Till Kirsten

deutscher Physiker

Till Arnulf Kirsten (* 2. April 1937 in Leipzig) ist ein deutscher Experimentalphysiker.

Kirsten studierte Physik an der Universität Göttingen und der Universität Heidelberg, wo er 1964 bei Wolfgang Gentner promovierte. 1966 bis 1968 war er am Brookhaven National Laboratory. Danach war er an der Universität Heidelberg Professor, wo er sich insbesondere mit Isotopen- und Altersbestimmung extraterrestrischer Proben befasste, zum Beispiel von Meteoriten- und Mondproben (er war als „Principal Investigator“ am NASA-Apollo Programm beteiligt).

Kirsten ist Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg. Er war Projektleiter am GALLEX-Experiment zur Detektion insbesondere von Sonnen-Neutrinos im Gran Sasso. Sie wiesen erstmals die bei Verschmelzung von Wasserstoffkernen (Protonen) in der Sonne erzeugten „pp-Neutrinos“ nach.[1]

Für seine Entdeckung des doppelten Betazerfalls in den 1960er Jahren am Brookhaven National Laboratory (indirekt aus der Untersuchung von Selenium- und Tellurium-Erzen)[2] erhielt er den Röntgenpreis.

Preise und AuszeichnungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kirsten „Gallex misst Sonnenneutrinos“, Physik in unserer Zeit, 2006, Heft 6
  2. Kirsten, Schaeffer, Norton, Stoenner Experimental Evidence for the Double-Beta Decay of Tellurium 130, Physical Review Letters, Bd. 30, 1968, S. 1300, Kirsten, H. Müller Observation of Se 82 double-beta decay in selenium ores, Earth Planet. Science Letters, Bd. 6, 1969, S. 271–274. Direkt erfolgte der Nachweis erst 1987 durch S. R. Elliott