Hauptmenü öffnen

Verband deutscher Musikschulen

Fachverband und Trägerverband der öffentlichen gemeinnützigen Musikschulen in Deutschland
Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung: Aufgaben und Geschichte straffen --Marlus Gancher (Diskussion) 15:42, 6. Mai 2015 (CEST)
Bitte hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Der Verband deutscher Musikschulen (VdM) ist der Fachverband und Trägerverband der öffentlichen gemeinnützigen Musikschulen in Deutschland. In ihm sind mehr als 900 (die einstige Maximalgröße von 1.006 Musikschulen wird inzwischen deutlich unterschritten) Musikschulen organisiert. Die Mitgliedschulen in jeweils einem Bundesland bilden gemeinsam einen Landesverband, von denen es folglich insgesamt sechzehn gibt. In den dem VdM angeschlossenen Schulen werden etwa 1 Million Kinder, Jugendliche und Erwachsene von etwa 35.000 Musiklehrerinnen und -lehrern unterrichtet. Der Verband versteht sich als zentraler Träger der freien Jugendhilfe und Fachpartner für die bundesweite Entwicklung und Umsetzung musikalischer Jugend- und Erwachsenenbildung, der in der Jugendbildung eng mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zusammenarbeitet. Von letzterem wird er gefördert, ebenso wie aus dem Kinder- und Jugendplan des Bundes. Seine Organe sind die Bundesversammlung, der Bundesvorstand und der Erweiterte Bundesvorstand. Der VdM ist unter anderem Mitglied im Deutschen Musikrat, im Deutschen Kulturrat, in der Europäischen Musikschul-Union (Emu), in der Bundesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (BKJ), in der Föderation musikpädagogischer Verbände Deutschlands (FMV), in den Bundes-Akademien Trossingen, Remscheid und Wolfenbüttel, in der Initiative Hören und in zahlreichen weiteren deutschen und internationalen Institutionen und Organisationen.

Der Verband arbeitet mit den kommunalen Spitzenverbänden, den Fachverbänden, den allgemeinbildenden Schulen, den Ausbildungsstätten für Musikberufe, den Laienmusikverbänden, der Bundes-Eltern-Vertretung für Musikschulen und anderen kulturellen Einrichtungen zusammen, außerdem mit den Wettbewerben Jugend musiziert, Jugend jazzt, dem Deutschen Orchesterwettbewerb und dem Deutschen Chorwettbewerb. Mit der GEMA sind Rahmenverträge über eine Gebührenbefreiung bzw. günstige Tarife für Musikaufführungen der Musikschulen geschlossen worden.

Offizielles Mitteilungsorgan des Verbandes ist die Neue Musikzeitung.

Inhaltsverzeichnis

AufgabenBearbeiten

Der VdM definiert seine Organisationsstruktur und Aufgaben selbst wie folgt:

„Der VdM ist der Fachverband der öffentlichen gemeinnützigen Musikschulen. Die Organe des VdM sind die Bundesversammlung, der Bundesvorstand und der Erweiterte Bundesvorstand. Die Bundesgeschäftsstelle hat ihren Sitz in Bonn.

Der VdM ist anerkannter Träger der freien Jugendhilfe und wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aus dem Programm "Kulturelle Jugendbildung" des Kinder- und Jugendplans des Bundes gefördert.

Der VdM vertritt die gemeinsamen Belange der Musikschulen bei Behörden, bei Berufsverbänden sowie Organisationen des deutschen und internationalen Musiklebens.

Der VdM ist Mitglied in der Bundesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (BKJ), im Deutschen Musikrat, in der Europäischen Musikschul-Union (EMU), in der Föderation musikpädagogischer Verbände Deutschlands (FMV) sowie in zahlreichen weiteren Institutionen und Organisationen, in deren Arbeit die Interessen und die Mitwirkung der Musikschulen einzubringen sind.

Der VdM pflegt die Zusammenarbeit mit den kommunalen Spitzenverbänden, den Fachverbänden, den allgemeinbildenden Schulen, den Ausbildungsstätten für Musikberufe, den Laienmusikverbänden und anderen kulturellen Einrichtungen.

Der VdM hat Rahmenverträge mit der GEMA abgeschlossen, die den Musikschulen eine Gebührenbefreiung bzw. günstige Tarife für Musikaufführungen gewähren.

Der VdM arbeitet eng mit den Wettbewerben "Jugend musiziert", "Jugend jazzt", dem Deutschen Orchesterwettbewerb und dem Deutschen Chorwettbewerb zusammen.

Fachkompetenz und Fortbildung

Der VdM erstrebt die optimale Verbindung von fachlicher Kompetenz und Praxisnähe: Es gibt zahlreiche "Fachberater" für den VdM, Projekte und Konzepte werden in Form von Arbeitsgruppen mit Fachleuten erarbeitet. Auch externes Fachwissen wird vom VdM herangezogen.

Der VdM ist für die Erarbeitung und Aktualisierung des Strukturplans für Musikschulen und der Rahmenlehrpläne für den Musikschulunterricht verantwortlich.

Der VdM gibt Richtlinien und Empfehlungen für pädagogische und organisatorische Angelegenheiten.

Der VdM initiiert, entwickelt und erprobt neue musikpädagogische Modelle und Projekte.

Der VdM erarbeitet Fort- und Weiterbildungskonzepte für Lehrkräfte und Leiter von Musikschulen und macht ein breites Angebot entsprechender Seminare und Lehrgänge.

Der VdM führt Musikschulkongresse, Symposien und Tagungen durch und unterstützt den Erfahrungsaustausch der Musikschulen.

Der VdM berät die Musikschulen und ihre Träger in pädagogischen, organisatorischen und verwaltungstechnischen Fragen.

Der VdM bietet seinen Musikschulen mit dem "Qualitätssystem Musikschule" ein Qualitätsmanagement nach EFQM (European Foundation for Quality Management) an.

Der VdM unterstützt Mitgliedschulen beim interkommunalen Leistungsvergleich mit dem Programm EDuR (Bertelsmann Stiftung).

Information und Öffentlichkeitsarbeit

Der VdM informiert die Öffentlichkeit über Ziele, Aufgaben, Angebote und die Arbeit der Musikschulen. Dabei stehen Kontakte zur Fachpresse, zur Tagespresse und den Medien neben der Beantwortung von Anfragen aus Politik, Fachwelt und Bevölkerung.

Der VdM entwickelt Informations- und Werbematerialien für den Einsatz in den Musikschulen.

Der VdM führt alle drei Jahre den Deutschen Musikschultag durch, bei dem am selben Tag alle Musikschulen überall in Deutschland an ihre lokale Öffentlichkeit treten.

Der VdM veröffentlicht seine offiziellen Mitteilungen, Berichte und Beiträge auf eigenen Seiten in der monatlich erscheinenden "Neuen Musikzeitung" (nmz).

Der VdM betreibt den VdM Verlag Bonn, in dem eigene Dokumentationen, Arbeitshilfen, periodische Veröffentlichungen und weitere Publikationen zur Musikschule veröffentlicht werden.

Der VdM hat rund 200 Fördernde Mitglieder aus der Musikwirtschaft und dem Musikleben. Sie unterstützen die Anliegen und Projekte des VdM ideell und finanziell.

Der VdM arbeitet mit der Bundes-Eltern-Vertretung der Musikschulen zusammen. Sie verfügt über eine beratende Stimme im Erweiterten Bundesvorstand.

Besondere Projekte

Der VdM fördert den internationalen Jugendaustausch der Musikschulen als Zentralstelle für Fördermittel des Bundesjugendministeriums, des Deutsch-Französischen Jugendwerks und des Deutsch-Polnischen Jugendwerks.

Der VdM ist Träger der Deutschen Streicherphilharmonie – Das junge Spitzenensemble der Musikschulen (ehemals Deutsches Musikschulorchester – DMO), das ebenfalls vom Bundesjugendministerium gefördert wird.

Der VdM verleiht alle zwei Jahre den Medienpreis "LEOPOLD – Gute Musik für Kinder" für empfehlenswerte CDs, MCs und CDROMs, der vom Bundesjugendministerium gestiftet wird.[1]

„Im Hinblick auf die Bildungsdiskussion in Deutschland sind wir von der Notwendigkeit bundesweit vergleichbarer Bildungsstandards überzeugt. Für den Bereich der musikalischen Bildung ist die Arbeit des VdM und seines bundesweiten Wirkungsbereichs dabei von grundlegender Bedeutung.

Unser Ziel ist, zusammen mit unseren Landesverbänden an bildungspolitischen Entwicklungen und Entscheidungen beteiligt zu sein und die Handlungskompetenz unserer Mitgliedschulen zu stärken.

Wir setzen Schwerpunkte in der musikalischen Bildung von Anfang an bis hin zur Entwicklung geeigneter Angebote für den Dritten Lebensabschnitt. Dabei engagieren wir uns für die Einbeziehung von Menschen aller sozialer Schichten, mit Migrationshintergrund und von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Behinderung.

Für die Zusammenarbeit der Musikschulen mit den allgemeinbildenden Schulen ist unser erklärtes Ziel, eine verlässliche Verantwortungspartnerschaft zwischen diesen beiden Bildungsträgern zu etablieren.

Unsere Kooperationen mit anderen Jugend- und Bildungseinrichtungen sowie weiteren Institutionen und Verbänden wollen wir durch verstärkte Vernetzung ausbauen.[2]

GeschichteBearbeiten

GründungsgeschichteBearbeiten

In der Notphase der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ab 1948 die Neugründung der Städtischen Musikschule Hamm realisiert. Sie stellte für andere Städte einen Orientierungspunkt dar, trotz der schwierigen Wiederaufbauphase das kulturelle Leben nicht zu vernachlässigen. Zwischen 1945 und 1952 wurden auf Grundlage der 1951 veröffentlichten Schrift "Neue Musikschulen" von Dr. Wilhelm Twittenhoff insgesamt zwölf Musikschulen ins Leben gerufen.

Auf Initiative des neu gegründeten Deutschen Musikrates wurde 1952 eine richtungsweisende Tagung einberufen, für die sich vor diesem Hintergrund Hamm als Tagungsort anbot. Das Treffen, das von der Stadt Hamm unterstützt wurde, fand vom 5. bis 7. September 1952 auf Schloss Oberwerries bei Hamm statt.

Leiter der durch ihn mit angeregten Tagung war Wilhelm Twittenhoff. Dieser war zunächst in Welver tätig gewesen und inzwischen zum Leiter der ebenfalls neu ins Leben gerufenen Musikschule Dortmund bestellt worden. Die Veranstaltung hatte etwa 80 Teilnehmer, die aus dem gesamten Bundesgebiet sowie aus Berlin angereist waren. Zu ihnen gehörten Professor Fritz Jöde, einer der Vordenker der Musikschulbewegung schon zu Zeiten der Weimarer Republik, Helmut Mönkemeyer sowie der spätere Hammer Musikschulleiter Dr. Martin Wolschke.

Die Tagung endete mit der Gründung des Verbandes deutscher Musikschulen, damals unter dem Namen "Verband der Jugend- und Volksmusikschulen e.V."[3]

„Bei einer Arbeitstagung in der Jugendburg Oberwerries bei Hamm/Westfalen wurde von achtzig aus dem gesamten Bundesgebiet einschließlich Berlin kommenden Vertretern schon bestehender oder im Aufbau befindlicher Schulen ein Verband der Jugend- und Volksmusikschulen gegründet. Er erstrebt ein Zusammenwirken aller für die Einrichtung, Unterhaltung und Förderung von Jugend- und Volksmusikschulen tätigen Kräfte und wird dabei von maßgebenden Verbänden der Jugendmusikbewegung, der Musikerziehung und der Musikpflege unterstützt. Der Verband der Singschulen hat sich angeschlossen, um die Idee einer wirksamen Musikerziehung in gemeinsamer Arbeit zu dienen. Unmittelbar nach der Gründung erwarben zahlreiche andere Verbände die Mitgliedschaft...

Den Anlaß der Tagung umriss Prof. Fritz Jöde mit seinem Referat über die Entwicklung des Musikschulgedankens vom ersten bis zum Zweiten Weltkrieg; das Fundament nicht verfallen zu lassen, das von der ersten Generation gebaut worden ist...

Mit dem Blick auf die Zukunft bezeichnete es Dr. Twittenhoff als Schwierigste, den Weg zwischen Simplifikation und Komplikation zu finden...

Die Musikschule soll vom Ganzen her für das Ganze aktivieren. Darum beginnt sie beim Allgemeininstrument Stimme und entwickelt auch den Einzelunterricht am Einzelinstrument stets in Verbindung mit der Musiziergemeinschaft. Auch den unmusikalischen Delegierten im Kulturausschuß (den es ja ab und zu noch geben soll) wird diese Aufgabenstellung überzeugen und es wird der juristischen Person Verband wahrscheinlich und hoffentlich in Zukunft leichter als dem einzelnen Musikerzieher sein, ihm die Hand zu öffnen, damit er durch die Bewilligung des Bruchteils der Summe, die für eine Operetteninszenierung ausgegeben wird, zur Rettung beiträgt.

"Mit der Musik", so sagte Fritz Jöde gegen Schluss der Tagung, "kann man die Zeit zwar nicht ändern, aber man redet ihr ins Gewissen. Die Voraussetzungen haben sich, unseres Erachtens, durch Oberwerries dafür doch etwas gebessert."[4]

Weitere EntwicklungBearbeiten

1957 wurden erste "Richtlinien für die Mitgliedschaft" aufgestellt, mit deren Hilfe Qualitäts- und Bildungsauftrag der im Verband organisierten Musikschulen sichergestellt werden sollten. 1959 begann die Erstellung eines ersten Lehrplanwerkes für die damals unterrichteten Fächer.

1966 wurde der Verband, der in diesem Jahr bereits 136 Mitgliedsschulen hatte, in "Verband deutscher Musikschulen e.V." umbenannt. Eine erste Geschäftsstelle konnte in der Slevogtstraße 42 in Bremen eingerichtet werden. Die erweiterte Strukturen zogen ein größeres Unterrichtsangebot nach sich. 1967 veröffentlichte der VdM einen "Plan zum Ausbau der Musikschulen", der er allen Kommunen zusandte und so einer größeren Öffentlichkeit zugänglich machte. Sein Ziel war die Weiterentwicklung der Strukturen für den Aufbau und die Trägerschaft von Musikschulen. Seit 1967 publiziert der Verband deutscher Musikschulen außerdem einen jährlichen "Statistischen Jahresbericht".

1968 wurde mit einem Modellversuch zur Musikalischen Früherziehung der Versuch unternommen, die kreative Entwicklung des Kindes zu fördern und ihm die bestmögliche Vorbereitung auf den späteren Musikunterricht mitzugeben. Der Versuch gelang; seit 1969 ist die musikalische Früherziehung fester Bestandteil der deutschen Musikschularbeit.

1969 wurde Diethard Wucher zum Vorsitzenden des VdM erwählt und blieb es bis 1990. In diesem Jahr wurden der Strukturplan und das Lehrplanwerk des Verbandes für die Mitgliedschulen verbindlich. Der Verband unternahm außerdem eine Initiative zur gesetzlichen Absicherung der Musikschulen in den einzelnen Bundesländern.

1970 konnte der Verband Bayerischer Sing- und Musikschulen integriert werden, so dass nunmehr 284 Musikschulen dem VdM angehörten. 1971 fand in Berlin der erste Musikschulkongress "Die Musikschule in der Bildungskonzeption der Zukunft" statt. Im selben Jahr wurde in Bonn-Godesberg zunächst in der Moltkestraße 95, später in der Villichgasse 17 die Bundesgeschäftsstelle eingerichtet. In diesem Rahmen wurde Rainer Mehlig zum Bundesgeschäftsführer des Verbandes erklärt.

Im Jahr 1973 fand in Saarbrücken der zweite Musikschulkongress statt. Er stand unter dem Motto "Funktion und Effektivität der Musikschulen". Eine Initiative des VdM führte zur Gründung der Europäischen Musikschul-Union EMU. Ihr gehören heute zwanzig der europäischen Musikschulverbände an. Ebenfalls 1973 kam es zu einer zweiten Initiative für Musikschulgesetze. Der dritte Musikschulkongress in Hamburg 1975 hatte den Arbeitstitel "Instrumentaler und vokaler Gruppenunterricht in Musikschulen".

1976 gehörten unter Bezeichnungen wie Jugendmusikschule, Volksmusikschule, Singschule, Musikwerk oder Konservatorium bereits 448 Musikschulen zum VdM. Derartige Bezeichnungen sind zum Teil bis heute üblich. Der vierte Musikschulkongress "Das Ensemble in der instrumentalen und vokalen Ausbildung" fand 1977 in Augsburg statt. Im selben Jahr hielt der Verband das erste Herbstsymposium ab. Themen waren "Die Musikschule und ihre Umwelt in Stadt und Land" sowie "Ergänzungsplan zum Bildungsgesamtplan Musisch-kulturelle Bildung". Ein Jahr später wurde das Gutachten "Musikschule" der Kommunalen Gemeinschaftsstelle KGSt. publiziert.

Das 1979 ins Leben gerufene Modellprojekt "Instrumentalspiel mit Behinderten" bietet bis heute 470 Musikschulen regelmäßige Lehrerfortbildungen an. 1979 fand außerdem der fünfte Musikschulkongress in Baden-Baden statt, diesmal unter dem Motto "Kinder brauchen Musik". Der sechste Musikschulkongress zum Thema "Neue Musik für Kinder und Jugendliche" wurde erste zwei Jahre später in Aachen abgehalten.

1982 verabschiedete der Verband eine neue Satzung, die unter anderem die Zusammenarbeit mit den kommunalen Spitzenverbänden vorsah. Der Modellversuch "Musik verstehen - Verstehen durch Musik. Interkulturelles Lernen" verfolgte das Ziel, ausländische Kinder in die Musikschularbeit zu integrieren. Dem VdM gehörten in diesem Jahr 647 Musikschulen an. Im Folgejahr wurde das siebte Musikschulkongress abgehalten. Sein Arbeitstitel lautete "Treffpunkt Musikschule - Jazz, Folklore, Tanz". Die Veranstaltung in Osnabrück sollte eine Öffnung für neue Angebote bewirken.

Im Jahre 1984 erließ der Freistaat Bayern die "Sing- und Musikschulordnung". In ihr wurden unter anderem Namensschutz und Landesförderung geregelt. Seit 1984 übernimmt das Statistische Bundesamt Daten aus der VdM-Statistik.

Das "Europäische Musikfest der Jugend '85" wurde als Beitrag zum "Europäischen Jahr der Musik" verstanden. Es war das erste Musikfestival des VdM. Aus 23 Nationen stammend, nahmen 9.000 Musikschüler daran teil. Der achte Musikschulkongroess "Musik als Wirtschaftsfaktor - Musikwirtschaft als Kulturfaktor" wurde 1985 in München abgehalten. Auch wurde der VdM in diesem Jahr Zentralstelle für internationale Jugendbegegnungen des Bundesjugendministeriums und des Deutsch-Französischen Jugendwerks. Im Folgejahr veröffentlichten der Deutsche Städtetag und der Deutsche Landkreistag "Empfehlungen zu Musikschule". Dem Verband deutscher Musikschulen gehörten in diesem Jahr 702 Musikschulen an.

Seit 1987 wurde das VdM-Lehrplanwerk grundlegend überarbeitet und neu gestaltet. Der neunte Musikschulkongress "Kinder im Treffpunkt Musikschule" fand in Heidelberg statt. Zwei Jahre später stand in Aachen der zehnte Musikschulkongress unter dem Motto "Musikschulen bauen Brücken". Der Verband veröffentlichte außerdem seine Thesen zum Konzept einer "Offenen Musikschule".

Zwischen 1990 und 1996 war Reinhard von Gutzeit Vorsitzender des VdM. Nach Vollendung der deutschen Einheit wurden über 150 Musikschulen aus den neuen Bundesländern in den Verband integriert. Seither sind mehr als 1.000 Musikschulen aus sechzehn Landesverbänden mit ungefähr einer Million Schülern im Verband deutscher Musikschulen zusammengeschlossen. Aus dem Modellprojekt "Musikalische Erwachsenenbildung an Musikschulen" gingen "Handreichungen" für den Unterricht hervor.

1991 wurde das "Rundfunk-Musikschulorchester" als "Deutsches Musiksschulorchester" (DMO) übernommen. Es handelt sich um ein hochqualifiziertes Streicherensemble, das aus der ehemaligen DDR stammt. Der elfte Musikschulkongress "Singen in der Musikschule" fand in Saarbrücken statt. Aus ihm gingen Initiative und Wettbewerb "Musik Kreativ" mit Förderung der Vereinten Versicherungen hervor (bis 1996). Ebenfalls 1991 zog die Bundesgeschäftsstelle des Verbandes in das Haus Plittersdorfer Straße 93 in Bonn-Bad Godesberg um.

1992 konnte der Verband sein vierzigjähriges Bestehen feiern. Die Feierlichkeit fanden in Flensburg[5] und Bonn statt. 1993 wurde der Verband zur Zentralstelle des Deutsch-Polnischen Jugendwerks, darüber hinaus fand der zwölfte Musikschulkongress zum Thema "Gemeinsam musizieren - Wege aus der Vereinzelung" in Braunschweig statt.

Als Folge der Finanzkrise der öffentlichen Kassen wurden 1994 verstärkte Öffentlichkeitsarbeit und zielgerichtete Aktivitäten für den Erhalt der Musikschulen unternommen. Dazu gehörten die Publikation "Musikschulen in finanzieller Bedrängnis" und die Initiative "Plädoyer für die Musikschulen", verbunden mit Plakataktionen im gesamten Bundesgebiet. Im selben Jahr wurde der VdM Verlag gegründet, außerdem beteiligte sich der VdM als erster kultureller Dachverband an der Kampagne "Keine Macht den Drogen".

1995 beteiligten sich Hunderte von Musikschulen mit innovativen Beiträgen an der VdM-Initiative "Neue Wege in der Musikschularbeit". Die Publikation fand im darauffolgenden Jahr statt. Der dreizehnte Musikschulkongress in Hamburg stand diesmal unter dem Arbeitstitel "Erlebnis Lernen - Wie Musik lebendig wird". Mit 1.006 Musikschulen erreichte der Verband in diesem Jahr die Höchstzahl bei der Mitgliederzahl.

1996 wurde Dr. Gerd Eicker zum Vorsitzenden des VdM erklärt. Der Verband gab in diesem Jahr die CD-ROM "Treffpunkt Musikschule" heraus. Am 15. Juni wurde der Erste Deutsche Musikschultag unter dem Motto "Musik für alle" abgehalten. Außerdem erhielt der VdM ein neues Logo. 1997 fand in Karlsruhe der 14. Musikschulkongress "Neue Wege in der Musikschularbeit" statt. Im selben Jahr wurde zum ersten Mal der Medienpreis "Leopold" in Hamburg verliehen, außerdem begründet der VdM mit "www.musikschulen.de" seine Internetpräsenz.

Im Jahre 1998 rief der Verband in Kooperation mit der Semperoper Dresden die erste Jugendinitiative "Alles Oper?" ins Leben. Gemeinsam mit der KGSt. wurden die "Produktbeschreibungen für Musikschulen" veröffentlicht. Es fand außerdem eine Aktualisierung des "Strukturplans für Musikschulen" statt. Ebenfalls 1998 erhielt das Deutsche Musikschulorchester den Deutschen Kinderkulturpreis des Deutschen Kinderhilfswerks.

1999 fanden der fünfzehnte Musikschulkongress "Musik braucht Qualität - Musikschule", der zweite Deutsche Musikschultag "Mach Musik!" (12. Juni) und die zweite Verleihung des Medienpreises "LEOPOLD!" (Köln) statt. Der Deutsche Städtetag veröffentlichte "Hinweise und Leitlinien zur Musikschule". In diesem Jahr erschien auch die Weimarer Deklaration "Musikschule in Europa"; zudem warb Musikschulkäfer "Toni" für Musikschulen.

Im Jahr 2000 wurden mit dem "Interkommunalen Leistungsvergleich EDuR" und dem "Qualitätssystem Musikschule/Schulmusik" zur Qualitätssicherung der Musikschulen Entwicklung und Erprobung von Instrumenten forciert. Drei Jahre später kam es erhielt die Musikschule Unterhaching als erste öffentliche Einrichtung ihrer Art in Deutschland eine Zertifizierung nach QSM.[6] In Dresden fand die zweite Jugendinitiative "Alles Oper?" statt. Außerdem wurde ein Herbstsymposion zu den Themen "Popmusik" und "Kooperation Musikschule" abgehalten, darüber hinaus die Projekt "Pro Kontrabass" und "Neue Kammermusik an Musikschulen".

Der sechzehnte Musikschulkongress in Leipzig stand 2001 unter dem Motto "Voneinander lernen - Musikschule im Dialog". Die dritte Verleihung des Medienpreises "Leopold" wurde in Köln mit dem WDR als neuen Kulturpartner abgehalten. Der VdM trat in diesem Jahr der Föderation musikpädagogischer Verbände (FMV) bei und schloss außerdem Kooperationsvereinbarungen mit dem Verband Deutscher Schulmusiker (vds) und dem Deutschen Sängerbund (DSB). Als Mitgliederplattform im Internet wurde "VdM intern" eingerichtet.

Die dritte Jugendinitiative "Alles Oper?" fand 2002 in Dresden statt, der dritte Deutsche Musikschultag "Musik macht Menschen" am 15. Juni desselben Tages. Der 7. September 2002 wurde für die Hauptarbeitstagung und den Festakt zum 50. Jubiläum des VdM in Hamm genutzt.

In Hannover wurde 2003 der siebzehnte Musikschulkongress "Musikschule mit Vergnügen! - Das Unterhaltende in der Musik" veranstaltet. Der Verband wirkt außerdem beim Fest "Musik für Kinder!" des Bundespräsidenten am 9. September in Berlin mit. Am 24. September wurde beim WDR in Köln zum vierten Mal der Medienpreis "Leopold!" verliehen. In Trossingen wurde 2003 das Herbstsymposium "Musikschule im öffentlichen Bildungssystem - Musikalische Bildung in der Ganztagsschule" abgehalten (20. und 21. November). Noch in diesem Jahr wurde die "Initiative Hören e.V." gegründet, bei der der VdM als Gründungsmitglied auftrat. Im Dezember 2003 publizierte der VdM die "Arbeitshilfe und Materialsammlung zur Kooperation von Musikschulen und Ganztagsschule".

Zum 8. März 2004 wurde der VdM-Vorsitzende Dr. Gerd Eicker zur Expertenanhörung der Enquete-Kommission "Kultur in Deutschland" im Deutschen Bundesrat eingeladen. Im Nachgang nahm der Verband Deutscher Musikschulen zur öffentlichen Expertenanhörung der Enquete-Kommission "Kultur in Deutschland" Stellung. Am 1. April wirkte der VdM bei der Veranstaltung "Musik bewegt" mit, die anlässlich der Frankfurter Musikmesse und unter der Teilnahme des Deutschen Bundespräsidenten stattfand. Am 7. und 8. Mai 2004 wurde Hauptarbeitstagung mit Bundesversammlung in Erfurt abgehalten; einen Monat später, am 8. Mai 2004, in derselben Stadt der Abschluss der VdM-Initiative "Pro Kontrabass". Am 9. September 2004 verlieh der Verband Deutscher Schulmusiker (vds) an den VdM die Leo-Kestenberg-Medaille.

Das ereignisreiche Jahr 2005 begann mit der Gründung des Kuratoriums des Verbandes deutscher Musikschulen unter dem Vorsitz von Liz Mohn. Am 28. und 29. April wurde die Bundesversammlung des VdM in Essen abgehalten. Dabei wurde Dr. Winfried Richter zum Vorsitzenden, Christiane Krüger zur stellvertretenden Vorsitzenden des VdM gewählt. Vom 29. April bis zum 1. Mai wurde in Essen der achtzehnte Musikschulkongress "Musik verbindet - Partner Musikschule" abgehalten. Zum 1. Mai übernahm Matthias Pannes das Amt des Bundesgeschäftsführer von Rainer Mehlig. Ebenfalls 2005 wurde der VdM zur Zentralstelle für Jugendaustausch-Maßnahmen von ConAct, dem Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erklärt. Das VdM-Bundesvorstandsmitglied Ulrich Rademacher wurde wiederum zur Expertenanhörung der Enquete-Kommission eingeladen. Sie befasste sich mit dem Thema "Singen" und tagte am 30. Mai 2005. Der vierte Deutsche Musikschultag am 18. Juni stand unter dem Arbeitsmotto "Musik verbindet". Am 12. September 2005 wurde beim WDR in Köln zum fünften Mal der Medienpreis "LEOPOLD!" verliehen. Das VdM-Lehrplanwerk zur Musikalischen Früherziehung mit Namen "Tina & Tobi" wurde auf der Frankfurter Buchmesse mit dem Preis "Best Edition" des Deutschen Musikeditionspreises in der Kategorie "Schul- und Unterrichtsliteratur für Kinder und Jugendliche" belohnt. Am 29. September wurde das erste Gemeinschaftskonzert der Deutschen Streicherphilharmonie mit Mitgliedern des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin abgehalten.

Die Hauptarbeitstagung mit Bundesversammlung am 12. und 13. Mai 2006 in Aschaffenburg führte zur Verabschiedung der "Aschaffenburger Erklärung" zur Föderalismusreform. Der VdM publizierte in 2006 das "Leitbild des Verbandes deutscher Musikschulen". Weitere Publikationen betrafen die Flyer "Bildungspartner Musikschule", "Musikschulen stehen für Qualität" und "Musikalische Bildung von Anfang an". Am 23. bis 25. November rundete das Herbstsymposium "Musikalische Bildung von Anfang an" die Arbeit des Jahres ab.

2007 wurde der VdM dann zusammen mit der Deutschen Orchestervereinigung (DOV) und der Jeunesses Musicales Deutschland (JMD) Mitträger der Initiative "tutti pro". Eine entsprechende Vereinbarung konnte am 13. Januar 2007 im Konzerthaus Berlin unterschrieben werden. Ein Relaunch der VdM-Internetseiten "www.musikschulen.de" ging der Bundesversammlung des VdM in Mannheim am 10. und 11. Mai voraus. Ebenfalls in Mannheim wurde vom 11. bis 13. Mai der neunzehnte Musikschulkongress "Musik zeigt Wirkung! Musikschule für Morgen" veranstaltet. Das neunte Europäische Musikfest der Jugend in Székesfehérvár, Budapest und Pécs (Ungarn) fand zwischen dem 16. und 21. Mai statt. Am 15. September wurde das Medienpreis "Leopold" im WDR Funkhaus in Köln zum sechsten Mal verleihen.

Das Jahr 2008 brachte u. a. die Hauptarbeitstagung mit Bundesversammlung am 30. und 31. Mai in Limburg mit sich. Dabei wurde die "Limburger Erklärung" verabschiedet. Sie forderte seriöse Konzepte bei musikalischen Bildungsoffensiven; außerdem die Stärkung der Infrastruktur der öffentlichen Musikschulen. Der fünf Deutsche Musikschuletag am 14. Juni stand unter dem Motto "Musik zeigt Wirkung", das Herbstsymposium 2008 am 21. und 22. November in Trossingen hingegen widmete sich dem Thema "Veränderung der Kommunalen Bildungslandschaft: VdM Musikschule - Quo Vadis?".

Am 21. April 2009 wurde in der Vertretung des Landes Mecklenburg-Vorpommern beim Bund in Berlin der erste Parlamentarische Abend des VdM veranstaltet. Gefolgt wurde er am 15. bis 17. Mai im ICC Berlin durch den zwanzigsten Musikschulkongress des VdM unter dem Motto "Musikalische Bildung öffnet Grenzen - Musikschulen für Vielfalt, Integration und Qualität". Zum 14. Mai wurde der "Strukturplan für Musikschulen" auf Beschluss der Bundesversammlung aktualisiert. Das zehnte Europäische Musikfest der Jugend fand vom 21. bis 24. Mai in Oberösterreich statt. Am 11. September 2009 wurde der Medienpreis "LEOPOLD!" im WDR Funkhaus in Köln zum siebten Mal verliehen.

Das Jahr 2010 begann mit dem Fachkongress "Musikalische Bildung von Anfang an" am 16. und 17. April in Aschaffenburg. Dabei wurde der "Bildungsplan Musik für die Elementarstufe/Grundstufe" herausgegeben. Außerdem konnte das vom Bundesbildungsministerium geförderte VdM-Projekt "Musikalische Bildung von Anfang an" zum Abschluss gebracht werden. Am 7. und 8. Mai fand die Hauptarbeitstagung mit Bundesversammlung in Schwerin statt. Dabei wurde die "Schweriner Erklärung" verabschiedet. Sie forderte die Beteiligung an den vom Bundesbildungsministerium geplanten Etatsteigerung für die musikalisch-kulturelle Bildung. Weitere Anliegen sind die gesetzliche Verankerung der Musikschularbeit in den Ländern und die Einbeziehung der musikalisch-kulturellen Bildung mit dem Bildungsauftrag der öffentlichen Musikschulen im Bildungsbericht der Bundesregierung und der Kultusministerkonferenz für das Jahr 2012. Darüber hinaus veröffentlichte der Verband im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projektes "Musikalische Bildung von Anfang an" den "Bildungsplan Musik für die Elementarstufe/Grundstufe".

LiteraturBearbeiten

  1. Homepage des Verbandes deutscher Musikschulen.
  2. Leitbild des Verbandes deutscher Musikschulen. (PDF; 142 kB)
  3. Helmuet Fortmann, Musikschule Hamm - 50 Jahre in bewegter Zeit, in: Stadt Hamm, Städtische Musikschule Hamm. 1940 - 1990, Hamm 1990.
  4. Dr. Martin Wolschke: Bericht über die Tagung des Verbandes deutscher Musikschulen auf Schloß Oberwerries 1952 (Auszüge).
  5. Vgl. Marien-Schule (Flensburg)
  6. Susanne Lehnfeld: Europas erste qualitätsgeprüfte Musikschule. In: Üben & Musizieren 20.2003,2 (ISSN 0174-6065)

WeblinksBearbeiten