Unidade da Polícia Marítima

Küstenwache Osttimors

Die Unidade da Polícia Marítima UPM (tetum Unidade Polísia Marítima, deutsch Seeeinheit der Polizei), kurz Polícia Marítima, ist die Wasserschutzpolizei und Küstenwache Osttimors. Sie ist Teil der Nationalpolizei Osttimors.

Sitz der Polícia Marítima in Dili

ÜbersichtBearbeiten

 
Beamte der UPM beim Veteranentag (2020)

Geschaffen wurde die UPM mit dem Gesetz 9/2009 vom 18. Februar zu den Organen der PNTL, Artikel 32 (1), gemäß der Konventionen der Vereinten Nationen zum Seerecht, Teil VII, Sektion 1, Artikel 98.[1] Zu dem Zeitpunkt lag die Polizeiverantwortung im Land in weiten Teilen noch in Händen der Integrierten Mission der Vereinten Nationen in Timor-Leste (UNMIT). Erst am 14. Dezember ging die Verantwortung für Polizeiaufgaben auf dem Meer vollständig an die nationalen Polizeikräfte über.[2]

Von Juli 2010 bis Februar 2020 war Superintendente Lino da Silva Saldanha Kommandant der UPM. Von 2013 bis 2015 führte interim Inspector Chefe Luís da Costa die UPM.[3]

AufgabenBearbeiten

 
Taucher der UPM

Die UPM sichert die staatliche Hoheit auf dem Meer und überwacht die Seegrenzen in Zusammenarbeit mit der Marine. Neben der Sicherung der Grenzen, der Bekämpfung von Drogenschmuggel, illegale Einwanderung, Terrorismus und Piraterie ist eine Hauptaufgabe der UPM die Bekämpfung der illegalen Fischerei und der Schutz der Meeresumwelt.[1][3] 2017 wurde bei einer gemeinsamen Aktion der UPM mit Sea Shepherd 15 chinesische Fischerboote vor Com aufgebracht, die illegal 40 Tonnen Haie gefangen hatten.[4]

Im Falle von Unglücken auf See dient die UPM auch als Rettungsorganisation.[1]

AusstattungBearbeiten

 
Der Wahlspruch der UPM:
„Wir sind stolz auf See zu dienen“
 
Generalkommando der UPM in Suai Loro

Der Hauptsitz der UPM befindet sich in Dili an der Avenida Marginal im Stadtteil Bidau Lecidere. Der Kai wurde mit Hilfe der US-amerikanischen Marine errichtet und 2018 eingeweiht.[5] Stützpunkte gibt es in Batugade, Atabae, Suai Loro, auf Atauro in Beloi und in Com.[1] Weitere sind in Loré, Oecusse-Ambeno, Betano, Beaco und Karabela geplant.[6]

Ende 2018 gehörten zur UPM 178 Beamte,[7] der Webauftritt der UPM gibt eine Gesamtstärke von nur 120 Beamten an.[1]

Die UPM verfügte im Mai 2012 über 13 Boote, von denen allerdings nur vier einsatzfähig waren,[8] weswegen die Marine die NRTL Dili und die NRTL Hera an die UPM abgegab. Die beiden Patrouillenboote gehören zur südkoreanischen Chamsuri-Klasse.[9] Im Juli erhielt die PNTL ein neues Boot namens Lusitania, das von Indonesien übernommen wurde.[10] 2018 schenkte China Osttimor ein weiteres Boot mit dem Namen Kay Rala Xanana, benannt nach dem osttimoresischen Politiker Xanana Gusmão. Dies führte in Osttimor zu Verstimmungen, weil in dieser Zeit gerade der Wahlkampf tobte. Man stellte die Frage, mit welchem Recht China den Namen des Bootes bestimmt und so aus der Sicht mancher Wahlkampfhilfe betreibt. Aktivisten übermalten den Namenszug auf dem Boot.[11][12] Weiterhin befinden sich im Dienst das Motorboot NV Timor-Leste und das „Speed Boat 12“.[1]

WeblinksBearbeiten

 
Monument im UPM-Hauptquartier
Commons: Unidade da Polícia Marítima – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e f Internetauftritt auf der Homepage der PNTL, abgerufen am 15. Februar 2020.
  2. Timor Expose, 12. September 2010, PNTL resumes primary policing responsibilities in Ermera (Memento des Originals vom 17. November 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/timorexpose.com
  3. a b SAPO: Força Naval Austrália da formacao no combate a pesca ilegal, 25. März 2013, abgerufen am 15. Februar 2020.
  4. Diário de Noticias: Navios chineses apanhados a pescar toneladas de tubarões em águas timorenses, abgerufen am 12. September 2017.
  5. Tatoli: Forsa Naval EUA no UPM sei Inagura Ponte Lais Foun, 28. März 2018, abgerufen am 16. Februar 2020.
  6. PLANU ANNUAL 2015 Ministerio Interior/Comando Geral Polícia Nasional de Timor-leste, abgerufen am 15. Februar 2020.
  7. SAPO: Morre uma pessoa a cada cinco dias vítima de acidentes de viação em Timor-Leste, 29. Oktober 2019, abgerufen am 30. Oktober 2019.
  8. Independente: Boat problems investigated, 3. Mai 2012
  9. Diario Nacional: F-FDTL agrees to hand over two boats to PNTL, 8. Mai 2012.
  10. Radio e Televizaun de Timor-Leste: PNTL purchases a new ship, 13. Juli 2012
  11. GMN TV: Somotxo: Hamos naran Xanana iha Ro NRTL desizaun Governu, 8. Mai 2018, abgerufen am 15. Mai 2018.
  12. Ro Ho Naran NRTL Kay Rala Xanana Nebe Oferese Husi China Iha Dili, 6. Mai 2018, abgerufen am 15. Mai 2018.