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Verklappung

Unter Verklappung versteht man die Entsorgung von Abfällen in Gewässern. Der Begriff ist ursprünglich auf das Öffnen einer Klappe zurückzuführen, wird aber heute im vorstehenden Sinne allgemein verwendet. Häufig handelt es sich dabei um flüssige Abfälle (z. B. Dünnsäure) oder um Schwerölrückstände, die bei einer Schiffs- oder Tankreinigung auf See entsorgt werden.

Gesetzliche RegelungenBearbeiten

Da die Verklappung die Umwelt belastet und direkt oder indirekt zu Umweltschäden führt, ist sie für viele Stoffe im Sinne des Umweltschutz in der Seeschifffahrt durch diverse internationale und nationale Vereinbarungen geregelt. Zum Beispiel gibt es detaillierte Regelungen für das Verklappen von Baggergut, das bei der Ausbaggerung von Fahrrinnen und Häfen anfällt. Die Schiffs- und Tankreinigung auf See ist unter anderem durch das Internationales Übereinkommen zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe geregelt.

Sowohl in Deutschland als auch in der Europäischen Union ist die Verklappung von Abfällen auf See keine zulässige Praxis mehr für die Behandlung von Abfällen, unter anderem auf Grund des OSPAR-Vertrages (Altlasten in den Meeren).

Seit das internationale Oslo-London-Abkommen (Oslo 15. Februar 1972, Geltungsbereich Nordsee und Atlantik, London 29. Dezember 1972, Geltungsbereich weltweit) ratifiziert wurde und das „Hohe-See-Einbringungsgesetz“ im Jahr 1977 in Kraft trat, ist die Abfallbeseitigung in der BRD erlaubnispflichtig. Das Gesetz regelt die Einbringung oder Einleitung von Stoffen in die hohe See. Es wird ergänzt durch die Hohe-See-Einbringungsverordnung und die Hohe-See-Einbringungsverwaltungsvorschrift.[1]

BeispieleBearbeiten

  • Aktion gegen Atommüllverklappung im Nordatlantik: Das Greenpeace-Schiff Rainbow Warrior wurde 1979 eingesetzt, um das Verklappen von radioaktiven Abfällen des britischen Transportschiffs Gem zu verhindern;
  • 1982 Greenpeace-Aktion gegen Atommüll-Verklappungsschiffe aus den Niederlanden und Großbritannien;
  • 1982 beendet die Bayer AG die Dünnsäureverklappung in der Nordsee;
  • Nach weiteren Protesten von Umweltverbänden stellten Deutschland 1989 und Großbritannien 1993 die Verklappung ein;
  • Verklappung von Bauschutt;
  • Verklappung von Baggergut aus der Nassbaggerei in Flüssen und Häfen.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Umweltlexikon-Online: Abfallbeseitigung auf See