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Susanne Blech ist eine sechsköpfige Elektropop-Band aus dem Rhein-Ruhrgebiet.

Susanne Blech
Susanne Blech bei Bochum Total 2015
Susanne Blech bei Bochum Total 2015
Allgemeine Informationen
Genre(s) Elektro-Pop
Gründung 2004
Aktuelle Besetzung
Gesang
Timon Karl Kaleyta
Gesang
Jobin Vazhayil
Produktion, Schlagzeug
Sebastian Maier
Gitarre, Keyboard
Jens Schilling
Bass, Keyboard
Kay Schilling
Schlagzeug (live)
Dennis Brzoska
Ehemalige Mitglieder
Gesang
Jerome Vazhayil (bis 2018)
Susanne Blech live in Dortmund am
27. April 2012

BandgeschichteBearbeiten

Die Anfänge von Susanne Blech gehen zurück ins Jahr 2000, als Timon Karl Kaleyta und Sebastian Maier erstmals gemeinsam Songs aufnahmen.[1] Nachdem der Hamburger Produzent Matthias Arfmann (u. a. Beginner, Jan Delay, Blumfeld, Goldene Zitronen) durch den Song Neuzeit auf das Projekt aufmerksam geworden war, unterschrieb die Band einen ersten Vertrag bei A-Jugend/Motor Music, sodass im Jahr 2004 der im Turtle Bay Country Club in Hamburg produzierte Song Lass mich durch ich muss nach Kairo auf dem Sampler Love Factory erscheinen konnte.[2][3][1] 2005 veröffentlichte die Band mit Musik für Tiere eine erste EP auf dem eigenen Label Z-Muzic;[1] im Jahr darauf folgten zwei weitere Songs auf dem Sampler Eclectic Fitness.[1]

Ihr Debüt-Album veröffentlichten Susanne Blech im Jahr 2008 unter dem Titel Deutsche Renaissance – Ein Kanon, wieder bei Z-Muzic. 2010 wurde die Band Teil der VW Sound Foundation[1] und gehörte 2012 zur 16. Förderrunde der Initiative Musik der Bundesregierung zur Unterstützung junger Künstler.[4]

Im Januar 2012 erschien auf Z-Muzic mit Triumph der Maschine das zweite Studio-Album. Die LP featuret u. a. die Berliner Band Egotronic sowie den Saxophonisten Klaus Fiehe.[1] Im November 2012 wurden Susanne Blech für den popUP NRW-Preis nominiert.[5] Seit Januar 2013 sind Susanne Blech bei Four Artists Booking unter Vertrag[6] und spielten in der Folge Support u. a. für die Fantastischen Vier und die Toten Hosen.[7][8] Im Juli 2013 erschien eine Single-Auskopplung von Helmut Kohl, die auch mehrere Remixe enthält, u. a. von Scooter und Egotronic.[7]

Im Mai 2014 erschien bei Cat in the Box (Broken Silence) das dritte Studioalbum der Band, Welt Verhindern.[9] Mehrere Songs auf dem Album entstanden unter Mitwirkung des Schriftstellers Benjamin von Stuckrad-Barre und des ehemaligen Snap!-Rappers Turbo B.[10][11]

Im August 2018 erschien das 4. Studioalbum Ragazzi Di Vita.

StilBearbeiten

In ihrer eigenen Biografie schreibt die Band über sich: „Susanne Blech ist ambitionierter Elektro-Pop, will genau das sein und will exakt so klingen.“[12]

Kritiker halten der Band bisweilen eine zu hohe bzw. zu kryptische Textdichte vor. So schrieb die Intro 2012 über Triumph der Maschine: „Spitzensounds für den modernen Dancefloor mit einfach zu viel Text.“[13]

In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung schrieb Harald Staun über die Band und ihren Stil: „Susanne Blech ist das Bandprojekt des Düsseldorfers Timon Karl Kaleyta, der seine bisher drei Alben mit wechselnden Musikern eingespielt hat, weil er selbst, wie er behauptet, völlig unmusikalisch ist. Der Sound, der dabei herauskommt, liegt irgendwo zwischen Eurodance und deutschem Hip-Hop, wobei Kaleyta nichts dagegen hat, in die Schublade 'Elektropop' gesteckt zu werden, und zwar schon deshalb, weil das Nicht-in-die-Schublade-gesteckt-werden-Wollen schon der Beginn zutiefst verachteter künstlerischer Prätention ist.“[10]

Max Scharnigg schrieb in der Süddeutschen Zeitung: „Die Band Susanne Blech aus dem Ruhrgebiet fällt jetzt aber doch deutlich auf und muss beachtet werden. Ihre neue Platte 'Welt Verhindern' (Cat In The Box Records) knallt deutlich und rigoros durch die Decke und setzt dabei erfrischenderweise nicht nur auf Feierbereitschaft. Politisch und gewitzt sind die Texte, die zwischen Atari-Sounds und schnellem Elektropop untergebracht werden.“[11]

NebenprojekteBearbeiten

Die Mitglieder von Susanne Blech sind Teil des Künstlerkollektivs Tengu Basement, dem neben Susanne Blech noch die Künstler Danja Atari und Sola Plexus angehören.[12][2]

Sebastian Maier fungierte als Co-Produzent bei der 2006 auf der Deutschen Grammophon veröffentlichten Platte ReComposed by M. Arfmann[14] und ist außerdem musikalischer Leiter der Street-Art-Show Urbanatix.[15] Unter dem Pseudonym Sola Plexus ist er gemeinsam mit Jerome Vazhayil verantwortlich für Remixe u. a. von Medina, Egotronic, Mega! Mega! und Sisters.[16]

2011 gründeten Timon Karl Kaleyta, Tilman Ezra Mühlenberg (Danja Atari) u. a. in Düsseldorf das Institut für Zeitgenossenschaft (IFZ) sowie den angeschlossenen Im Erscheinen Verlag.[17] Das IFZ setzte 2012 im Museum Kunstpalast in Düsseldorf die phänomenologische Installation Die 100 Wichtigsten Dinge um; 2013 folgte eine erweiterte Ausstellung der Dinge in Kooperation mit dem Fotokünstler Horst Wackerbarth.[18][19] Das Projekt erschien 2016 in Buchform.[20][21][22][23][19] Als Gastautoren beteiligten sich an dem Projekt Katja Eichinger, Rafael Horzon, Sophie Hunger, Daniel Kehlmann, Markus Lüpertz, Peter Richter, Claudius Seidl, Christiane Stenger, Lisa Gotto, Volker Panzer, Samira El Ouassil, Saša Stanišić, Tom Kummer, Ulf Poschardt, Nils Minkmar, u. a.[24][25][21][22]

DiskografieBearbeiten

SinglesBearbeiten

  • 2004: Lass mich durch ich muss nach Kairo
  • 2008: Bock auf Disko!
  • 2012: Die Maschinen laufen heiß
  • 2012: Du & ich
  • 2014: Welt Verhindern

EPsBearbeiten

  • 2005: Musik für Tiere
  • 2013: Helmut Kohl

AlbenBearbeiten

  • 2008: Deutsche Renaissance – Ein Kanon
  • 2012: Triumph der Maschine
  • 2014: Welt Verhindern
  • 2018: Ragazzi Di Vita

WeblinksBearbeiten

  Commons: Susanne Blech – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e f Biografie auf der Seite des Labels, hier online; abgerufen am 6. März 2017.
  2. a b Bericht im coolibri über Tengu Basement, hier online; abgerufen am 7. März 2017.
  3. Interview mit Timon Karl Kaleyta auf jetzt.de (Süddeutsche Zeitung), hier online; abgerufen am 6. März 2017.
  4. Vorstellung der Band bei der Initiative Musik, hier online; abgerufen am 6. März 2017.
  5. Seite mit den nominierten Künstlern, hier online; abgerufen am 6. März 2017.
  6. Mitteilung auf der Homepage von Four Artists, hier online; abgerufen am 6. März 2017.
  7. a b Artikel über Timon Karl Kaleyta bei RP Online, hier online; abgerufen am 6. März 2017.
  8. Artikel über Susanne Blech auf RP Online, hier online; abgerufen am 6. März 2017.
  9. Mitteilung auf der Seite von Broken Silence, hier online; abgerufen am 6. März 2017.
  10. a b Harald Staun: Definitely Maybe. Die Ruhrpott-Band Susanne Blech rettet den Protestsong und bringt die Indifferenz zum Tanzen. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. 11. Mai 2014 (Nr. 19), S. 42.
  11. a b Max Scharnigg: Rigoros. Eine rattenscharfe neue Band namens: "Susanne Blech". In: Süddeutsche Zeitung. 19. Mai 2014 (Nr. 114), S. 10.
  12. a b Biografie von Susanne Blech auf den Seiten von Z-Muzic, hier als PDF; abgerufen am 6. März 2017.
  13. Album-Kritik in der Intro, hier online (Memento des Originals vom 7. März 2017 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.intro.de; abgerufen am 6. März 2017.
  14. Informationen der Deutschen Grammophon, hier online; abgerufen am 6. März 2017.
  15. Angaben zu Maier auf der Seite von Urbanatix, hier online; abgerufen am 6. März 2017.
  16. Informationen von Z-Muzic, hier online; abgerufen am 6. März 2017.
  17. Informationen des IFZ, hier online; abgerufen am 6. März 2017.
  18. Informationen des IFZ, hier online; abgerufen am 6. März 2017.
  19. a b Rezension bei RP Online, hier online; abgerufen am 6. März 2017.
  20. Timon Karl Kaleyta, Tilman Ezra Mühlenberg, Martin Martin Schlesinger, Samira El Ouassil, mit Fotografien von Mischa Lorenz: Die 100 wichtigsten Dinge. Hantje Cantz, Ostfildern 2016, ISBN 978-3-7757-4114-9.
  21. a b Rezension bei Spiegel Online, hier online; abgerufen am 6. März 2017.
  22. a b Rezension bei Zeit Online, hier online; abgerufen am 6. März 2017.
  23. Rezension des Kunstmagazins art, hier online (Memento des Originals vom 7. März 2017 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.art-magazin.de; abgerufen am 6. März 2017.
  24. Informationen des Verlags, hier online; abgerufen am 6. März 2017.
  25. Informationen des IFZ, hier online; abgerufen am 6. März 2017.