4], oder als Erinnerung an den 'Sieg', den die ehemaligen Sklaven errungen hatten.[5]

Der Ort war 1845 einer der ersten, welcher einen „Code of local government“ in Guyana erhielt.[6] Das Dorf entwickelte sich zu einem der führenden Exporteure für Kokos und Cassava-Produkte.[1]

Die erste Kirche die dort gebaut wurde, eine Congregationalist Church, wurde nach dem Abolitionisten William Wilberforce benannt und 1845 fertig gestellt.[7] Eine Gedenktafel in der Kirche ehrt auch William Africa Baptiste ('Boss Africa'), der als 'Vater des Dorfes' galt. Baptiste starb 1881. Er war der erste Lehrer im Dorf gewesen.[7] Wilberforce Congregational Church ist bis heute in Nutzung.

Der guyanische Dramatiker-Pionier, Bertram Charles, wurde in Victoria geboren und organisierte 1963 eine Reihe von Creole Breakfasts-Veranstaltungen um künstlerisches und kulturelles Leben in dem Gebiet anzuregen.[8]

William Nicholas Arnos History of Victoria Village ist ein Bericht der Ursprünge und Entwicklung des Dorfes.[9]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Moses’ cassava bread factory keeping tradition alive. Guyana Chronicle, guyanachronicle.com.
  2. From Northbrook to Victoria- holding steadfast to her African heritage amid transformation. Newsroom Guyana, newsroom.gy 1. August 2020.
  3. Victoria bei GeoNames geonames.org. Abgerufen am 22. November 2021.
  4. 54. The Village Movement. guyana.org.
  5. hit- from Guyana: Land of Six Peoples. landofsixpeoples.com.
  6. Guayajots. silvertorch.com. Archivlink
  7. a b Victoria Village. Guyana Times International. guyanatimesinternational.com.
  8. Victoria Village – A Breakfeast with a Purpose. waltieainsworth.wordpress.com.
  9. ‘History of Victoria Village’ –by William N. Arno. Guyana Chronicle, guyanachronicle.com.

WeblinksBearbeiten