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Unterwalden, vom Blatt der Dreizehn Alten Orte der Schweiz.

Unterwalden ist der Name des Gebietes, das aus den beiden Schweizer Kantonen Nidwalden und Obwalden besteht. In der Alten Eidgenossenschaft war Unterwalden neben Appenzell einer der beiden «Orte mit geteilter Standesstimme».

Vor allem in älteren offiziellen Dokumenten findet man für diese heutigen Kantone mit halber Standesstimme und nur einem Ständerat (früher Halbkantone genannt) die Bezeichnungen «Unterwalden ob dem Wald» respektive «Unterwalden nid dem Wald». So trug die heute noch gültige Kantonsverfassung Obwaldens von 1968 ursprünglich den Namen «Verfassung des Kantons Unterwalden ob dem Wald» (wie schon die Verfassungen von 1850, 1867 und 1902), sie wurde jedoch 2007 in «Verfassung des Kantons Obwalden» umbenannt. Nidwalden vollzog den gleichen Schritt 2010. Auf Bundesebene wurde der Begriff «Unterwalden» schon mit der neuen Bundesverfassung von 1999 aufgegeben.

Unterwalden gehörte zu den Waldstätten und war neben Uri und Schwyz einer der drei Urkantone der Eidgenossenschaft. Der Bundesbrief von 1291, der als eine historische Gründungsurkunde gilt, zählt jedoch Uri, Schwyz und ein «unteres Tal» (vallis inferioris) auf. Damit könnte Nidwalden oder gemäss Roger Sablonier auch das Urserental gemeint sein. In der Beschreibung des Rütlischwurs im Weissen Buch von Sarnen tritt ein Obwaldner Bauer (später als Arnold von Melchtal benannt) als dritter Schwörender zu Walter Fürst von Uri und Werner Stauffacher von Schwyz.

«Unter-» im Namen «Unterwalden» ist nicht das Gegenteil von «ober-», sondern hat die Bedeutung «zwischen», man vergleiche etwa das Walliser Unterbäch zwischen Milibach und Löübbach, das Berner Unterseen zwischen Thunersee und Brienzersee, das Urner Unterschächen zwischen Äsch- und Brunnischachen sowie das St. Galler Unterwasser zwischen Wildhauser Thur und Säntisthur.[1] Entsprechend lautete der Name im Spätmittelalter auf Lateinisch Inter Silvas, also «zwischen den Wäldern».[2]

KulturBearbeiten

Wappen und SiegelBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Vgl. Schweizerisches Idiotikon, Band I, Spalte 324 ff., Artikel under I, Bed. Ab (Digitalisat); Band XVI, Spalte 1479, Artikel Underwalden (Digitalisat).
  2. Emil Weber: Unterwalden. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  3. Fahnenreglement der Schweizer Armee (Memento des Originals vom 13. Mai 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.vtg.admin.ch (PDF; 6,2 MB), S. 67