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Uwe Corsepius

deutscher Beamter (Bundeskanzleramt)

Uwe Corsepius (* 9. August 1960[1] in Berlin) ist seit Sommer 2015 Leiter der Europaabteilung im Bundeskanzleramt.[2] Zuvor war er seit dem 26. Juni 2011 Generalsekretär des wichtigsten Legislativorgans der Europäischen Union, des Ministerrats. Corsepius wird im EU-Jargon auch als deutscher Sherpa bezeichnet und gilt als Vater der Berliner Erklärung.

LebenBearbeiten

Uwe Corsepius studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität Erlangen-Nürnberg und gilt als Schüler des bekannten Betriebswirtschaftswissenschaftlers Horst Steinmann. 1984 bestand Corsepius das Examen als Diplom-Kaufmann[3], und 1989 wurde er am Kieler Institut für Weltwirtschaft promoviert. 1990 wurde er Beamter im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit. Seit 1992 war er Mitarbeiter beim Internationalen Währungsfonds in Washington. Ab 1994 war er Beamter im Bundeskanzleramt, zunächst unter Helmut Kohl, dann unter Gerhard Schröder. Unter Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde er Leiter der Abteilung 5 (Europapolitik) und koordinierte inoffiziell die deutsche Europapolitik.[4] Seit 2006 hat er den Rang eines Ministerialdirektors.

Im Februar 2011 wurde Corsepius Nachfolger des Abteilungsleiters Wirtschafts- und Finanzpolitik Jens Weidmann, der neuer Bundesbank-Präsident wurde. Nachfolger von Corsepius als Leiter der Europaabteilung im Bundeskanzleramt wurde Nikolaus Meyer-Landrut.[5] Meyer-Landrut wechselte im Sommer 2015 als Botschafter an die Deutsche Botschaft in Paris, und Corsepius kehrte nach Berlin zurück.

Schon Ende 2009 wurde Corsepius unter den Staats- und Regierungschefs (Europäischer Rat) zum neuen Generalsekretär des Rates der Europäischen Union bestimmt. Er trat 2011 die Nachfolge des Franzosen Pierre de Boissieu an. Der Spiegel bezeichnete den Deutschen als schroff; er werde in Brüssel kritisch gesehen, da er „wenig Gespür für die Interessen und Bedürfnisse der anderen“ habe.[6] Da bereits Klaus Welle Generalsekretär des Europäischen Parlaments ist, standen 2011 zwei Deutsche in der Verwaltung der beiden Gesetzgebungskammern der EU vor.

Corsepius gehört zu den 89 Personen aus der Europäischen Union, gegen die Russland im Mai 2015 ein Einreiseverbot verhängt hat.[7][8]

Corsepius ist verheiratet und hat zwei Kinder.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Foto und Lebenslauf (Memento vom 2. Januar 2014 im Internet Archive)
  2. Nico Fried: Uwe Corsepius wird Merkel-Berater. sueddeutsche.de, 13. März 2015, abgerufen am 12. August 2015
  3. ZUR PERSON: Für Merkel unverzichtbar (Memento vom 24. September 2015 im Internet Archive), www.schwaebische-post.de
  4. Vgl. Europa-Koordinierung der Bundesregierung. (PDF; 175 kB) (Nicht mehr online verfügbar.) Europäische Bewegung Deutschland, 9. März 2009, ehemals im Original; abgerufen am 26. Oktober 2010.@1@2Vorlage:Toter Link/www.europaeische-bewegung.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. Neuer Abteilungsleiter Europa im Bundeskanzleramt: Nikolaus Meyer-Landrut. Europäische Bewegung Deutschland, 18. Februar 2011, abgerufen am 18. Oktober 2018.
  6. Ralf Neukirch: Der Anti-Fischer. In: Der Spiegel, 5/2011; S. 42.
  7. Andreas Borcholte: Einreise-Verbote: Russland wirft EU-Politikern Show-Gehabe vor. In: Spiegel Online. 31. Mai 2015, abgerufen am 1. Juni 2015.
  8. RUS: Russische Visasperrliste. (PDF 23 KB) In: yle.fi. 26. Mai 2015, abgerufen am 1. Juni 2015.