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St. Pius X. (Saarwellingen)

Kirchengebäude in Saarwellingen
Piuskirche

St. Pius ist der Name einer Filialkirche der katholischen Pfarrei St. Blasius und Martinus sowie einer ehemaligen Pfarrei und Kirchengemeinde in Saarwellingen. Patron der Kirche und der früheren Pfarrei ist der heilige Papst Pius X.. Der Gedenktag des Kirchenpatrons ist der 21. August.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Nachdem in der Nachkriegszeit nördlich von Saarwellingen ein neues Wohnviertel entstanden war, gründeten dessen Bewohner im Jahre 1957 einen Kirchenbauverein.

Die Diözese Trier errichtete zum 1. Mai 1959 die Pfarrvikarie St. Pius. Im Sommer 1959 wurde der Grundstein zum Neubau der Pfarrkirche am Neuen Kirchplatz gelegt, deren Benediktion bereits am Passionssonntag des folgenden Jahres erfolgen konnte. Die Planung oblag dem Saarwellinger Architekten Toni Laub.

Die Erhebung zur Pfarrei erfolgte dann zum 1. Januar 1961. Da die Kirchweihe in den Anfangsjahren nicht vollzogen worden war, wurde sie am 3. September 1990 nachgeholt.

Im Jahre 1992 wurde eine grundlegende Restaurierung des Innenraumes unter Leitung des Dillinger Architekten Franz-Josef Weinard durchgeführt. In der Umbauzeit wurden die Gottesdienste der damaligen Pfarrgemeinde St. Pius in der Mutterkirche St. Blasius gefeiert. Eine weitere Umgestaltung erfuhr der Innenraum 2002, als ein kleiner Zelebrationsaltar auf einer improvisierten Tribüne im mittleren Kirchenschiff aufgestellt wurde. Der Hauptaltar im Chorraum beherbergt seither den Tabernakel, der zuvor einen zentralen Platz vor der Rückwand hatte. Der gegenüber dem Kirchenschiff erhöhte Chorraum ist seither funktionslos.

Im Zuge der Umstrukturierungsmaßnahmen des Bistums Trier wurden Pfarrei und Kirchengemeinde St. Pius zum 1. September 2007 aufgelöst und gingen gemeinsam mit der Mutterpfarrei St. Blasius in der neuen Pfarrei und Kirchengemeinde St. Blasius und Martinus auf. Diese Aktion ist Teil der bistumsweiten Umgliederungen von Pfarreien, an deren Ende im Jahr 2022 nur noch 35 Pfarreien stehen werden.

Ebenfalls aufgrund der defekten Heizungsanlage wurde eine Schließung der Kirche angedacht. Die Kirche wurde danach fast ausschließlich zur Sommerzeit genutzt, sodass das Gotteshaus bis auf Weiteres auch als solches bestehen bleiben konnte. Am 2. Juni 2019 ließ das Bistum Trier im Rahmen einer Pfarrversammlung in der Kirche mitteilen, dass die Profanierung von St. Pius X. für den 13. Oktober 2019 angesetzt sei. Das Areal mit Pfarrhaus und Kirchengebäude in einer Größe von 7800 Quadratmetern soll an die Bundesvereinigung Lebenshilfe im Landkreis Saarlouis verkauft werden. Die Lebenshilfe will im Pfarrhaus einen integrativen Kindergarten mit vier Gruppen für 32 Kinder zwischen acht Monaten und drei Jahren einrichten. Zu diesen Zweck werde es im Inneren vollständig entkernt und dann neu eingeteilt. Die Baukosten sollen 2,4 Millionen Euro betragen. Der Verkauf sollte im Juni 2019 abgeschlossen werden. Einen Teil des Geländes will die Gemeinde Saarwellingen selbst für den bestehenden Kindergarten St. Pius kaufen.

Die Kirche mit dem großen Campanile will die Lebenshilfe vollständig abreißen lassen, da sie keine Verwendung für das Sakralgebäude habe. An ihrer Stelle werde man einen neuen Kindergarten errichten. Als Kaufpreis stehen wenige „hunderttausend Euro“ im Gespräch. Die Sakralobjekte in der Kirche sollen zu Teilen in die Saarwellinger Kirche St. Blasius überführt werden. Die großen Glasfenster sollen nur teilweise erhalten bleiben. Nichtliturgische Objekte werden bis zum 28. August an Kaufinteressierte veräußert.[1]

Pfarrer der früheren PfarreiBearbeiten

  • P. Dr. Alois Engel CSSp (1959–1984)
  • Josef Bilsdorfer (1984–1992)
  • Klaus Paulus (1992–1997)
  • Karl-Heinz Gorges (1997–2007)

Vikare der früheren PfarreiBearbeiten

  • Manfred Tüx (1985–1988), mit Wohnsitz im Pfarrhaus von St. Pius
  • Bernd Seel (1988–1991), mit Wohnsitz im Pfarrhaus von St.Pius
  • Ralf Braun (1991–1994)
  • Stephan Gerber (1994–1997)
  • Klemens Mohr (1997–2000)
  • Rainer-Matthias Müller (2000–2003)

OrgelBearbeiten

Die Orgel der Kirche wurde 1990 als gebrauchtes Instrument von der Kirchengemeinde angekauft. Gebaut wurde es um 1950 vom saarländischen Orgelbauer Hugo Mayer, wie die meisten Orgeln im Umkreis. Das mit sechs Registern relativ kleine Instrument verfügt über eine mechanische Spiel- und Registertraktur, zwei Manuale sowie Pedal. Als Windladen verwendete man Schleifladen.

I Manual
Rohrflöte 8′
Principal 2′
II Manual
Gedeckt 8′
Blockflöte 4′
Quinte 113
Pedal C–d1
Subbass 16′

WeblinksBearbeiten

QuelleBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Johannes A. Bodwig: Kirche St. Pius wird verkauft und abgerissen, Saarbrücker Zeitung, Lokalzeit, Zeitung für den Landkreis Saarlouis, Seite C 5, 3. Juni 2019.

Koordinaten: 49° 21′ 57,5″ N, 6° 47′ 50,6″ O