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U-Bahnhof Scharnweberstraße

U-Bahnhof in Berlin
Bahnsteig des U-Bahnhofs Scharnweberstraße, Blick nach Osten
Bahnsteig des U-Bahnhofs Scharnweberstraße, Blick nach Westen
Westlicher Zugang, südwärts einfahrender Zug der Baureihe F92
Verglaste Halle des westlichen Zugangs am Eichborndamm
Östlicher Zugang mit einfahrendem Zug der Baureihe H

Der U-Bahnhof Scharnweberstraße ist eine Station der Linie U6 der Berliner U-Bahn. Er ist – vom Stadtzentrum aus gesehen – der erste von drei auf einer Dammstrecke angelegten oberirdischen U-Bahnhöfen dieser Linie. Im Bahnhofsverzeichnis der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wird der U-Bahnhof mit dem Kürzel Scha geführt.

Lage und BeschreibungBearbeiten

Die Station liegt im Berliner Ortsteil Reinickendorf des gleichnamigen Bezirks, am südlichen Ende des Eichborndamms und südlich parallel zur Scharnweberstraße. Sie ist 824 Meter vom U-Bahnhof Otisstraße und 1053 Meter vom U-Bahnhof Kurt-Schumacher-Platz entfernt. Unmittelbar westlich der Station überquert die Strecke auf zwei Brücken die seit 1975 zum Eichborndamm führenden bzw. von der Antonienstraße kommenden Ab- und Zufahrten der Anschlussstelle Eichborndamm der Bundesautobahn 111. Für die erstgenannte Brücke konnte aufgrund der ausreichenden Breite ein zu einem nahen Sportgelände führendes, bereits existierendes Bauwerk genutzt werden.[1]

Der auf einer Dammschüttung[2] errichtete U-Bahnhof verfügt über einen mit Stahlbeton überdachten, leicht gekrümmten Mittelbahnsteig. Als einziger auf der Dammstrecke dieser Linie besitzt er an beiden Bahnsteigenden einen Ausgang, der – bedeutendere – westliche führt in eine verglaste Vorhalle.[1][3] Der 109,6 Meter lange[2] Bahnsteig liegt in einer Höhe von 7,21 Meter, er ist 8,30 Meter breit.[1] Da man unterschiedliche Setzungen des Erdreichs befürchtete, sind die Mittelstützen der schmetterlingsförmigen Bahnsteigüberdachung durch den Damm hindurch gegründet.[2]

Die Gestaltung des U-Bahnhofs ist zweckmäßig, die Außenbereiche sind mit beigefarbenen Spaltkeramikplatten verkleidet. In der Vorhalle und an den Bahnsteigaufbauten dominieren blaugraue Kleinmosaikfliesen, die dortigen Metallteile erhielten eine rote Kennfarbe. Der östliche Ausgang führt nur nach Norden, zum Sportgelände hin war er nie für den Durchgang geöffnet. Anstelle der ursprünglichen Verglasung ist die – aus baustatischer Sicht sinnvolle – Öffnung heute vergittert.[1]

GeschichteBearbeiten

Arbeitstitel während des Baus war „Sportplatz“, auch in offiziellen Stadtplänen wurde der entstehende U-Bahnhof so bezeichnet. Am 31. Mai 1958 wurde er – nicht unter dem Namen des nahen Eichborndamms, sondern als Scharnweberstraße (Eichborndamm) – eröffnet. Diese Bezeichnung wurde gewählt, um Verwechslungen mit dem S-Bahnhof Eichborndamm (damals noch unzutreffend Eichbornstraße genannt)[1][4] zu vermeiden. Die namengebende Scharnweberstraße ist ca. 90 Meter entfernt. Der Jurist und Politiker Carl-August Scharnweber (1816–1894) kümmerte sich als Landrat erfolgreich um die verkehrliche Erschließung des bis 1920 noch zum Kreis Niederbarnim gehörenden Gebiets.[1][Anm. 1]

1965 wurde am westlichen Zugang eine Rolltreppe nachgerüstet.[1] Seit dem 7. Dezember 2010 verfügt der U-Bahnhof über eine Aufzugsanlage für einen barrierefreien Zugang. Die Kosten dafür beliefen sich auf 1,2 Millionen Euro.[5]

AusblickBearbeiten

Ab 2020 sollen der stark in der Bausubstanz beschädigte Bahnsteig und das Dach saniert werden.[6]

AnbindungBearbeiten

AnmerkungenBearbeiten

  1. Entsprechend Alexander Seefeldt; laut Jürgen Meyer-Kronthaler (S. 240) war Georg Scharnweber, von 1843 bis 1891 Landrat des Kreises Niederbarnim, namengebend.

WeblinksBearbeiten

  Commons: U-Bahnhof Scharnweberstraße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e f g Alexander Seefeldt: U6. Die „Nordsüdbahn“ durch Mitte. 1. Auflage. Robert Schwandl, Berlin 2012, ISBN 978-3-936573-34-3, S. 68 f.
  2. a b c Jürgen Meyer-Kronthaler: Berlins U-Bahnhöfe. be.bra, Berlin 1995, ISBN 3-930863-07-3, S. 240.
  3. Beschreibung der Tegeler Strecke (Memento des Originals vom 27. September 2007 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.berliner-untergrundbahn.de
  4. Jürgen Meyer-Kronthaler, Wolfgang Kramer: Berlins S-Bahnhöfe. 2. Auflage. be.bra, Berlin 1999, ISBN 3-930863-60-X, S. 65 f.
  5. Berliner Verkehrsblätter (1/2011), S. 13
  6. Drucksache 18/12380. (PDF) Abgeordnetenhaus Berlin, 17. Oktober 2017, abgerufen am 3. November 2017.

Koordinaten: 52° 34′ 1″ N, 13° 18′ 46″ O