Vateria indica

Baumart

Vateria indica oder Weißer Dammar, Indischer Copalbaum, Piney, Dhupa und Talg- oder Firnissbaum,[1] ist ein großer Baum aus Indien und Sri Lanka aus der Familie der Flügelfruchtgewächse. Er gilt als stark gefährdet. Der Gattungsname ehrt den deutschen Arzt Abraham Vater (1684–1751).[2]

Vateria indica
Vateria indica,White Damar, Indian Copal, Malabar tallow, vellakkunthirikkam 5.jpg

Vateria indica

Systematik
Eurosiden II
Ordnung: Malvenartige (Malvales)
Familie: Flügelfruchtgewächse (Dipterocarpaceae)
Unterfamilie: Dipterocarpoideae
Gattung: Vateria
Art: Vateria indica
Wissenschaftlicher Name
Vateria indica
L.
Blütenstand von Vateria indica
Blätter
Kapselfrucht von Vateria indica

BeschreibungBearbeiten

Vateria indica wächst als immergrüner Baum und erreicht Wuchshöhen von 40 bis zu 60 Meter. Der Stammdurchmesser kann bis zu 1,4 Meter betragen. Die flockige Borke ist gräulich und glatt. Der Baum liefert ein Dammar-Harz.

Die kurz gestielten, kahlen und ledrigen Blätter sind gegenständig und spiralig angeordnet. Die eiförmigen bis verkehrt-eiförmigen oder elliptischen, lanzettlichen Blätter sind bis 27 Zentimeter lang mit ganzem Rand. Sie sind abgerundet bis spitz, bespitzt oder eingebuchtet. Die Blattstiele sind am Spreitenansatz angeschwollen. Die jungen Blätter sind rötlich mit hellgrüner Nervatur. Die Nebenblätter sind abfallend.

Es werden achselständige Rispen gebildet. Die zwittrigen, duftenden und fünfzähligen, gestielten Blüten mit doppelter Blütenhülle sind weiß. Die fünf eiförmigen bis eilanzettlichen Kelchblätter sind außen feinhaarig, hellbraun und innen weiß. Die fünf Kronblätter sind elliptisch bis eiförmig und weiß. Der filzige, dreikammerige und kegelige Fruchtknoten ist oberständig mit einem langen Griffel mit schmaler Narbe. Es sind bis zu 40–50 Staubblätter mit kurzen Staubfäden und länglichen Antheren mit spitzen Fortsätzen vorhanden.

Es werden einsamige, bräunliche, fein strukturierte, ledrige und fleischige, bis über 6,5 Zentimeter lange, eiförmige bis ellipsoide und dreiklappige Kapseln mit beständigem, zurückgelegtem Kelch gebildet. Die großen Samen sind rötlich-weiß, grünlich.

VerwendungBearbeiten

Das aus dem Baum gewonnene Dammar wird als Weißer Dammar, Pineyharz oder Indischer Copal und Dupha bezeichnet.

Aus den Samen (Butterbohnen) wird ein Fett gewonnen; Malabar-, Pineytalg, Dhupafett, -butter, -öl, Vateriafett, -öl.[3][4]

Die Rinde und die Früchte sind tanninhaltig.

LiteraturBearbeiten

  • J. Lindley: Flora Medica: a botanical account. London 1838, S. 145.

WeblinksBearbeiten

Commons: Vateria indica – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. H. A. Pierer (Hrsg.): Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit. 18. Band, 4. Auflage, 1864, S. 342, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche.
  2. Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen – Erweiterte Edition. Teil I und II. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018, ISBN 978-3-946292-26-5 doi:10.3372/epolist2018.
  3. P. H. List, L. Hörhammer: Handbuch der Pharmazeutischen Praxis. 6. Band: Chemikalien und Drogen Teil C: T–Z, Springer, 1979, ISBN 978-3-642-67086-2 (Reprint), S. 399.
  4. D. K. Salunkhe u. a.: World Oilseeds. Van Nostrand Reinhold, 1992, ISBN 0-442-00112-6, S. 525 f.