Hauptgebäude der Universität Hamburg

Gebäudekomplex der Universität Hamburg

Das Hauptgebäude der Universität Hamburg ist ein Gebäudekomplex der Universität Hamburg in Hamburg-Rotherbaum, der aus dem eigentlichen Hauptgebäude von 1911 und zwei deutlich später errichteten Flügelbauten besteht.

Luftbild des Hauptgebäudes mit angrenzenden „Flügelbauten“
Eingangsbereich Edmund-Siemers-Allee

Lage und BeschreibungBearbeiten

Das Gebäude befindet sich nahe dem Bahnhof Dammtor in der Edmund-Siemers-Allee 1.

Der Gebäudekomplex besteht aus dem ursprünglichen Hauptgebäude sowie einem West- und Ostflügel. Das mit einer Kuppel versehene Hauptgebäude beinhaltet mehrere Hörsäle. Das Bauwerk hat eine für Hamburg untypische Rauputzfassade und erinnert aufgrund der geringen Bauhöhe und der neobarocken architektonischen Gestaltung an einen Pavillon.[1]

Im Ostflügel befinden sich unter anderem das Asien-Afrika-Institut, Hörsäle sowie ein Café; im Westflügel sind unter anderem die Bibliothek des Kunstgeschichtlichen Seminars, das Institut für Ethnologie und mehrere Hörsäle untergebracht.

GeschichteBearbeiten

Das Hauptgebäude war eine Stiftung Edmund Siemers, der das Gebäude für das „Allgemeine Vorlesungswesen“ errichten ließ. Es wurde 1919 von der Universität übernommen. Dem Bau des Hauptgebäudes war 1907/08 ein Wettbewerb vorausgegangen, den das Architekturbüro Diestel & Grubitz der Hamburger Architekten Hermann Distel und August Grubitz gewann. Mitglieder des Preisgerichts waren unter anderem Theodor Fischer, Gabriel von Seidl, Friedrich von Thiersch und Ludwig Hoffmann. Das Gebäude wurde in den Jahren von 1909 bis 1911 erbaut, die Innenräume von 2001 bis 2004 neugestaltet und instand gesetzt.

Der von 1996 bis 1998 erbaute Westflügel und der von 1999 bis 2002 errichtete Ostflügel wurde von Folker Schneehage gestaltet. Bei den Bauten handelt es sich um eine Schenkung der von dem Immobilienkaufmann Helmut Greve gegründeten Dr. Helmut und Hannelore Greve Stiftung für Wissenschaften und Kultur.[1] Experten kritisierten, dass dem Bau der Gebäude kein Wettbewerb vorausgegangen war, sondern die Planungen unter Greves Anleitung erfolgten und die Neubauten einen „Verzicht auf Baukunst“ darstellen würden.[2]

LiteraturBearbeiten

  • Das Vorlesungsgebäude in Hamburg 1911–2004. Festschrift aus Anlass der Neugestaltung des Hauptgebäudes der Universität Hamburg, hrsg. von Jürgen Lüthje und Hans-Edmund Siemers, Hamburg 2004, ISBN 3-00-014561-3.
  • Rainer Nicolaysen (Hrsg.): Das Hauptgebäude der Universität Hamburg als Gedächtnisort. Mit sieben Porträts in der NS-Zeit vertriebener Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Hamburg 2011, ISBN 978-3-937816-84-5. (Volltext online, PDF)

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Ralf Lange: Architektur in Hamburg - Der große Architekturführer. 1. Auflage. Junius Verlag, Hamburg 2008, ISBN 978-3-88506-586-9, S. 112.
  2. Manfred Sack: Verzicht auf Baukunst. In: Die Zeit. Nr. 40, 1995 (zeit.de).

Koordinaten: 53° 33′ 47″ N, 9° 59′ 18,3″ O