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Klassifikation nach ICD-10
G82.5 Tetraparese und Tetraplegie, nicht näher bezeichnet
ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Die Tetraplegie (von altgriechisch τετρα- tetra-, „vier-“ und πληγή plēgḗ, „Schlag, Lähmung“) ist eine Form der Querschnittlähmung, bei der alle vier Gliedmaßen, also sowohl Beine als auch Arme, betroffen sind. Seltener werden auch die Begriffe „Quadriplegie“ oder „Tetraparalyse“ verwendet. Die Folge ist eine schwere Behinderung.

Inhaltsverzeichnis

UrsachenBearbeiten

Ursache ist meist eine schwere Schädigung des Rückenmarks im Halswirbelbereich. Sie kann traumatisch, durch einen Tumor, eine Infektions- oder Erbkrankheit, Entzündungen anderer Genese oder idiopathisch bedingt sein:

FolgenBearbeiten

Unterschieden wird zwischen kompletter und inkompletter Lähmung. Bei der vollständigen Quetschung oder Zerstörung der Neuronen besteht sensibel wie motorisch keine Funktion mehr. Bei 50 % bis 60 % der Fälle liegt eine inkomplette Lähmung vor. So können motorische oder sensorische Kontrolle auch unterhalb des Lähmungsniveaus ganz oder teilweise vorliegen. Eine schwere Einschränkung der Lebensqualität kann durch Schmerzen oder Missempfindungen im Grenzbereich der Lähmung oder darunter verursacht werden. Diese werden als brennend, stechend oder pochend beschrieben und können permanent oder nur bei einer Reizung auftreten. Seltener kann ein beidseitiger Ausfall übergeordneter Zentren im Gehirn (oberes Motoneuron, motorischer Cortex), beispielsweise durch einen Schlaganfall, eine Tetraparese auslösen.

Letztlich bedeutet dies einen Ausfall der die Arm- und Beinmuskulatur innervierenden Nerven (Plexus brachialis, Plexus lumbosacralis) und von Blase, Mastdarm und Sexualfunktion sowie den generellen Verlust der Muskelkontrolle und Sensibilität unterhalb der Rückenmarksschädigung, wobei die Sexualfunktion statistisch gesehen bei männlichen Tetraplegikern seltener und in geringerem Ausmaß eingeschränkt ist als bei Paraplegikern (Lähmung in den unteren Extremitäten). Bei Nervenschädigungen im Bereich der Brust- und Lendenwirbel bleibt die Arm-/Handfunktion intakt und im deutschen Sprachraum wird von Paraplegie gesprochen. Dieser Begriff ist aber gleichzeitig Oberbegriff und beinhaltet auch die Tetraplegie.

SonstigesBearbeiten

  • In der Regel ist ein Mensch mit Tetraplegie auf Pflege und die Hilfestellung durch persönliche Assistenz anderer Menschen angewiesen. Der erforderliche Umfang ist individuell sehr verschieden. Es bestehen unterschiedliche Ausprägungen der Tetraplegie. Bei einer inkompletten Lähmung gibt es beispielsweise die Variante, dass das Gespür für einzelne Körperfunktionen wie die des Darms oder der Blase vorhanden, jedoch die bewusste Steuerung dieser Körperregionen nicht oder nur zum Teil möglich ist.
  • Gemeinnützige Gesellschaften, die sich dieser Krankheit widmen sind

LiteraturBearbeiten

  • Klaus Röhl: Halswirbelsäulenverletzungen mit Tetraplegie. In: Trauma und Berufskrankheit, 2003, Vol. 5, No. 2, S. 231–243, doi:10.1007/s10039-003-0736-x

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ursachen von Halsmarkverletzungen. aerztezeitung.de; abgerufen am 9. April 2011.
  Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!