Tatort: Jagdrevier

Episode der Fernsehserie Tatort

Jagdrevier ist ein Fernsehfilm aus der Fernseh-Kriminalreihe Tatort der ARD und des ORF. Der Film wurde vom NDR produziert und am 13. Mai 1973 zum ersten Mal gesendet. Er ist die 29. Folge der Tatort-Reihe, der dritte Fall für Kommissar Finke.

Folge der Reihe Tatort
OriginaltitelJagdrevier
Tatort jagdrevier 1973.svg
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Produktions-
unternehmen
NDR
Länge94 Minuten
AltersfreigabeFSK 12[1]
EinordnungFolge 29 (Liste)
Erstausstrahlung13. Mai 1973 auf Deutsches Fernsehen
Stab
RegieWolfgang Petersen
DrehbuchHerbert Lichtenfeld
ProduktionKarl-Heinz Knippenberg
MusikNils Sustrate
KameraNils-Peter Mahlau
SchnittKarin Wagner
Besetzung

HandlungBearbeiten

Kurz bevor seine Haftstrafe beendet ist, nutzt der Häftling Dieter Brodschella bei eingesetzten Außenarbeiten (Torfstechen) die Gelegenheit zur Flucht. Rachegedanken treiben ihn dazu. Er will Rache für seine Freundin, die nach einer Silvesterfeier bei dem mächtigsten Mann von Niederau, Immobilieneigentümer Werner Kresch, in dessen Garten tot aufgefunden wurde.

Kommissar Finke wird mit dem Auftrag in den kleinen schleswig-holsteinischen Ort geschickt, den Entflohenen aufzuspüren und dem Strafvollzug wieder zuzuführen. Doch so einfach ist das nicht. Der Flüchtige will sich naturgemäß nicht fangen lassen, und die ihm bestens vertraute Umgebung mit den stillgelegten Kiesgruben, Höfen, alten Ziegeleien und Scheunen bietet ihm vielfältige Unterschlupfmöglichkeiten.

Dass „irgendwie alle Einwohner miteinander verwandt sind“, wie ihm der Ortspolizist Heise, selbst kurz vor der Pensionierung stehend, mitteilt, kommt als weiteres Hindernis bei den Nachforschungen hinzu. Ihre Auskunftsfreude wird sich sicherlich in Grenzen halten. Der angehende Pensionär weiß wovon er spricht, ist er doch der Stiefschwager des Gesuchten.

Zusätzlich hat Kommissar Finke Ärger mit seinem Vorgesetzten Mertens in Kiel. Sie sind sich in der Beurteilung zweier Sachverhalte nicht einig. Eine alte Frau hat sich das Leben genommen. Ihr Vermieter, der mächtigste Mann von Niederau und potentielles Racheopfer, hatte ihr vor kurzem die Miete erhöht. Und vor kurzem wurde der Polizei von dem minderjährigen fünfzehnjährigen Mädchen Heike Borcherts, der Tochter der Haushälterin von Kresch, Frau Borcherts, deren Vergewaltigung durch einen Landstreicher angezeigt. Kommissar Finke sieht im Gegensatz zu seinem Vorgesetzten durchaus Zusammenhänge mit dem Fall des entflohenen Häftlings.

Als Brodschella einen Anschlag auf Kresch in seinem Haus verübt dem Kommissar bei Entdeckung in seinem Versteck in einer Kiesgrube entkommen kann, stürzt Finke einen steilen Abhang hinab und wird unter dem Kies verschüttet. Brodschella befreit ihn, nimmt die Dienstpistole an sich und flieht. Währenddessen entschließt sich Kresch selbst zu handeln und sich nicht auf die Polizei zu verlassen. Durch die Schwester der damals Ermordeten und erpresste Informationen von Frau Borcherts kommt Kresch dem Flüchtigen auf die Spur. Finke kann ihn zwischendurch ein zweites Mal aufspüren, lässt ihn jedoch entkommen. Später sagt er hierzu zu Jessen: "Wir sind quitt.". Als Kresch mit seinem Begleiter den flüchtigen Brodschella in einer Scheune aufspürt, setzt er sie in Brand. Zwischenzeitlich erscheinen auch Finke und Jessen, es kommt zu einer Schießerei zwischen den Ermittlern und Kresch. Brodschella kann rechtzeitig aus der brennenden Scheune entkommen und trifft Kresch aus einem Hinterhalt in den Arm. Finke dagegen hat Kresch tödlich in die Brust getroffen. Kreschs Begleiter sowie auch Brodschella können entkommen.

Da Finke den flüchtigen Ausbrecher in den wenigen Tagen nicht fangen konnte, schickt sein Chef aus Kiel eine Polizeibereitschaft aus Eutin, um ihn zu schnappen. Doch Finke hat Glück und Brodschella kommt in die Gastwirtschaft seiner Verwandten und ergibt sich dem Kommissar.

HintergrundBearbeiten

Gedreht wurde primär im Ortskern und der Umgebung der Gemeinde Wohlde in der Landschaft Stapelholm im äußersten Südwesten des Kreises Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein. Als Drehort für das Anwesen des Immobilienspekulanten Kresch diente hingegen eine Villa am Ortsrand von Nindorf in der Gemeinde Hanstedt, im Landkreis Harburg, im südlichen Hamburger Umland in Niedersachsen.

Bei dem Gastauftritt von Kressin handelt es sich nicht um ein Zusammentreffen im amtlichen Sinn, sondern die Bewohner des Dorfes und Finke schauen den Tatort Kressin und die Frau des Malers im Fernsehen der Dorfschenke an.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Freigabebescheinigung für Tatort: Jagdrevier. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, Juli 2007 (PDF; Prüf­nummer: 110 726 DVD).