Staatsarchiv Bozen

Das Staatsarchiv Bozen (italienisch Archivio di Stato di Bolzano, ladinisch Archif de Stat da Balsan) ist ein italienisches Staatsarchiv in Bozen.

Staatsarchiv Bozen

Koordinaten 46° 30′ 11,7″ N, 11° 20′ 35″ OKoordinaten: 46° 30′ 11,7″ N, 11° 20′ 35″ O
Ort Bozen
Besucheradresse Armando-Diaz-Straße 8
Gründung 1920
Alter des Archivguts 9.–20. Jh.
ISIL IT-BZ0006
Träger Ministerium für Kulturgüter und kulturelle Aktivitäten
Website asbolzano.beniculturali.it
Der ehemalige Sitz des Staatsarchivs Bozen, Schloss Maretsch, von Süden

Es wurde 1920 als Sektion des neuen königlichen Staatsarchivs Trient eingerichtet und 1930 selbständig. Zum ersten Leiter wurde Leo Santifaller ernannt, dem bei seinem Dienstantritt 1921 das leerstehende Schloss Maretsch als Archivgebäude, 150 Eisenbahnwaggons mit Archivalien (mit den Archiven Südtiroler Behörden und des Hochstifts Brixen) und ein ehemaliger österreichischer Gendarmeriewachtmeister als Hilfskraft übergeben wurden. Binnen eines Jahres war das Archiv eingerichtet und der Öffentlichkeit zugänglich,[1] doch wechselte der für die faschistischen Machthaber zusehends unbequeme Santifaller bereits 1927 an die Monumenta Germaniae Historica nach Berlin.[2]

1972 wurde das Schloss Maretsch für baufällig erklärt. Nach einigen Jahren notdürftiger Unterbringung in einer aufgelassenen Werkhalle bezog die Einrichtung 1985 zusammen mit dem Südtiroler Landesarchiv, auf das im Zuge der Autonomiebestimmungen ein Großteil der staatlichen Archivbestände überging, und der Landesbibliothek „Dr. Friedrich Teßmann“ einen Neubau im Stadtteil Gries-Quirein.[3]

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Leo Santifaller: Leo Santifaller. In: Nikolaus Grass (Hrsg.): Österreichische Geschichtswissenschaft der Gegenwart in Selbstdarstellungen. Bd. 2, Wagner, Innsbruck 1951, S. 163–208, hier S. 175f.
  2. Hannes Obermair: Leo Santifaller (1890–1974). Von Archiven, Domkapiteln und Biografien. In: Karel Hruza (Hrsg.): Österreichische Historiker 1900–1945. Lebensläufe und Karrieren in Österreich, Deutschland und der Tschechoslowakei in wissenschaftsgeschichtlichen Porträts. Böhlau, Wien 2008, S. 647–667, hier S. 653.
  3. Harald Toniatti: Vom Staatsarchiv zum Landesarchiv. Das Archivwesen in den Verhandlungen um Südtirols Kulturautonomie. In: Philipp Tolloi (Hrsg.): Archive in Südtirol: Geschichte und Perspektiven / Archivi in Provincia di Bolzano: storia e prospettive (= Veröffentlichungen des Südtiroler Landesarchivs 45). Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2018, ISBN 978-3-7030-0992-1, S. 15–31.