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Thomas R. Kraus (* 7. Januar 1949 in Recklinghausen; † 12. April 2019 in Aachen) war ein deutscher Historiker und langjähriger Archivdirektor des Stadtarchivs Aachen.

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Leben und WirkenBearbeiten

Nach seinem Studium trat Kraus eine Stelle im Kommunalarchiv der Stadt Aachen an und wurde bereits 1979 zum stellvertretenden Leiter ernannt. Zwei Jahr später promovierte er zum Dr. phil. mit der Dissertation „Die Entstehung der Landesherrschaft der Grafen von Berg bis zum Jahre 1225“. Nach der Pensionierung des Archivdirektors Herbert Lepper im Jahr 1997 wurde Kraus zu dessen Nachfolger berufen. Er leitete das Archiv bis zu seinem eigenen Ruhestand im Jahr 2014. Darüber hinaus war Kraus Mitglied im Aachener Geschichtsverein, den er von 1996 bis 2015 als Vorsitzender leitete.

Seine organisatorische Hauptaufgabe war die Planung und die Durchführung des Umzuges des Stadtarchivs im Jahr 2012 aus den vormaligen Räumen im Grashaus und denjenigen in der Außenstelle in der Barockfabrik in das ehemalige Fabrikhauptgebäude der Rhein-Nadel Automation am Eisenbahnweg in Aachen.

Kraus war Verfasser und Herausgeber mehrerer Bücher vor allem mit Bezug zur Geschichte der Stadt Aachen sowie zahlreicher Aufsätze für diverse Fachzeitschriften. Sein Hauptwerk sollte ab 2011 ein siebenbändiges Gesamtwerk mit dem Thema: „Aachen. Von den Anfängen bis zur Gegenwart“ sein, dessen erster, zweiter, dritter und fünfter Band bereits erschienen ist.[1] Bedingt durch seinen plötzlichen Tod im April 2019 konnte Kraus die Bände vier, sechs und sieben nicht mehr selbst fertigstellen und herausgeben.

Thomas R. Kraus war verheiratet mit Claudia Rotthoff-Kraus, Historikerin und Vorstandsmitglied des Geschichtsvereins des Bistums Aachen. Er fand seine letzte Ruhestätte auf dem Aachener Westfriedhof.

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

  • Die Entstehung der Landesherrschaft der Grafen von Berg bis zum Jahre 1225, Schmidt, Neustadt an der Aisch, Dissertation 1981, OCLC 164980626
  • Jülich, Aachen und das Reich. Verlag der Mayer'schen Buchhandlung, Aachen 1987; ISBN 978-3-87519-109-7
  • „Europa sieht den Tag leuchten ...“: der Aachener Friede von 1748, Verlag des Aachener Geschichtsverein, Aachen 1998, ISBN 978-3-87707-524-1
  • Regesten der Reichsstadt Aachen (einschließlich des Aachener Reiches und der Reichsabtei Burtscheid)
  • Thomas Kraus (Hrsg.), Marc Engels und Silke Raab: Zwangsarbeit in der Stadt Aachen : Ausländereinsatz in einer westdeutschen Grenzstadt während des Zweiten Weltkrieges. Verlag der Mayer'schen Buchhandlung, Aachen 2002, ISBN 978-3-87519-200-1
  • Die Aachener Stadtrechnungen des 15. Jahrhunderts. Droste Verlag, Düsseldorf 2004, ISBN 978-3-7700-7622-2
  • Aachen von den Anfängen bis zur Gegenwart.
    • Band 1: Die natürlichen Grundlagen. Von der Vorgeschichte bis zu den Karolingern. Verlag der Mayer'schen Buchhandlung, Aachen 2011. ISBN 978-3-87519-251-3
    • Band 2: Karolinger, Ottonen, Salier 765–1137. Verlag der Mayer'schen Buchhandlung, Aachen 2013 ISBN 978-3-412-50815-9
    • Band 3/1: Stadtwerdung und Ereignisse. 1138 bis 1500. Verlag der Mayer'schen Buchhandlung, Aachen 2014. ISBN 978-3-87519-257-5
    • Band 3/2: Lebensbereiche. 1138 bis 1500. Verlag der Mayer'schen Buchhandlung, Aachen 2015. ISBN 978-3-87519-259-9
    • Band 5: Von der Reichsstadt zur „bonne ville“: Aachen zur Zeit der Französischen Republik und unter Kaiser Napoleon I. (1792–1814). Zusammen mit Frank Pohle (Hrsg.), Schmidt, Neustadt a. d. Aisch 2018. ISBN 978-3-87707-144-1

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Die „große“ Stadtgeschichte kommt!, Mitteilung des Aachener Geschichtsvereins